Hallo,ich 43 habe auch damit so glaube ich auch ein Problem ??? Ich habe plötzlich keine Sexuelle Gefühle mehr,alles fing damit an als ich viel länger meine Periode hatte als üblich,ich ging zu einen frauenarzt,die mich einigermassen verstand was mein Problem ist..ich lebe eine Zeitlang im Ausland!!!So gab sie mir Lutenyl 5 mg. Die war für 20 Tage nur angesetzt,meine Periode hörte auf und ich habe sie auch ganz normal wieder bekommen :)*


    Aber...........................ich habe aufeinmal Sexuelle Störung,zb.bin ich nicht mehr erregt wenn mein Mann mit mir Intim wird,oder ich bekomme keinen Org. meine Klitoris fühlt sich komisch an wenn ich sie berühre es brennt etwas oder schmerzt etwas :°_ ich denke es hatn schon mit den Wechseljahren zu tun ??? aber soll das jetzt für immer so bleiben ??? dafür fühle ich mich zu jung :-| kann mir jemand helfen oder Tips geben wie mein Sexualleben wieder Intakt kommt weil ich sehr darunter leide :°_ vielen dank im vorraus....

    Hallo Vevodkyne


    Die Beiträge liegen zwar schon eine Weile zurück, aber ich will dein bzw. euer Problem nochmals aufgreifen.


    Es gibt Frauen, bei denen die Wechseljahre fast unbemerkt vorüber gehen und andere, die sehr stark leiden. Und dazwischen gibt es auch alles.


    Dass die Libido nachlässt, ist auch sehr häufig. Ob sie wieder zurück kommt, ist anscheinend nicht immer automatisch gegeben. Meistens kommt sie zurück und Sex kann dann sogar noch schöner sein als vorher. Nämlich ruhiger, gelassener, mehr Zeit füreinander. Wir sind schon über 70 und können deshalb auch aus Erfahrung sprechen.


    Wenn die Probleme während der Wechseljahre rein körperlicher Natur sind infolge des Wechsels vom Hormonhaushalt, dann ist die Aussicht gut, dass sich alles wieder einpendelt, sobald der Wechsel vorüber ist. Das kann zwar 1, 2, 3 Jahre dauern, in Ausnahmefällen sicher auch noch 4 oder 5 Jahre. Es ändert sich auch nicht schlagartig, sondern es wird langsam wieder mehr.


    Nun aber zur Frage nach den psychischen Hintergründen. Ich habe den Verdacht, dass bei deiner Frau die Angst vor dem Alter eine große Rolle spielt. So lang sie diese Angst hat, wird sie sehr wahrscheinlich weiterhin Probleme haben. Es gilt also, die Angst zu überwinden. Hilfreich wäre natürlich eine psychologische Beratung und Behandlung. Aber wenn sie das nicht will, dann müsst ihr euch wohl selber helfen. Aber wie??? Das ist nun die Preisfrage.


    Hilfreich kann jedoch schon sein, dass man das Problem erkennt. Nämlich die Angst vor dem Alter als den Hauptgrund der Probleme zu erkennen. Leider gibt es keine Faustregel, wie man eine Angst überwinden kann. Sich damit auseinander setzen, das wird auf jeden Fall schon einmal helfen. Die Angst zugeben und auch mit dem Partner durchsprechen. Der Partner sollte dann jedoch nicht nur sagen, dass die Angst unbegründet ist, etwa in dem Sinne: "Das machen alle Menschen mit" oder "es wird schon wieder werden" und auch der gut gemeinte Hinweis, dass du sie auch später noch lieben wird, kann möglicherweise keine echte Hilfe sein. Eine wirkliche Hilfe ist eher das Verstehen ihrer Angst. Versuche, diese Angst wirklich nach zu empfinden. Sage ihr das und sage ihr auch, dass du mit ihr mitfühlst und ihre Angst teilen kannst.


    Die Angst vor dem Alter haben viele Menschen. Sie ist gerade in der westlichen Welt sehr verbreitet. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Jugendlichkeitswahn unserer Zeit. Und natürlich auch, wie man bei uns alte Menschen behandelt. Nämlich mit wenig Respekt und Mitgefühl. Das kannst zwar du unde dein Frau nicht abstellen, aber sich über diese Dinge bewusst werden, das kann schon eine Hilfe sein.


    Eine Hilfe kann auch sein, wenn man weiss, dass es im Alter nicht aufhören muss mit dem schönen Sex. Man kann Sex haben, so lange man lebt, es sei denn, man ist wirklich körperlich nicht mehr dazu fähig, also im Krankheitsfall. Eine gute Lebensführung, ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung sind das beste Mittel, um lange gesund zu bleiben. Ja, auch Freude am Sex wäre ein gutes Mittel, das Leben noch lange zu geniessen und gesund zu bleiben. Aber wenn man sich nun unter Druck setzt und Sex unbedingt wieder haben will, dann kann der Schuss nach hinten los gehen. Also versucht mal, gelassen zu bleiben.


    Und noch ein Rat an dich: Dränge sie niemals. Nimm sie in den Arm und sei nett zu ihr, auch wenn du gerne mehr hättest. Wenn dir das zu schwer wird, dann versuche, den Druck durch SB aufzufangen. Ein wenig schmusen und kucheln tut sehr gut in diesen schwierigen Jahren. Aber nur dann, wenn die Frau nicht die Empfindung hat, sie sollte jetzt "mehr" wollen.


    Alles Gute und gebt nicht auf. Es kann wieder wunderschön werden und vielleicht sogar noch schöner als vorher. Allerdings, eine kleine Einschränkung: Jeden Tag wird man es im Alter nicht mehr machen. Aber das hat man dann auch nicht mehr nöitg,. Lieber einmal die Woche und dafür wirklich schön! Das sollte euer Fernziel sein.


    Übrigens noch was zum Gleitmittel: Wir haben – und tun es jetzt immer noch – mit gutem Erfolg das überall erhältiche Olivenöl verwendet. Es hält sehr lange vor, die Scheide und der Vorhof trocknen bei der Reibung nicht so schnell aus. Und billig ist es zudem. Aber bitte nur gutes Öl verwenden, nicht das billigste. Man kann es auch mit einer Handcreme mischen. Aber nicht mit einer Fetthaltigen, sondern eine Creme, dia auf Glyzerinbasis aufgebaut ist. Das sind solche Cremes, die schnell in die Haut eindringen und nicht fetten. Wenn eine Creme fettet, bitte nicht nehmen!

    Hallo Fremder222,


    ich habe deinen Beitrag erst jetzt gesehen, da das Thema in meiner Liste bereits weit nach hinten gerutscht war. Da ich selbst froh über jegliche Erfahrungsberichte war, möchte ich nun auch noch mal etwas dazu schreiben, weil es anderen vielleicht genau so Mut machen kann.

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    Meistens kommt sie zurück und Sex kann dann sogar noch schöner sein als vorher. Nämlich ruhiger, gelassener, mehr Zeit füreinander. Wir sind schon über 70 und können deshalb auch aus Erfahrung sprechen.

    Das habe ich so oder so ähnlich auch oft gehört und gelesen. Da wir uns aber schon immer viel Zeit füreinander genommen haben und wir durch das Einsetzen der Wechseljahre bei meiner Partnerin weder mehr noch weniger davon haben, also immer noch den gleichen Alltag und Tagesablauf, ändert sich für uns wohl nicht so viel. Bis zur Rente dauert es jedenfalls noch ;-)

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    Ich habe den Verdacht, dass bei deiner Frau die Angst vor dem Alter eine große Rolle spielt. So lang sie diese Angst hat, wird sie sehr wahrscheinlich weiterhin Probleme haben. Es gilt also, die Angst zu überwinden. Hilfreich wäre natürlich eine psychologische Beratung und Behandlung. Aber wenn sie das nicht will, dann müsst ihr euch wohl selber helfen. Aber wie ??? Das ist nun die Preisfrage.

    Angst vor dem Alter bzw. eher Angst vorm Älter- und Krank- (kränker) werden und vor allem Angst vor dem Tod, ist sicher ein großes Thema für uns, das stimmt. Durch den Altersunterschied war es das von Anfang an und ich weiß nicht, ob wir das überhaupt überwinden können, denn an der Tatsache, dass das Leben nun mal endlich ist, lässt sich ja nicht rütteln. Es gilt nur, sich einigermaßen mit dieser Gewissheit zu arrangieren und die Zeit bis dahin bestmöglich zu genießen. Das halten wir uns inzwischen ganz deutlich vor Augen, denn die Zeit anhalten oder zurückdrehen können wir nicht, egal wie sehr wir uns daran aufreiben, also sollten wir versuchen, die Zeit, die wir haben, zu nutzen und sie uns nicht durch die Angst vor der Zukunft zu verderben. Sonst haben wir ja am Ende gar nichts von allem... weder ein ewiges Leben, noch ein unbeschwertes und damit ist schließlich auch keinem geholfen.

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    Wenn die Probleme während der Wechseljahre rein körperlicher Natur sind infolge des Wechsels vom Hormonhaushalt, dann ist die Aussicht gut, dass sich alles wieder einpendelt, sobald der Wechsel vorüber ist.

    Da sind wir mittlerweile guten Mutes, denn wir haben inzwischen festgestellt, dass ihre Lustlosigkeit wohl wirklich "rein hormoneller/körperlicher" Natur ist. Herausgefunden haben wir das durch Hormonschwankungen ihrerseits, sie hatte zwischenzeitlich wieder Blutungen und in dieser Zeit auch wieder Lust. Wäre es ein rein oder zumindest überwiegend psychisches Problem, wäre die Lust wahrscheinlich nicht "plötzlich" wieder gekommen, denn sie ist so aus dem Nichts aufgetaucht, wie sie damals auch verschwunden war und das noch bevor es körperliche Anzeichen gab, also die Lust kam einige Zeit vor den Blutungen wieder, so dass wir den psychologischen Effekt im Sinne von "Oh, meine Periode ist wieder da = alles in Ordnung" weitgehend ausschließen können.


    Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Lust nach dem "vollständigen" Wechsel dann auch wieder einstellt, wenn der Körper sich an die neue Hormonsituation gewöhnt hat. Aber wie gesagt, da sind wir mittlerweile ganz zuversichtlich.

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    Wir haben – und tun es jetzt immer noch – mit gutem Erfolg das überall erhältiche Olivenöl verwendet.

    Das ist interessant, ich habe schon öfter davon gelesen, aber wir kommen damit gar nicht klar. Hinterlässt bei uns beiden ein eher unangenehmes Gefühl und sorgte teilweise sogar für Irritationen im Intimbereich. Gleitgele auf Wasserbasis findet sie inzwischen aber auch unangenehm, die waren früher kein Problem. Hängt also sicherlich auch irgendwie mit dem veränderten Hormonhaushalt zusammen und kann bei jeder Frau unterschiedlich sein. Worüber ich sehr froh bin, was ich durch Zufall gefunden hatte und es deshalb hier durchaus erwähnen möchte, weil es anderen vielleicht auch helfen könnte, ist das Präparat "Premeno duo". Das hat meiner Partnerin große Erleichterung verschafft, es hält bei ihr auch etwas langfristiger als die ganzen Salben und Gele (wobei wir da wie gesagt auch Multi Gyn Actigel und LiquiGel empfehlen können, neu getestet auch Vagisan FeuchtCreme – man muss nur eben immer wieder mal nachcremen, was meiner Partnerin auf Dauer lästig ist und nicht gerade lustfördernd wirkt).

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    Es kann wieder wunderschön werden und vielleicht sogar noch schöner als vorher. Allerdings, eine kleine Einschränkung: Jeden Tag wird man es im Alter nicht mehr machen. Aber das hat man dann auch nicht mehr nöitg,. Lieber einmal die Woche und dafür wirklich schön! Das sollte euer Fernziel sein.

    Danke für deinen ausführlichen Beitrag und die guten Wünsche, aber hier stutze ich ein wenig. Denn was heißt, man hat es nicht mehr "nötig"? Das klingt irgendwie abwertend. Und klar, Qualität vor Quantität, aber "wirklich schön" kann es ja auch jeden Tag sein ;-) So habe ich das jedenfalls jahrelang wahrgenommen, habe es aber noch nie als Muss und wettbewerbsmäßig betrachtet, es hat sich eben einfach ergeben, weil es schön war und was schön ist, möchte ich eben oft (so oft wie möglich). Da gibt es keinen Grund für mich, es irgendwie einzuschränken und "es nötig haben" ist eine Beschreibung, die der Sache meiner Meinung nach nicht gerecht wird.

    Hallo Vevodkyne


    Du hast einige Fragen gestellt und ich werde versuchen, sie der Reihe nach zu beantworten.


    Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es in den Wechseljahren Probleme geben kann. Und ich weiss auch, dass dies kein Einzelfall ist.


    Trotzdem sollte man den Kopf nicht hängen lassen oder gar verzweifeln. Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels!

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    Da wir uns aber schon immer viel Zeit füreinander genommen haben und wir durch das Einsetzen der Wechseljahre bei meiner Partnerin weder mehr noch weniger davon haben, also immer noch den gleichen Alltag und Tagesablauf, ändert sich für uns wohl nicht so viel. Bis zur Rente dauert es jedenfalls noch

    Es hat nicht nur damit zu tun, dass man mehr Zeit hat im Rentenalter. Aber es kann ein hilfreicher Faktor sein. Z.B. morgens im Bett bleiben, so lange man will etc....


    Es wird auch vor der Rente wieder besser werden, wenn sich der Hormonhaushalt wieder eingependelt hat. Es kann zwar schon einige Jahre dauern, aber die muss man irgendwie durchstehen. Die typischen Hitzewallungen können allein schon genügen, um jede Lust abzutöten. Es ja auch klar, wenn man sich nicht wohl fühlt, dann hat man automatisch wenig Lust auf Sex. Da genügt ja sogar schon eine leichte Grippe, Erkältung, Kopfschmerzen. All das kennt ihr ja sicher auch und jeder Mensch wird das erleben. Dazu muss man nicht im Wechsel sein.


    Die Angst vor dem Alter müsst ihr selbst überwinden. Dazu gibt es keinen Rat oder ein Allheilmittel. Aber du schreibst ja schon, dass ihr euch damit auseinder setzt und zur Einsicht gekommen seid, dass man die (sicherlich noch vielen !!!! Jahre) vor dem endgültigen Alter gut nutzen sollte. Ist doch dumm, sich viele Jahre nur deshalb zu vermiesen, weil man irgendwann einmal alt sein wird! Und sieh mal, es gibt viele Berichte von alten Leuten (also wirklich alt!), dass man immer noch Freude am Sex haben kann, so lange man halbwegs gesund und fit ist. Und selbst ein kleines Zipperlein (Rückenprobleme z.B.) müssen kein Hindernis sein. Also Kopf hoch und nicht jetzt schon verzagen! Ich habe sogar schon einen Bericht am TV gesehen von Leuten weit über 80, die immer noch reichlich Freude am Sex haben.


    Nun noch zur Frage nach der hormonellen Umstellung und wie viel Einfluss sie hat.


    Nach meiner Erfahrung (ich hatte früher beruflich viel mit Menschen zu tun, war Berater für Rehabilitanten und habe unendllich viele menschliche Schicksale und auch intime Berichte von Ratsuchenden mitbekommen) hat die hormonelle Umstellung gar nicht so sehr großen Einfluss auf die Libido. Vielmehr sind es die Begleitumstände wie beispielsweise die häufigen Hitzewallungen. Die Hormone selbst haben zwar in jungen Jahren eine große Bedeutung und die Geschlechtsreife würde ja auch nicht stattfinden ohne Hormone, aber später nehmen die Hormone nicht mehr so einen großen Stellenwert ein. Denn unser größtes Sexorgan ist das Gehirn. Dort wird alles gespeichert, was wir an schönen und nicht so schönen Dingen erleben. Also auch die guten Erfahrungen mit dem sexuellen Erleben werden dort für immer gespeichert. Das Gehirn erinnert sich also daran und was man gerne tut oder getan hat, das will man wieder tun. Sicherlich ist das alles nun etwas zu einfach ausgedrückt, aber im Prinzip ist es so.


    Natürlich spielt der Partner auch eine große Rolle. Der Mann muss der Frau durch diese schwierige Zeit helfen. Mit Geduld, Verständnis und ganz wichtig: Nicht drängen! Also nicht merken lassen, dass man nun mehr Sex haben will als sie bereit ist zu geben. Sie sollte überhaupt nicht "geben" oder sich das einreden, sondern die Empfangende sein. Sie sollte (und jede Frau sollte das) mit Freude das empfangen wollen, was der Mann ihr anbietet. Wenn man zu dieser Einstellung gekommen ist, dann hat man für eine glückliche Partnerschaft schon die Hauptsache gelöst. Gib ihr also das Gefühl, dass du gerne warten kannst und dass du sie auch ohne Sex lieb hast, sie in den Arm nimmst, sie ein wenig streichelst (nicht Brust oder Genitalbereich, sondern vielleicht Schulter und Rücken, also "neutrale Stellen"). Ich habe schon mehrmals ein sehr gutes Buch empfohlen, das viele Probleme im Zusammenhang mit unserer modernen Zeit anspricht und das viele gute Antworten liefern kann. Es heisst: "Yin und Yang richtig verstehen". Vielleicht könnte dir dieses Buch ein wenig weiter helfen. Übrigens wird dort auch die Frage nach der Angst vor dem Tod behandelt. Ist alles sehr interessant!


    Zu den Gleitmitteln: Jeder Mensch ist anders und reagiert auch anders. Das Olivenöl hat den Vorteil, dass es lange anhält, also eigentlich nur einmal angewendet werden muss. Ich habe vergessen, dass wir es mit einer guten Hautcreme mischen. Es muss eine Creme sein, die schnell in die Haut einzieht. Fetthaltige Cremes (wie z.B. Vaseline) sind NICHT geeignet. Vielleicht versucht ihr es damit doch noch mal. Wenn allerdings Irritationen auftreten, dann würde ich nicht weiter machen. Auf jeden Fall ist ein Gleitmittel in den Wechseljahren absolut notwendig. Später hat sich bei uns alles dann von selbst wieder eingespielt und wir brauchen jetzt kaum noch was. Aber gelegentlich kann es trotzdem hilfreich sein.


    Ja, mit dem Ausdruck "man hat es dann nicht mehr nötig" habe ich wohl nicht ganz den richtigen Ton getroffen. Es war keineswegs abwertend gemeint. Eigentlich mehr in folgender Weise: Man hat keinen so starken Trieb mehr. In jungen Jahren kann man es einfach nicht tagelang oder gar wochenlang aushalten. Da drängt man dann und das kann für manche Frauen eher eine Abneigung auslösen, also genau das Gegenteil bewirken. Aber auch hier muss man wieder sagen, dass nicht alle Menschen gleich sind.


    Wenn jedoch der Sextrieb nicht mehr so stark – also nicht mehr so drängend – ist, dann heisst das noch lange nicht, dass man keine Freude am Sex hat. Es kann sogar das Gegenteil sein. Denn dann kann man sich auf die "gemütliche Tour" begeben, sich Zeit lassen, wirklich lieb und zärtlich zusammen sein und dann erwacht auch die sexuelle Freude ganz von selbst. Und wenn es Stunden dauern sollte (mit Unterbrechungen vielleicht), dann ist das ja auch nicht schlimm, denn im Rentenalter läutet der Wecker nicht mehr und man kann sich Zeit lassen, so viel man will. Die Jahre im Alter können wirklich die "goldenen Jahre" werden. Aber nur dann, wenn man sie auch als solche erkennt und nicht dem wilden und schnellen Sex der jungen Jahre nachtrauert. Wild kann es manchmal trotzdem noch sein, aber eine etwas "zahme Wildheit".


    Eine weitere Hilfe könnte noch sein, dass ihr euch vor jedem sexellen Versuch einig werdet, ob ihr heute "Lust" habt. Selbst wenn die Frau keine Lust hat, dann könnte sie zustimmen, dass du sie an der Brust zum Beispiel ein wenig streichelst. Ohne direkte sexuelle Absicht. Das ist vielleicht für dich nicht ganz einfach, aber ein Versuch ist es wert. Es kann dann 10 oder auch 20 Minuten dauern. Wenn sie es gern hat, auch ohne direkte sexuellen Gefühle, sondern nur angenehm empfindet, dann kann sein, dass plötzlich bei ihr ganz langsam doch sexuelle Gefühle erwachen. Ob es beu euch so gehen kann, müsst ihr ausprobieren. Alles muss erst mal versucht werden und wenn es nicht klappt, na dann wars eben ein Versuch und man sollte daraus keine große Sache machen. Was man nicht versucht hat, das kann man ja nicht erfahren!


    Also, nicht aufgeben, Geduld haben (es kann leider einige Jahre dauern) und viel Einfühlungsvermögen für SIE !!!


    Alles Gute!

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    Ist doch dumm, sich viele Jahre nur deshalb zu vermiesen, weil man irgendwann einmal alt sein wird! Und sieh mal, es gibt viele Berichte von alten Leuten (also wirklich alt!), dass man immer noch Freude am Sex haben kann, so lange man halbwegs gesund und fit ist.

    Angst vorm Altwerden oder Altsein an sich haben wir ja eigentlich auch nicht, für mich wird meine Partnerin zum Beispiel auch mit jedem Jahr schöner und attraktiver. Es ist eher die Angst vor Krankheiten und letztlich vorm Sterben. Und klar, wenn man Glück hat, bleibt man bis ins hohe Alter fit und gesund, das ist dann sicherlich schön. Aber irgendwann endet eben auch das schönste Leben... leider.

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    Ich habe sogar schon einen Bericht am TV gesehen von Leuten weit über 80, die immer noch reichlich Freude am Sex haben.

    Ich wär ja schon froh, ob mit oder ohne Sex, wenn wir überhaupt 80 werden.

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    Natürlich spielt der Partner auch eine große Rolle. Der Mann muss der Frau durch diese schwierige Zeit helfen.

    Oder die Frau ;-) Ich weiß nicht, ob du es jetzt einfach allgemein so geschrieben hast und im Grunde wird es auch keine große Rolle spielen, wie die Konstellation jetzt genau aussieht, ob Mann+Frau oder Frau+Frau, aber trotzdem zum Verständnis: Ich bin ja selbst auch eine Frau. Nur selbst noch nicht in den Wechseljahren. Ich kann mich aber gut in ihre Lage versetzen und nachempfinden, wie es ihr geht.


    Zärtlichkeit und Körperlichkeit findet bei uns auch (schon immer) unabhängig von Sexualität statt. Also körperliche Nähe, ohne dass es zu mehr kommen muss, ist an der Tagesordnung. Sie fühlt sich auch nicht unter Druck gesetzt von mir, sei spürt ja nun auch schon seit vielen Monaten, dass meine Liebe nicht schwindet und ich geduldig bin, sogar geduldiger als sie. Sie ist eher ungeduldig mit sich selbst, weil sie den Sex ja auch selbst vermisst. Sie findet es einfach schade, weil sie ja weiß, wie schön es früher immer war.


    Zu erleben, dass die Lust aber so aus dem Nichts, wie sie auch verschwunden war, ganz plötzlich wieder auftauchen kann, hat ihr jedoch Mut gemacht und auch ein wenig den Druck, den sie sich selbst macht, genommen. Sie hat dadurch überdeutlich zu spüren bekommen, dass es nicht an ihrem Willen liegt, sondern ihr Körper da momentan eine Art Eigenleben führt und wir einfach abwarten müssen, sie weder etwas dafür noch dagegen tun kann.

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    Ich habe schon mehrmals ein sehr gutes Buch empfohlen, das viele Probleme im Zusammenhang mit unserer modernen Zeit anspricht und das viele gute Antworten liefern kann. Es heisst: "Yin und Yang richtig verstehen". Vielleicht könnte dir dieses Buch ein wenig weiter helfen. Übrigens wird dort auch die Frage nach der Angst vor dem Tod behandelt. Ist alles sehr interessant!

    Danke, da werden wir mal reinschauen.

    Hallo Vevodkyne


    Ich wusste nicht, dass du eine Frau bist. Ich habe " Der Mann muss der Frau durch diese schwierige Zeit helfen" geschrieben, weil Männer manchmal nicht ganz so gedultig mit ihren Frauen sind, wie es für die Frau gut wäre. Das darf man natürlich nicht verallgemeinern, denn es gibt eine große Zahl von geduldigen und wirlich sehr liebevollen Männern. Aber aus biologischen Gründen sind Männer oft mehr drängend in Bezug auf Sex und das kann in den Wechseljahren genau das sein, was eine Frau nicht braucht. Es fehlt leider auch ein wenig an der Aufklärung. Sowohl was die biologischen Funktionen betrifft, wie auch das psychische Element. Was die Kinder und Jugendlilchen heute in der Schule angeboten bekommen, ist nicht einmal ausreichend für die Grundbegriffe. Aber das ist nun ein ganz anderes Thema, ich wollte das nur noch mal erwähnen.


    Ich würde dir (oder euch) auch empfehlen, nicht ganz so eindeutig auf die Hormone zu achten und alles auf die Hormone zu schieben. Der Kopf spielt eine größere Rolle als die Hormone. Sicherlich sind sie nicht ganz ohne Wirkung. Jede Frau erlebt in den Wechseljahren einige rein körperlich Probleme, die mit der hormonellen Umstellung zu tun haben. Wenn man nun nicht ganz fit ist, dann hat man ganz automatisch weniger Lust auf Sex. Dies ist also mehr eine Folge der gesundheitlichen Probleme und hat nur indirekt etwas mit den Hormonen zu tun.


    Es ist eine Tatsache, dass viele Frauen NACH den Wechseljahren sogar mehr Freude am Sex haben als vorher. Das beweist doch, dass es nicht am Mangel von Östregen liegt. Dieses Hormon hat wenig Einfluss auf die Libido. Viel mehr Einfluss hat das Testosteron. Frauen produzieren auch Testosteron, allerdings in viel kleineren Mengen als die Männer. Das Östrogen verhindert sogar, dass zu viel Testosteron ausgeschüttet wird. Nach den Wechseljahren steigt dann sehr oft der Testosteronspiegel an, weil das Östorgen wegfällt. Ganz ohne Östregen hätten Frauen kaum Lust auf Sex. Das wissen leider viele Menschen überhaupt nicht und dann meint man, der Mangel an Östrogen in den Wechseljahren ist Schuld am Schwinden der Libido.


    Allerdings muss ich jetzt einflechten, dass eine Frau, die in jüngeren Jahren wenig Lust auf Sex hatte, weil sie nicht den richtigen Partner/in hatte oder weil sie einfach nicht zusammen harmonierten, sich einfach "entwöhnt" haben und dann nach den Wechseljahen kaum mehr Lust auf Sex haben. Ein gutes Sexleben vor den Wechseljahren ist also fast schon so etwas wie eine Garantie, dass man nachher auch noch Freude hat. Allderings immer vorausgesetzt, dass man noch fit und gesund ist.


    Übrigens könnt ihr Beide schon auch etwas dazu beitragen, lange gesund zu bleiben. Gesundes Essen, nicht zu viel essen (ist ganz wichtig im fortgeschrittenen Alter!), ausreichend Bewegung, frische Luft und viel Sonne sind schon mal ein wichtiger Faktor für ein langes und gesundes Leben.


    Ich wünsche dir und deiner Partnerin, dass ihr mit euren Problemen klar kommt. Und fürchtet euch nicht vor dem Sterben. Wenn es so weit ist, dann ist es viel weniger schlimm als man meint. Ich habe schon viele Menschen sterben sehen und ich kann nur sagen: Jeder Mensch stirbt so, wie er gelebt hat. Also habt Freude am Leben und an eurerm gemeinsamen Leben insbesondere und denkt nicht zu viel an die schlimmen Sachen, die angeblich auf euch zukommen werden. Gedanken können auch schlimme Geschehnisse anziehen. Aber das wird jetzt philosophisch und ich höre jetzt lieber auf.


    Alles Gute

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    Ich wusste nicht, dass du eine Frau bist

    Manche verklicken sich vielleicht, aber normalerweise erkennt man das hier an der Nickfarbe:


    blau = männlich, rot = weiblich, grün = keine Angabe

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    Ich würde dir (oder euch) auch empfehlen, nicht ganz so eindeutig auf die Hormone zu achten und alles auf die Hormone zu schieben. Der Kopf spielt eine größere Rolle als die Hormone.

    Ich dachte das eigentlich auch, aber der hier beobachtete Zusammenhang von sinkendem und steigendem Hormonspiegel und der aufkommenden Lust war wirklich signifikant. Und wie gesagt, ganz ohne, dass wir zunächst davon wussten, es hat sich erst später herausgestellt, dass ihr "Hormonhoch", wie ich es der Einfachtheit halber nun mal nenne, genau in die Zeit gefallen ist, in der sie urplötzlich, nach monatelanger Lustlosigkeit, wieder Lust hatte.


    Ich kann nur für uns sprechen und da sich das Problem dadurch für uns "erledigt" hat (in der Hinsicht, dass wir uns nun keine Sorgen mehr machen) schreibe ich hier eigentlich auch nur noch für aktuell oder später Mitlesende, die sich in einer ähnlichen Situation befinden und sich vielleicht die gleichen Fragen stellen: Meiner Partnerin hat es ungeheuren Druck genommen, diesen ganz unmittelbaren Zusammenhang mit dem Hormonstatus zu "erleben", weil sie sich dadurch jetzt keinen Kopf (;-)) mehr macht, es könnte an ihrer Einstellung liegen und sie müsse nur anders denken oder fühlen, um wieder Lust zu bekommen. Insofern, ja, es ist sicherlich zum Teil auch Kopfsache, zumindest wenn man sich zu viele Gedanken macht und dadurch die Lust dann schwindet, aber so ganz egal sind die Hormone, der rein körperliche Vorgang, an dem man nichts ändern kann (außer mit Medikamenten, ok) eben auch nicht.


    Dass es sich später dann mit verändertem Hormonhaushalt auch wieder einpendeln kann, sehe ich dabei nicht als Widerspruch. Der Körper gewöhnt sich eben irgendwann an die neuen Bedingungen.

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    Ich habe schon viele Menschen sterben sehen und ich kann nur sagen: Jeder Mensch stirbt so, wie er gelebt hat.

    Das würde ich gerne glauben, habe es aber leider schon ganz anders miterlebt. Trotzdem danke für deine guten Wünsche, wir sind inzwischen auch auf jeden Fall guter Dinge :-)

    Hallo Vevodkyne


    Ich möchte nochmals auf eine von dir vor längerer Zeit geschriebene Anwort eingehen, denn ich sehe, dass dein / euer Problem das ist, was du hier geschrieben hast:

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    Die Gynäkologin meiner Partnerin meinte ja auch, das pendelt sich schon ein, ich wollte es nur auch mal von anderen Betroffenen sozusagen aus erster Hand bestätigt bekommen, weil ich bisher von anderen Frauen immer entweder nur hörte "Seit den Wechseljahren tote Hose" oder "Hatte gar keine Probleme". Dass bei dir das Verlangen auch ganz verschwunden war und dann langsam wieder zurück kam, beruhigt uns, auch wenn man natürlich nicht mit Sicherheit sagen kann, wie es bei uns sein wird.


    Wir werden jetzt einfach abwarten, aber eines kann ich schon sagen: Auch meiner Partnerin hat dein Beitrag sehr gut getan, weil sie sich jetzt nicht mehr ganz so seltsam vorkommt und nun viel positiver denkt. Dein Bericht hätte wirklich 1:1 von ihr stammen können, du hast sogar genau dieselben Worte gewählt.

    Also bei meiner Frau (sie hatte die Wechseljahre erst ab Anfang 50) gab es auch eine "Durststrecke". Allerdings war es nicht so, dass sie gar keine Lust mehr hatte, sondern nur noch seltener als sonst. Kleine "Durststrecken von 2-3 Wochen gab es allerdings schon. Dieser Zustand hat wohl so ungefähr 2 Jahre gedauert. Kann man natürllich jetzt nach so langer Zeit (wir sind nun über 70) nicht mehr so exakt sagen. Könnte auch etwas länger oder weniger lang gewesen sein.


    Weil es nicht ganz aus war, sondern nur seltener, hatten wir keine allzu großen Probleme damit. Ein wenig denkt man sich natürlilch schon: Wie soll es nun weiter gehen?. Immerhin haben wir diese Zeit recht gut überstanden. Und dann, fast unmerklich, wurde es besser. Also nicht schlagartig. Und dann war es plötzlich wieder ganz normal. Ja, sogar schöner und intensiver als früher. Früher war immer ein gewisser Druck da (also vom Trieb oder vom Verlangen her gesehen) und der hat uns alles ein wenig hektisch erleben lassen. War zwar immer sehr schön, ja sogar sehr schön. Aber schön heisst ja nicht, dass es nicht noch schöner werden kann.


    Im späteren Alter kommt natürlich noch dazu, dass man etwas mehr Zeit hat. Unsere Kinder waren längst aus dem Haus und Anschaffungen (also finanzielle Bedrängnisse) waren weg. Das macht alles sehr viel aus. Insbesondere der berufliche Stress spielt eine ganz große Rolle.


    Ich schreibe dir – und auch anderen – das alles nur deshalb, um nicht zu verzweifeln wegen der Probleme in den Wechseljahren.


    Allerdings muss ich jetzt aus Erfahrungen mit anderen Paaren, die ich gut kenne, eine Einschränkung machen: Wenn es vorher schon gekrieselt hat oder immerhin der Sex nicht ganz so befriedigend war, dann kann es vorkommen, dass eine Frau die Wechseljahre als Anlass betrachtet, diese für sie unbefriedigende Sache endloch los zu werden. Das mag jetzt als eine Seltenheit klingen, ist es jedoch leider nicht. Nicht alle Partnerschaften sind rumdum zufriedenstellend und trotzdem bleibt das Paar beisammen, sei es aus Bequemlichkeit oder Gewohnheit, sei es aus wirtschaftlichen Überlegungen oder sei es aus dem leider nicht ganz so seltenem Grund, dass man sexuell nicht erfüllt ist oder war, ohne dass einem dies wirkllich bewusst wurde. Man meint, das sei nun mal so und andere Menschen sind ja auch nicht immer glücklich. Was leider stimmt!


    Wenn man also vor den Wechseljahren ein wirklich zufriedenstellendes Sexleben hatte und viel Freude daran hatte, dann hat sich das im Kopf so eingeprägt, dass man das nicht einfach beiseite schieben kann und auch nicht will. Und dann kommt das zu Tragen, was ich schon vorher mal geschrieben habe, nämlich dass der Kopf unser wichtigstes Sexorgan ist. Und sogar die Hormone umgehen kann.


    Es gibt ja auch genug Fälle von Frauen mit Totaloperation (also keine Östrogene mehr!) und die trotzdem noch normale Bedürfnisse haben. Auch bei Männer soll es fälle von Kastration geben, die trotzdem noch Sex hatten.


    Trotzdem haben die Hormone selbstverständllich auch einen Einfluss. Aber man kann ihn mit Hilfe unseres großartigen Gehirns, umgehen. Sowohl die Lust abtöten, wie auch die Lust wieder hervorholen! Wenn man natürlich leidet unser Beschwerden, dann ist das alles nicht ganz so einfach. Aber wenn man körperlich gesund ist, dann funktioniert alles auch ohne Hormone.


    Wollte das nur mal als gewissen "Abschluss" zu diesem Thema schreiben, denn es scheint ja so, dass dieser Thread nun zu Ende geht.