Sang und klanglos in die Wechseljahre, und jetzt Magersucht?

    Hallo, ich habe mich eben hier registriert. Ich lese schon eine Weile mit und traue mich jetzt, auch zu schreiben.


    Ich bin 47 Jahre alt und vor einem Jahr hatte ich das letzte Mal meine Periode. Ich habe keine Beschwerden oder so, die Blutungen sind einfach so weggeblieben. Ich habe auch keine Stimmungsschwankungen, keine Depressionen, das einzige, was hin und wieder vorkommt, ist, daß mir plötzlich ganz heiß wird, vorallem im Gesicht, nach einer Weile ist das wieder weg. Eigentlich finde ich das gut, weil früher hab ich immer fürchterlich gefroren und mußte mich schon im September sehr warm anziehen. Jetzt trage ich Zwiebellook um bei den Hitzewallungen mich ausziehen zu können.... Beim Gyn war ich schon lange nicht mehr. Aber ich denke, daß ich jetzt in den Wechseljahren bin.


    Nun zu meinem Problem: Ich habe, wie wahrscheinlich die meisten Frauen über vierzig meine Figur verändert. Früher war ich sehr schlank, aber in den letzten Jahren hab ich immer mehr zugenommen. Im Frühjahr habe ich deswegen begonnen, meine Ernährung umzustellen. Damit habe ich eigentlich sehr gut abgenommen. Nicht schnell, vielleicht 5 Kilo in 5 Monaten. (von Februar bis Juni - von 60 kg auf 55 kg)) Seitdem kämpfe ich. Plötzlich hatte ich den Wunsch immer mehr und mehr abzunehmen. Eigentlich will ich das gar nicht, weil ich schon ziemlich dünn bin und auch an manchen Stellen richtig mager aussehe. Aber trotzdem will ich immer weiter machen. Inzwischen wiege ich 50 kg bei einer Größe von 1.68. Eigentlich ist es nicht schlimm wenig, aber ich bin dabei, daß es immer weniger werden soll. Mein Mann ist schon total genervt, weil ihn mein Essverhalten stört. Er meinte neulich, dass ich vielleicht eine Wechseljahrs-Depression haben könnte. Ich bin total verzweifelt, weil ich kann gar nicht mehr anders. Eigentlich glaube ich nicht an Depression, es ist eher so, daß ich gerne wieder die Figur von früher haben würde, aber ich bin übers Ziel hinausgeschossen. Ansonsten geht es mir echt gut, aber ich denke den ganzen Tag darüber nach, wie ich Kalorien einsparen könnte. Ich bin bei ca. 800 bis 1000 kal. am Tag. (Nehme halt immer noch ab, langsam - in den letzten drei Monaten 5 kg.)


    Was meint Ihr? Ist das o.k.? Wenn man älter wird, braucht man ja auch nicht so viel. Geht es noch jemandem so? Bin ich im richtigen Forum? Hört das irgendwann wieder auf? Pendelt sich das Gewicht irgendwann ein? Hat das was mit den Wechseljahren zu tun? Bin ich vielleicht magersüchtig geworden? (Vom Gewicht zwar noch nicht aber vielleicht vom Kopf her?) Sollte ich was dagegen tun?


    Über Antworten wäre ich sehr dankbar.

  • 30 Antworten

    Hallo Friedalina und add,


    danke für Eure Antworten. (das ging ja fix, hab gar nicht mit so schneller Antwort gerechnet).


    Naja, ich denke, ich werde vielleicht doch mal zum gyn gehen. Untergewichtig finde ich mich eigentlich nicht und ich dachte, daß man als älterer Mensch nicht mehr so viel kalorien braucht. Allerdings ist es nicht ganz einfach so wenig zu essen. War früher ein guter Esser. Weil aber das in meinem Kopf stattfindet, bin ich mir nicht ganz sicher, vielleicht doch in diese Richtung zu tendieren. (Ich meine in Richtung magers. - gräßliches wort- )


    Gerade hat mir mein Mann eine Szene gemacht, weil er findet, daß ich schon viel zu dünn bin und ich solle endlich wieder mehr essen. Ich bin ganz fertig, weil er so grantig war. Aber ich k a n n nicht! Ich will zwar, aber es geht nicht. Kann das jemand verstehen? Ich versteh mich selbst nicht!

    Hallo!


    Für meine Begriffe bist du eßgestört...


    Außerdem bist du, in dem Sinne, noch kein "älterer"Mensch:-/...ab 60, 65 etwa, bist du in dem Alter, in dem tatsächlich die Menschen nur noch einen geringeren Kalorienverbrauch brauchen, um gesund zu bleiben.


    Außerdem ist es den Wechseljahren überhaupt nicht dienlich, ZU dünn zu sein...auch im "natürlichen"Fettgewebe der Frau werden Östrogene gebildet....und ch das Osteoporoserisiko steigt signifikant mit rapidem Verlust des Gewichtes.


    Alles in Allem: Das, was du tust- und immerhin hast du es SELSBT in der Hand- ist deiner Gesundheit äußerst undienlich.


    Besinn dich mal wieder auf eine vernünftige Lebensweise und wenn du das nicht von allein schaffst,hole dir professionelle Hilfe.


    Gruß LYSI

    Ja, irgendwie war mir nicht wirklich klar, daß ich essgestört sein könnte.:)z Wahrscheinlich ist es so. Das mit dem Östrogen im Fettgewebe wußte ich gar nicht, o weh, das macht mir jetzt schon Angst, wegen Osteoporose.....Also ich nehme mir jetzt vor:


    1. ein klärendes Gespräch mit meinem Mann


    2. Termin bei Gyn und mit ihr darüber sprechen, nicht bloß untersuchen


    Hilft eigentlich ein Calcium-Präparat gegen Osteoporose?

    Also ich hatte heute endlich meinen Gyn-Termin.


    Körperlich ist alles in Ordnung. Ich habe zwar seit über einem Jahr keine Blutung mehr gehabt, aber die Ärztin meinte, dass sich noch Schleimhaut bildet. Eigentlich müsste man sie ab 5 mm zum Abbluten bringen und bei mir ist sie schon 6 mm dick. Sie gibt noch drei Monate, wenn dann keine Blutung eingetreten ist, muss ich für 12 Tage Gestagen nehmen und dann wird die Blutung ausgelöst. Und ich hatte mich schon so gefreut, dass alles spurlos an mir vorüber gegangen ist.:(v


    Zum Abnehmen hat sie nichts gesagt, allerdings habe ich sie auch nicht darauf angesprochen. Hab mich einfach nicht getraut. Ansonsten meinte Sie, dass es bei mir sehr gut aussieht (hab auch Ultraschall machen lassen) und mein Körper würde noch Östrogen bilden. So hab ich jetzt auch keine Angst wegen Osteoporose. Sie meinte auch, dass es sehr gut ist, dass ich soviel Bewegung habe.


    Naja, jetzt hoffe ich erstmal, dass ich nicht noch weiter abnehme, esse schon wieder ganz vernünftig, bin aber trotzdem unter 47 kg gelandet. Mein Mann ist jedenfalls jetzt schon ziemlich zufrieden, dass ich abends wieder mit ihm esse. :-)

    Hallo sanfterengel

    Ich bin 48, würde gern abnehmen und schaffe es nicht, auch nicht mit wenig essen. Hab schon viel probiert, auch WW, abends keine Kohlehydrate usw.. Achte seit Jahren aufs Essen und hab so viel Bewegung wie bei einem Vollzeitjob und einem 4 Personenhaushalt noch möglich ist (2x die Woche "Sport" Walken/Tanzen). Bin ansonsten Fußgänger, heißt, ich bewege mich eigentlich viel. Meine Schilddrüse ist jedoch krank. Ich habe eine Autoimmunerkrankung, die schlussendlich zu einer chronischen Unterfunktion führt. Das heißt, der Stoffwechsel ist verlangsamt. Ich brauche Essen nur anzugucken und nehme zu. Meine Gebärmutter ist seit 2 Jahren raus. Das mit dem kontinuierlichen Zunehmen trotz gesunder Ernährung geht aber schon so seit ich Mitte 30 bin.


    Daher meine Frage: Hast Du Deine Schilddrüse mal untersuchen lassen ? Evtl. hast Du eine Überfunktion. Falls Du das testen lassen willst, lasse Dir lieber gleich eine Überweisung zum Internisten oder Endokrinologen geben, weil die meisten allgemeinen Ärzte sich leider mit Schilddrüsenerkrankungen und der Deutung der Werte nicht auskennen.


    Zum Schluss möchte ich Dir noch sagen, dass ich 47 kg mit 47 Jahren bei einer Körpergröße von 1,68 m schon sehr bedenklich finde. Meiner Erfahrung nach sehen etwas ältere, sehr dünne Frauen schnell abgehärmt und auch noch älter aus. Leider bemerken sie es oft gar nicht, sie scheinen eine gestörte Selbstwahrnehmung zu haben. So wie Du es beschreibst : Du möchtest eigentlich gar nicht mehr abnehmen, es funktioniert jedoch nicht, gibt es nur die 2 Varianten: a) ein körperliches oder b) ein psychisches Problem. Vielleicht liegt da etwas tiefer, so dass Du es nie allein erkennen kannst. Ich würde mir da professionelle psychologische Hilfe holen.


    Im Übrigen ist für meine Begriffe schön nicht gleich dünn. Leider wird uns Frauen das ja immer wieder von allen Seiten anders vermittelt. Natürlich sollte man schon auf sich achten. Gesunde Ernährung ist auch Körperpflege, genau wie duschen und cremen. Wichtig ist doch aber die Ausstrahlung. Wenn Du innerlich zufrieden mit Dir und Deinem Leben bist, strahlst Du das auch aus. Da kommt es nicht auf 5 oder 10 kg mehr an. So wie wir mit 20 waren, werden wir sowieso nie mehr sein. Ich will das auch gar nicht. Ich habe mal einen BBC-Beitrag gesehen, da hieß es: "Ich bin kein Bäumchen mehr, ich bin ein Baum." Gelebtes Leben eben, Falten, ein paar Kilo mehr, evtl. Narben - na und ?

    Bitte gehe unbedingt zu einem Arzt Deines Vertrauens!!! Du rutscht gerade in ein nicht ungefährliches Untergewicht; in Deinem Alter müsstest Du einen BMI von mind. 20/21 haben. 47kg bei Deiner Größe sind absolut kritisch!!! Wie lange willst Du noch warten?


    Bzgl. Calciumpräparat:


    Es kann sicherlich ein bisschen was bewirken, v.a. wenn man davon ausgeht, dass Du Dich aufgr. der geringen Kalorienzufuhr im Bereich der Mangel-/Unterernährung befindest. Calcium alleine bewirkt aber keine Wunder; es kommt auf eine gesunde Ernährung insgesamt an (Vit. D bspw.). Und Bewegung ist sehr wichtig.


    Du riskierst aufgr. der Mangelernährung aber weitreichende Gesundheitsprobleme; Osteoporose wäre hier nur ein drohendes Problem von mehreren.


    Würde Dir daher empfehlen, Dir Hilfe zu holen - und die Situation medizinisch abklären zu lassen. Eine Schilddrüsenüberfunktion halte ich für eher unwahrscheinlich. Bei 800 kcal pro Tag nimmt man nun mal ziemlich schnell ab.


    Alles Gute!

    Hallo Marie-jana,

    Deine Zeilen haben mich sehr berührt. Du hast vollkommen recht!


    Ich finde ältere Frauen, die zu dünn sind, auch nicht schön! Sie sehen alt und verhärmt aus. Mein Mann sagt das auch von mir. Er sagt, ich war vor einem halben Jahr und all die Jahre vorher so hübsch. Und ihn haben die paar Kilos die ich zugenommen hatte, nie gestört. Er findet ich sehe krank aus mit dem Körper eines kleinen Mädchens. Das ist auch der Grund, warum ich eigentlich wieder zunehmen möchte.


    Aber in mir ist so ein Zeigefinger, der mir aufzeigt, Du willst doch nicht wieder dick werden. Ich hab mich einfach nicht mehr wohl gefühlt. Dabei wars eigentlich gar nicht zuviel!


    ich habe eine Freundin, die hat auch einen verlangsamten Stoffwechsel. Wegen Neuroleptika-Einnahme hat sie ein metabolisches Syndrom (sagt man das so?) bekommen. Sie ist sehr unglücklich, weil sie es mit der gleichen Menge die ich esse, zunimmt. Mich versteht sie schon lange nicht mehr. Sie sagt, Du hast alles, was man sich wünschen kann und machst Dir selbst Probleme. Sie hat schon schlimme Sachen erlebt durch ihre Krankheit aber sie strahlt mit Sicherheit mehr Schönheit aus, als so manche Dünne einschließlich mir, weil sie ein so differenziert denkender Mensch ist!


    Schilddrüse ist bei mir in Ordnung. Ebenso alle anderen Werte. Hatte mein Leben lang nie irgendwelche Beschwerden, weder körperlich noch psychisch. Und seit einem halben Jahr zicke ich herum mit meinem Gewicht. Ich wüßte selber gerne, was mich da geritten hat.


    Danke für Deine Worte! Es war gut das zu hören, ich hoffe, ich schaffe es, dies auch für mich bald wieder so sehen zu können! Ich bin ja wirklich kein Bäumchen mehr! (Der Satz hat mir gut gefallen!)