Wechseljahrbeschwerden mit Dauerblutungen, Polypen, Endometriose

    Wegen Dauerblutungen, bzw. sehr hoch aufgebauter Schleimhaut hatte ich vor 2 Monaten innerhalb der letzten 2 1/2 Jahre nun zum zweiten Mal eine Ausschabung. Die Histo ergab auch diesmal keinen Anhalt für maligen Befund oder so ähnlich, und bei der Kontrolluntersuchung sprach der Arzt von einer hormonellen Indisponenz (Wechseljahrprobleme, ich bin 51), die sich mit Hormonen gut behandeln lassen würde. Nach der Ausschabung hatte ich genau 4 Wochen Ruhe, dann eine normale kurze und leichte Blutung. 14 Tage später ging´s dann aber schon wieder los … nur leicht an manchen Tagen auch nur ein paar Tropfen. Mit Hinblick auf das Ergebnis der Histo, einer geplanten Urlaubsreise unmittelbar vor dem nächsten FA-Termin nahm ich dann in meiner Not 10 Tage Duphaston (hatte ich nach ähnlichem Verlauf vor 1 1/2 Jahren schon mal von einem anderen FA verschrieben bekommen und das hatte dann längere Zeit eine anhaltend regulierende Wirkung). Das hat dann nach insgesamt etwas mehr als 3 Wochen Dauerblutung zu einer sehr starken Blutung (Durchbruchblutung) geführt. Ich weiß, dass man sowas (Selbstmedikation) nicht machen darf, aber wie gesagt mit Hinblick auf die Diagnose nach der Ausschabung und den bereits feststehenden FA-Termin … welcher dann gestern stattfand, und zeitlich auf den 7/6. Tag nach Einsetzen der Durchbruchblutung fiel (und es seit heute anscheinend auch wirklich aufgehört hat) eigentlich perfekt lag. Tatsächlich war die Schleimhaut dann auch nur leicht aufgebaut, weder Ultraschall noch Zellprobe ergaben etwas auffälliges, wie z.B. eine Schleimhautverdickung oder so. Das Gespräch hinsichtlich des weiteren Vorgehens hat mich nun aber trotzdem schwer verunsichert und verängstigt. Denn mit Hinblick auf die längerwährende Vorgeschichte und den Verlauf meinte er, dass man davon ausgehen müsse, dass die Schleimhaut in die Gebärmutterwand eingewandert sei (und das sei Endometriose), die entweder mit Hormonen behandelt werden müsste (weil es andernfalls ziemlich wahrscheinlich zu erneuten Schleimhautwucherungen, d.h. Polypen kommen würde). Andernfalls, falls ich keine Hormone nehme, würde er mir (wegen der Entartungs-Gefahr?) die Entfernung der Gebärmutter anraten, da diese mit 9,5 cm ohnehin zu groß sei. Nun meine Fragen: hab ich das alles richtig verstanden? – Endometriose als Folge der wechseljahrsbedingten fehlenden Gelbkörperhormone – Polypen wegen der Endometriose? Entfernung der Gebärmutter wegen Überschreiten der Normgröße (sie war schon immer an der oberen Norm)? Mit Hormonbehandlung keine Entartungsgefahr? Und gibt es eine medizinische Begründung, weshalb die Goldnetz-Methode hier nicht passen würde? Außerdem würde ich, bevor ich mich für die Goldnetz-Methode oder die Gebärmutterentfernung entscheide, gerne noch einen Versuch mit Progestron-Creme machen, weil die angeblich keine Nebenwirkungen hat? Gibt es auch bei dieser Creme Gegenanzeigen und kann ich verlangen, dass er mir die verschreibt oder muss ich dafür einen anderen Arzt suchen? Ach so: dass sich das Problem von allein löst, weil ich in die Menopause komme, sei innerhalb der nächsten 2 bis 3 Jahre leider nicht zu erwarten, da die Eierstöcke noch gut aufgebaut seien. Und dann noch die letzte Frage: ich soll die nächste Blutung genau dokumentieren, weil man daraus auch Rückschlüsse ziehen kann. Welche Rückschlüsse?

  • 13 Antworten
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    Die Histo ergab auch diesmal keinen Anhalt für maligen Befund oder so ähnlich

    Ja, was hat denn die Histo nun genau ergeben? Wenn z.B. eine Hyperplasie vorlag, wäre es wichtig zu wissen welche Form. Es gibt glandulär zystische oder komplexe Hyperplasien. Beide Formen können können mit oder ohne Atypien auftreten. Bei vorhandenen Atypien besteht tatsächlich ein Entartungsrisiko von bis zu 30 %.


    Lass dir deinen histologischen Befund geben! Und hol dir evtl. eine Zweitmeinung ein!

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    10 Tage Duphaston (hatte ich nach ähnlichem Verlauf vor 1 1/2 Jahren schon mal von einem anderen FA verschrieben bekommen und das hatte dann längere Zeit eine anhaltend regulierende Wirkung). Das hat dann nach insgesamt etwas mehr als 3 Wochen Dauerblutung zu einer sehr starken Blutung (Durchbruchblutung) geführt. Ich weiß, dass man sowas (Selbstmedikation) nicht machen darf,

    Dein hormoneller "Jetztzustand" ist vermutlich nicht derselbe wie der vor 1 1/2 Jahren. Deshalb solltest du solche Selbstmedikationen tunlichst unterlassen.


    Die Endometriose oder besser in deinem Fall (Adenomyose = GM-Schleimhaut in der GM-Wand) ist wohl eher eine Vermutung des FA, die weniger durch hormonelle Defizite entsteht, sondern durch minimale Verletzungen der GM-Wand während der Ausschabungen. Diese Verletzungen können zu einer Verschleppung der Schleimhaut in die Muskelschicht führen. Adenomyosis läßt sich nur schwer diagnostizieren. Die Herde müssten schon eine entsprechend Größe haben, um im US darstellbar zu sein.


    Sollten da Endometrioseherde sein, werden die natürlich durch das Östrogen genauso stimuliert wie die Schleimhaut in der GM. Bei fehlendem Progesteron wuchert das Zeug also vor sich hin, bis es irgendwann zu einer Durchbruchblutung kommt.


    Das Goldnetz nützt dir bei Endometriose überhaupt nichts. Damit erreicht man die Endoherde nicht. Es wird nur die Schleimhaut in der GM selbst verdampft. Die Endoherde machen also munter weiter.

    Zitat

    gerne noch einen Versuch mit Progestron-Creme machen, weil die angeblich keine Nebenwirkungen hat?

    Die Creme ist zu schwach, um deine Schleimhaut in Schach zu halten. Viel eher wäre an Progesteron in Kapselform zu denken. Die Kapseln können oral oder vaginal genommen werden. Bei der vaginalen Einnahme wird mehr Progesteron vom Körper aufgenommen als bei oraler Anwendung (first-pass-Effekt entfällt).

    Zitat

    weder Ultraschall noch Zellprobe ergaben etwas auffälliges

    Welche Zellprobe? Von der GM-Schleimhaut wird keine Probe bei der normalen Gyn-Untersuchung entnommen. Es gibt lediglich einen Abstrich vom GMH. Der sagt absolut nichts über die Beschaffenheit des Endometriums aus.

    Ergebnis der Histo: Beim ersten Mal (erste Ausschabung wegen Dauerblutung vor 2 1/2 Jahren) erhielt ich nur die Auskunft: "eindeutig Polyp" und sonst nichts. Hinsichtlich der damaligen Aussage des ausschabenden Chirurgen (der mein jetziger Arzt ist), dass er auf Endo tippt, hat diese FA damals sichtlich die Augen verdreht. Bei der Nachuntersuchung nach der zweiten Ausschabung hieß es zuerst nur "hormonelle Indisponenz, das kann man gut medikamentös behandeln", so dass ich bis zur nächsten Untersuchung, die vorgestern stattfand, also dachte, es sei nun tatsächlich nur eine reine Wechseljahrsgeschichte (Östrogendominanz) und somit diesmal ohne Polyp gewesen. Als ich aber direkt nachfragte, sagte der FA/Chirurg nun, es sei doch einer da gewesen, und weil ich nun aber ja schon wieder eine längeranhaltende Blutung gehabt hätte, sei nun aber wohl davon auszugehen, dass Schleimhaut in das Endometrium eingewandert sei. (Die Sache mit dem Duplasthon hatte ich ihm, weil ich natürlich ein ziemlich schlechtes Gewissen hatte, nicht verraten) Behandlung entweder mit Hormonen (eine Art Pille) oder weil ich das nicht möchte, Gebärmutterentnahme.


    Die Ausführungen zum Thema Endometriose: Für mich war die Begründung im Zusammenhang mit dem diagnostizierten Polyp und der gleich nach Ausschabung erneuten (aber zunächst nur schwachen 3 Wochen langen Dauerblutung – die Abbruchblutung setzte erst nach der Einnahme des Duphaston ein) auch nicht nachvollziehbar, deswegen habe ich ja hier geschrieben.


    Zellprobe: Den Abstrich vom GMH hat er schon bei der vorigen Untersuchung gemacht und die ergab keinen Befund, wortwörtlich "auch keine Vorstufe von Krebs". Aber er hat auch diesmal irgendeine Zellprobe unter dem Mikroskop untersucht, darum dachte ich, er habe eine GM-Schleimhautprobe entnommen. Dass er im Abstand von nur 8 Wochen zweimal den GMH geprüft hat, wäre eigentlich unlogisch, oder?


    Danke für die Ausführungen zur Hyplasie. Werde das mal googlen, damit ich das noch etwas besser verstehe. Ohne zu wissen, was in dieser Histo nun tatsächlich drin gestanden hat (irgendwie zweifle ich auch ein bischen an der Diagnose Polyp) gehe ich zunächst mal davon aus, dass keine oder zumindestens keine Hyplasie mit Atypien vorlag, weil der FA diese andernfalls mit Sicherheit neben der großen Gebärmutter als schlagkräftiges Argument für die Gebärmutterentfernung mit eingebracht hätte, anstatt vorrangig wegen der Endometriose eine Hormonbehandlung zu empfehlen.


    Mir den histologischen Befund geben lassen: wie geht das? Einfach um Herausgabe bitten und kann mir diese evt. aus irgendwelchen Gründen verwehrt werden?

    Was mich auch noch interessieren würde: entstehen Polypen im Zusammenhang mit Progesteronmangel bzw. Östrogendominanz, bzw. inwieweit wirkt sich das Vorhandensein eines Polyps auf den Zyklus aus? Kann der Polyp verursachen, dass die Regel zunächst längere Zeit aussetzt (bei mir waren es diesmal 4 Monate) und danach anschließend zur Dauerblutung führt, bzw. welcher Zusammenhang besteht zwischen Dauerblutung und Polyp, bzw. kann eine durch Polyp ausgelöste Dauerblutung sich dann aber trotzdem wieder durch Progesteron stoppen lassen?

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    entstehen Polypen im Zusammenhang mit Progesteronmangel bzw. Östrogendominanz,

    Ein Polyp ist eine Ausstülpung der GM-Schleimhaut. Hormonelles Ungleichgewicht ist eine der möglichen Ursachen der Entstehung.

    Zitat

    bzw. inwieweit wirkt sich das Vorhandensein eines Polyps auf den Zyklus aus?

    Gar nicht. Er hat keinen Einfluss auf die Hormonproduktion. Die Hormone werden von den Eierstöcken produziert.

    Zitat

    Kann der Polyp verursachen, dass die Regel zunächst längere Zeit aussetzt (bei mir waren es diesmal 4 Monate)

    Nein. Zyklusaussetzer passieren in deinem Alter eher durch fortgeschrittenen Hormonmangel. Vermutlich hast du schon länger keine Eisprünge mehr.


    Fehlende Eisprünge führen bei vielen Frauen zunächst zu Zyklusverkürzungen, später zu immer längeren Aussetzern der Blutungen. Diese Aussetzer bedeuten aber nicht, dass deine ES so gar nichts mehr tun. Evtl. war die Östrogenproduktion so schwach, dass die Schleimhaut sich nur langsam, auf die Dauer der Zeit betrachtet aber doch zu hoch aufgebaut hat. Irgendwann kann der Körper die Schleimhaut nicht mehr ernähren und es kommt zur Durchbruchsblutung.

    Zitat

    und danach anschließend zur Dauerblutung führt, bzw. welcher Zusammenhang besteht zwischen Dauerblutung und Polyp,

    Polypen können Dauerblutungen auslösen, die unabhängig vom zyklischen Geschehen ablaufen. D.h. Obwohl du blutest, kann weiterhin Schleimhaut aufgebaut werden. Ein Polyp verschwindet selten von alleine. Er hängt praktisch an einem Stiel.

    Zitat

    bzw. kann eine durch Polyp ausgelöste Dauerblutung sich dann aber trotzdem wieder durch Progesteron stoppen lassen?

    Nein.

    Zitat

    Bei der Nachuntersuchung nach der zweiten Ausschabung hieß es zuerst nur "hormonelle Indisponenz, das kann man gut medikamentös behandeln", so dass ich bis zur nächsten Untersuchung, die vorgestern stattfand, also dachte, es sei nun tatsächlich nur eine reine Wechseljahrsgeschichte (Östrogendominanz) und somit diesmal ohne Polyp gewesen. Als ich aber direkt nachfragte, sagte der FA/Chirurg nun, es sei doch einer da gewesen, und weil ich nun aber ja schon wieder eine längeranhaltende Blutung gehabt hätte, sei nun aber wohl davon auszugehen, dass Schleimhaut in das Endometrium eingewandert sei.

    "Hormonelle Indisponenz" ist keine klare Aussage zum Zellbild des ausgeschabten Materials. Ein Pathologe beschreibt aber die untersuchten Zellen. Ich denke, es handelt sich bei diesem Ausdruck eher um eine Zusammenfassung deines FA.


    Zudem erscheint mir dein FA nicht sonderlich kommunikativ. Warum hat er dir den histologischen Befund nicht wenigstens vorgelegt? Ich musste meinem FA den Histobericht sogar als gegengelesen unterschreiben.

    Zitat

    (Die Sache mit dem Duplasthon hatte ich ihm, weil ich natürlich ein ziemlich schlechtes Gewissen hatte, nicht verraten)

    Das ist ganz schlecht. Wie soll der Arzt deine Probleme medizinisch objektiv beurteilen, wenn du ihm eine so wichtige Sache verschweigst?

    Zitat

    Behandlung entweder mit Hormonen (eine Art Pille)

    Vermutlich hochdosierte Gestagentherapie, um das Wachstum der Schleimhaut zu verhindern und die, evtl. vorhandenen, Endoherde zum "Eintrocknen" zu bringen.

    Zitat

    Mir den histologischen Befund geben lassen: wie geht das? Einfach um Herausgabe bitten und kann mir diese evt. aus irgendwelchen Gründen verwehrt werden?

    Du bestehst einfach auf Aushändigung einer Kopie der Histologie. Der Arzt darf dir die Herausgabe nicht verweigern. Es könnten lediglich Kopierkosten von dir verlangt werden.

    Zunächst mal vielen Dank für die ausführliche Antwort und ja, ich werde mir auf jeden Fall noch eine weitere Meinung einzuholen. Da ich in den vergangenen 2 1/2 Jahren insgesamt schon mit 4 verschiedenen Ärzten Kontakt hatte und ich mich für diesen weiteren Besuch diesmal so gut wie möglich vorbereiten/informieren möchte, werde ich auf jedem Fall auch diese Histo (sowie auch die Histo vom ersten Mal!) besorgen, damit man mich mit Hinblick auf ein volles Wartezimmer (und nach stundenlangem Warten) nicht mehr mit kurzen oder allgemeinen Auskünften abspeisen kann.


    Du scheinst dich wirklich richtig gut auszukennen und hast mir damit sehr geholfen, die Zusammenhänge weitgehend verstehen. Vielleicht kannst du mir also auch zu folgendem Sachverhalt noch ein paar Antworten geben:


    Als ich vor 2 1/2 Jahren zum erstenmal einen Aussetzer mit anschließender Dauerblutung hatte, hat die damalige FA mich wegen Verdacht auf Polyp (sie konnte ihn wegen hoch aufgebauter Schleimhaut wohl nicht sehen) zur Ausschabung geschickt. 2 Tage vor der OP-Voruntersuchung setzte dann dann eine (wie ich heute weiß) Durchbruchblutung ein, so dass das meiste bereits vor der Untersuchung abgeblutet war, aber der OP-Arzt hat dann weder bei der Voruntersuchung noch direkt nach der Ausschabung etwas von einem Polyp sagte, sondern mir erklärte, dass er auf Schokoladenzysten bzw. Endometriose tippt. Trotzdem ergab die Histo dann laut der FA eindeutig den Befund "Polyp".


    Dieses mal, also 2 Jahre später (dank Duplasthon nach einer längere Phase ohne Auffälligkeiten) hab ich mir dann, als die Blutung nach 4 Wochen immernoch nicht aufhören wollte, gleich einen Termin beim OP-Arzt geholt, musste aber, weil ich kein Notfall war (nur leichte Blutung) noch 3 Wochen warten. Und tatsächlich, diesmal erkannte dieser gleich bei der Erstuntersuchung trotz hoher Schleimhaut einen Polyp und machte sofort eine weitere Ausschabung … die Aussage bei der Kontrolluntersuchung lautete dann jedoch "hormonellen Indisponenz, das weiß man jetzt, – die kann man gut medikamentös behandeln". Erst diese Woche, also weitere 8 Wochen später und auch nur auf Nachfrage erklärte er mir nun, dass laut Histo wieder ein Polyp festgestellt wurde.


    Nun meine Fragen hierzu:


    1. Welche Erklärung gibt es, dass die Histo vor 2 1/2 Jahren einen Polyp ergab, obwohl der OP-Arzt diesen nicht diagnostizieren konnte? 2. Wie erklärt es sich, dass derselbe Arzt den Polyp diesmal aber sogar trotz hoch aufgebauter Schleimhaut per Ultraschall erkennen konnte? 3. Wird bei die histologischen Untersuchung auch eine Bestimmung der Hormonwerte gemacht?


    Was ich dann noch zu deinen Ausführungen antworten wollte:


    Ja "hormonelle Indisponenz" ist keine klare Aussage zum Zellbild – das war ja der Grund, weshalb ich diese Aussage im Zusammenhang mit meinen körperlichen Beobachtungen im Vorfeld der Ausschabung zunächst so gedeutet hatte, dass diesmal eben tatsächlich kein Polyp vorhanden war, denn auch die von dir beschriebene Zyklusverkürzung besteht schon seit vielen Jahren, und in der Zeit vor dem letzten "Aussetzer" wurden die Abstände dann aber wieder länger und die Blutungen dafür aber immer noch schwächer, so dass ich schon fast dachte, dass "es" nun zuende geht. Auch sonst fühlte sich manches nach Menopause an, plötzlich auftretende Gelenkprobleme und regelrechte Kraftlosigkeit, obwohl ich regelmäßig mindestens 2 mal wöchentlich konditionell anspruchsvolles Training machte/mache … im April dann aber hatte ich einen deutlich spürbaren Hormonschub, der sich mit einem Scheidenpilz und wochenlangen dicken Kinnpickeln, aber auch einem plötzlichem Kraftzuwachs sicht- und spürbar bemerkbar machte. 14 Tage nach dem Pilz dann erstmals nach 4 Monaten wieder eine normale Regelblutung und kurz danach eben diese Blutung, die zunächst nur sehr schwach und kaum als solche bezeichnet werden konnte, aber trotzdem halt nicht aufhören wollte und zum Schluß in einer hoch aufgebauten Schleimhaut endete.

    Ich finde es gut, dass du dich auf das nächste Arztgespräch vorbereiten willst. So handhabe ich das auch. Und meiner Erfahrung nach sind die Ärzte sogar froh darüber, wenn jemand gezielte Fragen stellt (nicht nur im Bezug auf meine persönliche Geschichte – hab einen Angehörigen mit tödlichem Krankheitsverlauf bei Arztbesuchen begleitet und bin letztendlich sogar mehrfach gefragt worden, ob ich vom Fach bin. Bin ich nicht, aber die Gespräche gestalteten sich auf Grund meiner Informationen auf einer anderen Ebene. Ich konnte bis zu einem gewissen Grad mitreden).


    In der Medizin ist es wie in jedem anderen Beruf auch – wenn du "in der Materie steckst", gehen "Kleinigkeiten" schlicht unter. Als Patient stolpert man anfangs allein schon über die Fachbegriffe. Ich hab mir deshalb angewöhnt, die Fachbegriffe gesichterter Diagnosen als erstes zu googlen, danach dann Therapieoptionen usw. Dazu muss der behandelnde Arzt natürlich auch alle Informationen "auf den Tisch legen".


    Deine Geschichte liest sich bis zu einem gewissen Punkt meiner sehr analog -> zuerst verkürzte Zyklen, später wieder Verlängerung mit dem Eindruck insgesamt schwächer werdender Blutungen, Ausetzer, Schmierblutung, Durchbruchsblutung. Einziger Unterschied: Ich habe mich zwischen Aussetzer und Schmierblutung sterilisieren lassen.


    Zu deinen Fragen:

    Zitat

    1. Welche Erklärung gibt es, dass die Histo vor 2 1/2 Jahren einen Polyp ergab, obwohl der OP-Arzt diesen nicht diagnostizieren konnte?

    Polypen können sich unter der Schleimhaut verstecken, wenn sie sehr klein sind. Ich hatte ebenfalls einen Polyp, der weder im US noch unter der Sicht des Hysteroskops während der Ausschabung erkennbar war. Erst der Pathologe fand ihn.


    Daraus ergibt sich die Antwort auf

    Zitat

    2. Wie erklärt es sich, dass derselbe Arzt den Polyp diesmal aber sogar trotz hoch aufgebauter Schleimhaut per Ultraschall erkennen konnte?

    Dieses Mal war er wahrscheinlich wesentlich größer oder die Schleimhaut an DIESER Stelle nicht so dick, dass er sich verstecken konnte. Die Schleimhaut ist nicht im gesamten Bereich gleichmäßig dick während sie abblutet, sonst würde man ja alle Koagel mit einem Mal abstoßen. Die Koagel bestehen nicht nur aus Blut, sondern enthalten Anteile von Schleimhaut (bei zu viel Schleimhaut ist das nicht gerade wenig)

    Zitat

    3. Wird bei die histologischen Untersuchung auch eine Bestimmung der Hormonwerte gemacht?

    Nein. Hormonwerte werden durch Bluttest ermittelt, idealer Weise in Abhängigkeit vom Zyklus. Allerdings gestaltet sich das schwierig während der Wechseljahre, weil die Situation in jedem Zyklus ganz anders aussieht und Eisprünge eh immer seltener werden. Du hast ja anhand deiner Beschwerden bemerkt, dass da zwischendurch schon mal ein Hormonloch war.

    Zitat

    im April dann aber hatte ich einen deutlich spürbaren Hormonschub, der sich mit einem Scheidenpilz

    Der Scheidenpilz hätte eigentlich eher in die Zeit vor dem Hormonschub gepasst, weil die Schleimhäute trockener werden. Du könntest zur Vorbeugung Vaginalkapseln mit Milchsäure probieren.


    Ich hatte bisher nur ein einziges Mal einen Pilz, bedingt durch Sommerhitze und extreme psychische Anspannung.

    Zitat

    "hormonellen Indisponenz

    Die hormonelle Indisponenz ist schon klar, sonst würdest du ja nicht so viel Schleimhaut aufbauen. Progesteron als Gegenspieler der Östrogene fehlt und so baut sich immer mehr auf, solange genug Östrogen produziert wird.


    Schreib dir vor deinem nächsten Arztbesuch alle deine Fragen auf! So kannst du nichts vergessen und systematisch abarbeiten bis du alles verstanden hast. Das ist die wichtigste Grundlage für dich, eine Entscheidung, in welcher Form auch immer, treffen zu können :)*

    Ja, genau so ist es: der Arzt weiß zwar viel, aber im Rahmen der 15-Minuten-Einheit hat er nicht die Zeit, alles, was im Einzelfall vielleicht wichtig wäre, zu erklären – vor allem so zu erklären, dass man dann auch alles versteht. Aber selbst wenn er das könnte und wollte, dann wäre widerum ein Großteil der Patienten damit überfordert, bzw. letztlich doch einfach damit zufrieden, dass sie egal was, aber doch irgend etwas verschrieben kriegen was das Problem aus der Welt schafft. Die gängige Methode bei Fällen wie meinem: Hormone oder Gebärmutterenfernung. Aber beides gefällt mir nicht. Überall steht: Wechseljahre sind ein natürlicher Vorgang, auch monatelange Blutungen nichts außergewöhnliches … aber mehrfach auftretende Polypen gehen mit einem erhöhtem Risiko für Endometriumkrebs einher. Von letzterem hat mein jetztiger Arzt aber kein Wort erwähnt, obwohl es doch ein schlagkräftiges Argument für die Gebärmutterentfernung wäre, und er davon auch erst angefangen hat, als ich das mit der Hormontherapie nicht wollte und dann auch nur die Größe der Gebärmutter als Argument ins Feld führte … ein weiterer Grund, weshalb ich insgeheim und nach allem was ich in letzter Zeit so gelesen habe, einfach nicht wirklich glauben möchte, dass bei mir tatsächlich schon zwei Mal solche Teile gewachsen sind und mich frage, ob es tatsächlich sein kann, dass Ärzte sowas sagen, auch wenn es gar nicht stimmt? - Denn auch das möchte ich eigentlich auch nicht glauben … na ja, wenn ich die Histo-Berichte habe, werde ich es wissen.


    Du schreibst, dass dein Fall sich meinem sehr ähnlich liest: hattest du auch einen/mehrere Polypen oder welche Diagnose hattest du?

    Jetzt muss ich erst noch mal sortieren.


    Vor der ersten Abrasio hat der Arzt den Polyp im US nicht gesehen, ihn aber nach Erhalt der Histo erwähnt! Richtig?


    Vor der 2. Abrasio hat er ihn im US gesehen. Hat er ihn dir nicht auf dem Monitor gezeigt? Oder woher weißt du jetzt, dass er ihn schon vor der Abrasio gesehen hat?


    Versteh mich nicht falsch, aber ich bin es von meinem FA gewöhnt, dass er mir erklärt, was auf dem Bildschirm zu sehen ist. Er zeigte mir auch, wie hoch meine Schleimhaut aufgebaut war, bevor er mich als Notfall zu Abrasio schickte.

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    ein weiterer Grund, weshalb ich insgeheim und nach allem was ich in letzter Zeit so gelesen habe, einfach nicht wirklich glauben möchte, dass bei mir tatsächlich schon zwei Mal solche Teile gewachsen sind

    Ich glaube, da ist dein Wunsch der Vater des Gedanken. Genauso wie sich innerhalb weniger Wochen erneut zu viel Schleimhaut aufbauen kann, können auch Polypen immer wieder entstehen, weil sie Ausstülpungen eben dieser Schleimhaut sind.


    "Es gibt Frauen, die gehen 3x im Jahr zu Abrasio:" – O-Ton meines FA nach meiner Ausschabung. Und ich wäre die ideale Kandidatin für die Erfüllung dieser 3x gewesen -> wurde mir ein paar Wochen später bewusst.

    Zitat

    hattest du auch einen/mehrere Polypen oder welche Diagnose hattest du?

    Ja, das hab ich bereits erwähnt ;-) Schau mal in meinen vorhergehenden Beitrag!


    Diagnosen hatte ich letztendlich reichlich. Ich müsste in meinen letzten OP-Bericht gucken, um alle wiederzugeben.

    Zitat

    Überall steht: Wechseljahre sind ein natürlicher Vorgang,

    Dem stimme ich zu.

    Zitat

    auch monatelange Blutungen nichts außergewöhnliches …

    Diesem aber nicht. Und das würde auch nie ein seriöser Arzt behaupten. Blutungen, die länger als 10 Tage dauern, gehören abgeklärt. Es geht dabei nicht nur um den hohen Blutverlust, der zu Eisenmangel mit vielen unschönen Symptomen führt, sondern um die Früherkennung von Veränderungen, die im schlimmsten Fall unbehandelt, Jahre später zum Endometriumkarzinom führen können. Es ist die häufigste maligne Erkrankung des Genitaltraktes bei der Frau. Quelle Wer also der Meinung ist, Dauerblutungen, die von zu hoher Schleimhaut ausgelöst sind, unbehandelt aussitzen zu müssen, spielt Russisch Roulette. ??Was für ein Satz??

    Stimmt, vor der ersten hat er es nicht gesehen, oder falls doch, es zumindestens mit keinem Wort erwähnt, seine Diagnose lautete bereits damals und nachdem er die Abrasio ausgeführt hatte: "Endometriose". Er untersuchte mich, nachdem mich die damalige FA wegen hoch aufgebauter Schleimhaut, aber nur mit Verdacht auf Polyp zur Abrasio überwiesen hatte. Da ich mit der FA im Anschluss "Probleme" hatte und außerdem wusste, dass länger andauernde Blutungen generell per Abrasio abgeklärt werden, hab ich diesmal gleich einen Termin beim OP-Arzt geholt … er hat mir dann weder die hoch aufgebaute Schleimhaut noch den Polyp gezeigt – er hat es nur gesagt. Aber ich muss zugeben, dass ich diese Diagnose in diesem Moment weder angezweifelt noch per Bild bewiesen haben wollte, erstens weil ich ihm vertraut habe, zweitens durch den Wind war und drittens mir darüber bewusst war, dass der Grund der Dauerblutung (die länger als 10 Tage angedauert hat) so oder so per Abrasio abgeklärt werden muss und es darum keine Rolle spielt, was er nun sieht oder auch nicht sieht. "Wunsch Vater des Gedankens": da ist sicher was dran, aber:


    als ich ein halbes Jahr nach der ersten Ausschabung erneut eine Dauerblutung hatte und in heller Panik den Vertretungsarzt (es war zwischen Weihnachten und Silvester) aufsuchte, hielt dieser mir einen Vortrag über Wechseljahre und erklärte mir, dass das in meinem Alter völlig normal sei … und dann eben noch diese Aussage des Abrasio-Arztes bei der Kontrolluntersuchung nach der aktuellen Ausschabung, die lediglich "hormonelle Indisponenz" lautete – jedoch: die Einsicht der Histo-Berichte wird Klarheit schaffen, also brauchen wir bzw. ich darüber nicht weiter spekulieren. Bisher war ich halt nicht mutig genug um Einsicht zu bitten … Zu deiner Geschichte: dass du auch Polypen hattest, hast du eigentlich so nicht geschrieben, nur das deine Geschichte der meinen ähnlich sei, – oder? Du wärest die ideale Kandidatin für 3malige Abrasio jährlich gewesen: was bedeutet das? Hast du dir die Gebärmutter entfernen lassen – und wenn ja, welche Gründe haben dazu geführt?

    Zitat

    Aber ich muss zugeben, dass ich diese Diagnose in diesem Moment weder angezweifelt noch per Bild bewiesen haben wollte

    Es ging mir bei meinen Fragen ganz sicher nicht um Misstrauen, sondern einfach die Informiertheit, die ich für sehr wichtig halte, selbst wenn man im Vorfeld weiß, was auf einen zukommt.

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    Zu deiner Geschichte: dass du auch Polypen hattest, hast du eigentlich so nicht geschrieben, nur das deine Geschichte der meinen ähnlich sei, – oder?

    Doch, hatte ich.

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    Ich hatte ebenfalls einen Polyp, der weder im US noch unter der Sicht des Hysteroskops während der Ausschabung erkennbar war. Erst der Pathologe fand ihn. silberbraut 11.10.13 21:28 Uhr

    Zwischen meiner Abrasio (mit Hyperplasieverdacht) und der Hysterektomie lagen 8 Wochen. Die Histologie der entnommenen GM zeigte eine Hyperplasie, die zum Zeitpunkt der Ausschabung noch nicht vorhanden war. Sie hatte sich also innerhalb kurzer Zeit entwickelt.


    Von daher war ich froh, dass ich im Vorfeld meiner Entscheidung zur großen OP, alle Therapiemethoden gegeneinander abgewogen hatte.


    Eine hormonelle Behandlung war mir bezüglich meine Blutdrucks zu risikoreich – meine ersten Erfahrungen mit Hypertonie habe ich über 20 Jahre zuvor unter der Pille gemacht.


    Eine Endometriumablation lehnte ich für mich selber ab. Grundgedanke dabei war:


    Wenn ich das Endometium ablatieren lassen, stehen die Hormone meinem Myom zur Verfügung. Die Folge wäre ein Wachstumsschub. Diesen Schub bekam mein Myom übrigens bereits nur durch die Abrasio. Es dauerte etwas länger als 4 Wochen bis sich überhaupt wieder Schleimhaut bei mir aufbauen konnte. Das hat gereicht, um das Myom von 3 auf 4,5 cm wachsen zu lassen.


    Ich bin kein Mensch für Salalami-Taktik, denn genau das hätte es bedeutet, wenn ich alle meine Befunde einzeln bekämpft hätte. Deshalb die Entscheidung zur HE – eine der besten meines Lebens.


    Die genannten Gründe sind nur die allerwichtigsten (zudem sind sie halbwegs objektivierbar). Es gab noch eine ganze Reihe subjektiver Gründe, die ich aber nicht ausführen möchte.


    Eine kurze Anmerkung noch zu deiner Abneigung gegen Hormoneinnahme:


    Du hast bereits 2 x Duphaston genommen. Der Wirkstoff dieses Medikaments gehört zu den Gestagenen – also ein, in dem Falle, synthetisches Hormon – um einiges wirksamer als natürliches Progesteron. Du hast es definitv nicht grundlos bekommen. Man nennt diese Form der Therapie "hormonelle Ausschabung". Der Nachteil dabei ist, man bekommt keine Histologie.

    Ergebnis der Histo:


    1. Zervixabradat: ... "keine Schulterbildung und kein kribiformes oder atypische Zellwachstum vorhanden. Ohne morphologisch fassbaren pathologischen Befund.


    2. Korpusabradat: (nach einer Beschreibung der Zellen) "keine Atypien nachweisbar und kein kribiformes Wachstum ersichtlich. Schleimhaut mit unregelmäßiger Proliferation und unterwertiger Sekretion, sowie Zeichen der Abbruchblutung"


    Im ganzen Text nirgens ein Wort das in Richtung Polyp oder Hyperplasie deutet. Oder? Heißt also soviel, dass alles rein hormonell bedingt war?


    Hab außerdem zwischenzeitlich den Progesteronwert bestimmen lassen:


    dieser lag nach Duphlaston (21.9. bis 31.9) am 16.10. bei grade mal 0,3 ng/l – leider hat mein Arzt Östradiol und FSH nicht mitbestimmt – kann ich trotzdem irgendwelche Erkenntnisse aus diesem Wert ziehen?

    Zitat

    Im ganzen Text nirgens ein Wort das in Richtung Polyp oder Hyperplasie deutet. Oder? Heißt also soviel, dass alles rein hormonell bedingt war?

    Ja, natürlich ist dein Problem hormonell bedingt, sonst hättest du keine zu hoch aufgebaute Schleimhaut gehabt.

    Zitat

    Schleimhaut mit unregelmäßiger Proliferation

    D.h. soviel wie unmittelbare Vorstufe zur zystisch-glandulären Hyperplasie. Deine Schleimhaut ist also nicht gleichmäßig sondern unregelmäßig aufgebaut. Quelle

    Zitat

    unterwertiger Sekretion

    Das dürfte der Hinweis auf den Progesteronmangel sein.

    Zitat

    Hab außerdem zwischenzeitlich den Progesteronwert bestimmen lassen:


    dieser lag nach Duphlaston (21.9. bis 31.9) am 16.10. bei grade mal 0,3 ng/l

    Duphaston enthält als Wirkstoff ein synthetisches Gestagen. Das ist nicht identisch mit dem körpereigenen Progesteron, ist also auch nicht als solches nachweisbar. Dieses künstliche Gestagen hat keinen Einfluss auf deinen körpereigenen Progesteronspiegel. Du kannst also mit Duphaston zwar den Schleimhautaufbau bremsen, aber nicht dein eigenes Progesteron erhöhen.


    Eine Erhebung des Progesteronspiegels an Zyklustag 15 oder 16 ist im Übrigen sinnfrei. Idealer Weise testet man auf dieses Hormon zwischen dem 21. und 23. Zyklustag.