Wechseljahre - alles wird anders?

    Veränderung des Körpers! Wie kommt ihr damit klar, dass sich euer Körper verändert? Zum Beispiel - die Schamlippen werden dünner, oder man bekommt kleine Grießpickelchen auf den Schamlippen. Ich schäme mich entsetzlich deswegen. Ganz zu schweigen von dem Haarausfall und den Altersflecken :-( Wie lerne ich damit zu leben?

  • 32 Antworten

    Naja....

    ....Perlhuhn, also der Zustand meiner Schamlippen beunruhigt mich nun wieder weniger ;-) - ich finde es eher anstrengend, durch diverse Missempfindungen wie z.B. Schweissausbrüche, Hitzewallungen oder unerwartet heftige Blutungen quasi 'auf mich selber' zurückgeworfen zu werden! In einer Zeit, wo ich eigentlich so ganz zufrieden bin/war und garkeine Lust hab, mich mit diesen Dingen näher zu beschäftigen. Weil es genug Aufgaben gibt, die ich erledigen muss z.B.... Wie ich damit lebe? Ich übe täglich, es als Teil von mir und Teil vom Leben zu akzeptieren :p> . Kein Grund zur Panik!

    @ :)

    Von Vogel zu Vogel...

    Liebes Perlhuhn!


    Die Grauamsel hat die Wechseljahre schon hinter sich und denkt, dass DU damit erst anfängst und deshalb die vielen kleinen Zeichen der Veränderung (=Wechsel) besonders sensibel wahrnimmst.


    SCHÄMEN sollst Du Dich ganz bestimmt nicht über diese Zeichen - sage Dir immer wieder, dass Altwerden keine Krankheit ist, sondern ein "soziales Schicksal".


    Ich schreibe Dir nun auf, was MIR geholfen hatte, damals, als der grosse Wechsel spürbar wurde. Vielleicht hilft das Eine oder Andere auch DIR, wer weiss.


    Zum Glück kenne ich ein paar grossartige, sehr alte Frauen und begann schon lange damit, "darauf hinzuarbeiten", dass ich ähnlich wie sie werde. Diesen Frauen sieht man ihr langes Leben an an "ihrer Hülle", aber die Augen sind jung geblieben und die Seelen auch. Diese Frauen sind aufgeschlossen Neuem gegenüber und sagen nicht ständig, dass "früher alles besser war". Diese Frauen haben eine grosse innere Weisheit und Stärke, haben den Humor behalten - allen Widerwärtigkeiten zum Trotz, die ein langes Leben mit sich bringt. Sie haben viel Freude und viel Leid erlebt und durchgestanden - das hat sie gelassen gemacht.


    Also: an seiner Person arbeiten ist gut für's Altern!


    Ich pflege mich besonders liebevoll und sorgfältig. NIE gehe ich struppig oder "vernachlässigt" aus dem Haus. Was bei jungen Frauen eine Art "schlampiger Charme" ist, wirkt bei älteren Frauen eklig und ungepflegt. (Aber ich will nicht Make-up und Liftereien das Wort reden. NIE würde ich mich liften lassen. Ich färbe auch meine Haare nicht - sie sind naturgrau und vorher waren sie naturkastanienbraun.)


    Also: (um bei den Vögeln zu bleiben) kein "hässliches Entchen" werden und kein stolzer Pfau, sondern ein herziges Perlhühnchen bleiben oder eine graue Amsel...


    Jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, habe ich viel mehr Zeit für mich und pflege meine Interessen, die sehr lange vernachlässigt werden mussten. Ab und zu hüte ich die Enkel - aber nicht als "Kinderaufbewahrung", sondern setze mich mit ihnen sehr intensiv auseinander. Es sind 7 Jungen und Mädchen von 10Mon. - 12Jahren. Die Enkel erhalten auch jung im Geiste.


    Also: Kontakt zu jungen Menschen behalten.


    Ich habe Glück mit meinem Märchenprinzen: auch nach 38 Ehejahren ist er immer noch ein solcher! DIR wünsche ich von Herzen, dass auch Du in einer guten Partnerschaft lebst - dass Du mit Deinem Märchenprinzen zuerst älter und dann alt wirst.


    Übrigens: nur wer lange lebt, wird auch alt! Eigentlich ist alt werden ein Geschenk! DAS ist meine persönliche Auffassung, denn ich war dem Tod schon 2mal näher als dem Leben - und bin deshalb ganz besonders dankbar, wenn ich wieder mal Geburtstag feiern darf.


    Kannst Du mit meinen Gedanken etwas anfangen? Wenn nein, einfach ignorieren.


    Liebe Grüsse von der Grauamsel - die immer noch singt. (JAJA, ich weiss, nur die Männchen singen... Nehmen wir das ornithologisch nicht so genau!)

    Vielleicht heißt Wechseljahre auch: Sich von den Eitelkeiten ein wenig zu verabschieden und sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren?


    Das heißt nicht, dass frau sich gehen lassen muss und jedes Kilo akzeptiert, dass sich am Bauch oder an den Schenkeln festsetzt. Ich stehe auch ab und zu vorm Spiegel und bin nicht zufrieden, mit dem was ich sehe. Dann hadere ich mit mir und überlege, ob ich vielleicht wieder anfange zu rauchen, um weniger zu essen. Aber dieser Zustand währt (Gott sei Dank) nicht lange. Vielleicht passe ich nicht mehr in die halbhohen Jeans von H&M oder New Yorker, aber dafür habe ich jetzt eine Freiheit und Selbstsicherheit, die meine Tochter (die jetzt gerade in die Pubertät kommt und ihre Frauenrolle sucht) erst noch erfahren muss.....

    Grauamsel und @ all

    Vielen Dank für die Antworten, vor allem an Grauamsel. Hast du sehr schön und bildlich beantwortet. Spielt denn der Kopf immer mit? Ich bin schon länger in den Wechseljahren und das Geschwitze zehrt auch sehr an meinen Nerven, ich bin nervös und irgendwie nicht mehr ich selber. Ich habe einen sehr guten Mann, wir sind auch schon lange verheiratet, ich kann mich stets auf ihn verlassen und ich weiß, dass er mich so liebt, wie ich gerade bin. Dennoch -irgendwie geht mir das an die Substanz, nicht mehr so auszusehen wie früher. Ich meine weniger die grauen Haare oder die Falten, sondern die Geschlechtsteile. Ich bilde mir ein, nicht mehr attraktiv genug für meinen Mann zu sein und deshalb gibts auch keinen Sex mehr, ich habe , davon abgesehen, auch keine Lust mehr, sie ist gänzlich verschwunden.


    Vielleicht werde ich deine Worte einfach mal in meinem Kopf verinnerlichen, feststecken und gut einprägen. Ich bin nächsten Monat wieder beim Gynaekologen, der wird mir sicher auch etwas empfehlen können.


    Vielen Dank für die Antworten.


    Perlhuhn

    Perlhühnchen, Du fragst---

    --- ob der Kopf mitspielt. Ja, meistens tut er das - mehr oder weniger gut.


    Meine Freundinnen sagen, dass ich ein "grosses Kind" bin oder ein "altes Mädchen" und beneiden mich um meine "Einfalt". Ich selber bin der Meinung, dass mir von einer guten Fee ein paar unschätzbare Gaben in die Wiege gelegt wurden: ich habe grosses Vertrauen in das Leben an sich, sehe in jedem Menschen erst mal das Gute und bin mit grosser Geduld gesegnet. "Warten" musste ich nie lernen, das habe ich immer schon gekonnt.


    Diese "Grundausstattung" hilft mir sehr in meinem Leben, das nie einfach war und vom Gesundheitlichen gesehen nie ganz gesund.


    Zum Glück neige ich nicht zu Depressionen, denn ich weiss, dass viele Wechseljahrfrauen davon betroffen sind.


    Unter Hitzewallungen habe ich zeitweise SEHR gelitten - und manchmal kommen auch jetzt noch "so Schübe" vor. Manchmal, wenn ich wieder mal fast verglühe, denke ich, dass jetzt wohl ganz viel "alter Mief" "verbrennt" und ich frei werde davon und offen für Anderes. Dann hoffe ich, dass in dem "Anderen" möglichst wenig dabei wird, das eines Tages zu "Müll" wird.


    Wolffen schreibt etwas GANZ WICHTIGES: frau sollte sich von den Eitelkeiten verabschieden und sich auf das Wesentliche konzentrieren! DANKE für diesen Gedanken!


    Wie heisst es doch bei St.Exupéry: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.


    Da wären wir auch beim Zwischenmenschlichen; Du schreibst, dass es wegen Deiner veränderten Intimlandschaft keinen Sex mehr gibt und Du auch keine Lust darauf mehr hast.


    Ich kann mir das kaum vorstellen, Du schreibst, dass Du einen lieben Mann hast, der Dich SO liebhat, wie Du bist. Im Übrigen sind seine Privatsachen sicher auch ein bisschen anders aussehend als damals, wo Du ihnen kennengelernt hast.


    Auch Dein Schatz altert - Du siehst das vielleicht nicht, weil Du ihn liebhast. Deshalb sieht ER das auch nicht, weil ER Dich liebt.


    Lass' Dich drauf ein; lass' Dich verführen - so, wie immer - dann kommt sicher die Lust auch wieder. Nicht mehr so wie "früher", halt anders, langsamer, ruhiger - aber auch erfüllend.


    Liebe, grauamslige Grüsse

    Ja, da habt ihr recht...

    ...mit den Eitelkeiten, von denen wir uns verabschieden sollten, mit dem, was die Liebe mit unseren Augen macht und der Gelassenheit und Selbstsicherheit, die 'unser' Alter von dem davor unterscheidet!


    Was ich toll dran finde, sind die Erfahrungen, die wir gemacht haben und die uns in manchen Situationen entspannter sein lassen.


    Andererseits - glücklich die, die eine so feste und erfüllende Partnerschaft hat - für Aussenstehende werden wir genauso älter wie all die, die um uns herum sind. Und ich tu mich hart, das 'unsichtbare' Alter auf mich zukommen zu sehen, das, in dem frau kaum noch auffällt oder beachtet wird, weil sie nicht mehr interessant genug ist.


    Und ich grübel über so Fragen nach wie: ab wann zieht frau denn nun keine Jeans mehr an? Und wieso denn nicht? Ich hab IMMER welche getragen - was jetzt? Hm.... Ich kämpfe gegen den 'Ältere-Frauen-Standard-Haarschnitt'. Eitelkeit? Nö. Eher Umdefinierungsphase. Wirklich eine zweite Pubertät. Wie anstrengend


    *:)

    zweite Pubertät...

    ... ja, Tine, das hat was!


    Jeans... ich selber besitze schon seit Jahren keine Röcke mehr, trage entweder Pulli und Jeans oder Bluse und Jeans. Schwarze Edeljeans mit selbstgemachter Seidenbluse ins Konzert; alte, gut eingewohnte Jeans mit Pulli zum Radfahren und Wandern. Bin ein Naturkind. Alle anderen "Stile" oder "Moden" wären für mich eine "Verkleidung", in der ich mich nicht wohlfühlen würde.


    Und DA liegt, glaube ich, der springende Punkt: auch während und nach den Wechseljahren sollte frau DAS tragen, worin sie sich wohl fühlt - dann kommt sie "echt" rüber.


    Und weil ich ab und zu schwitze wie eine Bärin, trage ich ausschliesslich Naturfasern. Da können all die Kunstfasern noch so schön leuchten und glitzern - ich würde mich darin wie in einer privaten Sauna fühlen. Also lass ich's.


    Grauamsel

    Ach ja - und was das unsichtbare Alter betrifft: Manchmal tut es mir auch weh, dass ich als Frau immer weniger wahrgenommen werde. Aber dann frage ich mich , warum mir das weh tut und warum ich mich eigentlich von der Meinung anderer bzw. fremder Leute so abhängig mache. Und da kommt dann wieder die Eitelkeit ins Spiel von der ich versuche mich langsam aber sicher zu verabschieden. Ich kenne Frauen jeden Alters, die eine ganz selbstverständliche Weiblichkeit ausstrahlen, weil sie sich ihrer selbst ganz bewusst sind. Und wenn ich mir sie ansehe, dann weiß ich, dass ich vielleicht schon den einen oder anderen guten Ansatz habe, aber trotzdem noch ein weiter Weg vor mir liegt.....

    Jaaaaa, Wolffen!

    - hast ja soooo was von recht, betreffend der "ganz selbstverständlichen Weiblichkeit".


    Wir sollten nie unsere inneren Werte vergessen - uns unseres Wertes bewusst sein. Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun.


    Wir haben uns im Laufe der Jahre so Vieles angeeignet an Erfahrungen und Erlebnissen, die uns zu dem geformt haben, was wir sind. Seien wir stolz darauf, dass wir keine "unbeschriebenen Blätter" mehr sind und uns nicht mehr "winden" oder "verbiegen" müssen für andere: STEHEN WIR ZU UNS!


    Strahlen wir unsere selbstverständliche Weiblichkeit aus, werden wir auch wieder wahrgenommen - über DAS, was wir an innerem Reichtum und Schönheit zu bieten haben. Da macht es nichts, wenn die Hülle ein bisschen zerknittert ist und der Grauschleier auf den Haaren liegt.


    Gruss von der grauen Amsel

    Baerlichen: Also zurzeit gehen mir auch wieder mehr Haare aus (merke das an der Menge in der Bürste), aber ich habe festgestellt, dass es im Herbst und auch im Frühjahr generell so ist. (zumindest bei mir) Ich kann es zwar nicht beweisen, glaube aber, das hängt bei uns noch aus Urzeiten in den Genen und es findet ein Wechsel zwischen Sommer- und Winterfell statt. Dieses Priorin ist, wenn ich das richtig verstehe eine Art Nahrungsergänzungsmittel - oder?