erfahrener Chirurg (Wien) Alveolitis sicca Behandlung

    Hallo liebe Forummitglieder,


    ich eröffne jetzt doch einen neuen Thread zu dem Thema.


    Nachdem sich mein mehrfach wurzelbehandelter 6er rechts oben nicht beruhigte, wurde er vor genau 2 Wochen extrahiert. Seitdem sind die Schmerzen leider nicht gegangen, sondern es entwickelte sich eine extrem schmerzhafte Alveolitis sicca. Bereits 3 Wundrevisionen habe ich hinter mir (2 davon bei einem erfahrenen Kieferchirurgen). Nach der 2. Wundrevision war ich einige Tage nahezu schmerzfrei, bis es 7 Tage nach der Wundrevision (also heute) wieder mit unerträglichen Schmerzen weiterging...


    Die Behandlung erfolgt mit Jod-Kortison Streifen und Pasten bzw. wurde mir jetzt Ampicillin ans Herz gelegt..


    Nun habe ich aber gelesen, dass der Goldstandard der Behandlung eigentlich erneute Wundrevision, aber anschließendes speicheldichtes Vernähen der Wunde wäre bzw. eine systematische Antibiotikagabe nicht induziert ist....langsam habe ich gelinde gesagt das Gefühl vor Schmerzen den Verstand zu verlieren...und ich bin kein extrem schmerzempfindlicher Mensch, habe einen anspruchsvollen Job wo mein Gehirn gefragt ist (das zur Zeit aber kaum fähig ist zu arbeiten).


    Ich suche daher Menschen die ähnliches durchgemacht haben und mir Tipps geben können.


    bzw. die mir vielleicht auch einen Arzt in Wien nennen können der zum Vernähen der Wunde tendiert.


    Vielen lieben Dank


    die mittlerweile verzweifelte noce

  • 24 Antworten

    Hallo, es wäre interessant zu erfahren, warum es überhaupt bei Ihnen dazu kommt. Sehr oft werden die postoperativen Verhaltensregeln missachtet oder nicht erteilt.


    Zudem ist wichtig, wie alt Sie sind, ob Sie rauchen, welche Medikamente Sie nehmen etc.


    Eigentlich ist die Komplikation sehr selten. Und deswegen nähe ich niemals einen Oberkiefer 6er zu. Außer, es ist eine größere Verbindung zur Kieferhöhle.


    Denn: Das, was Sie als simples zunähen verstehen, bringt Probleme mit sich.


    Irgendwo muss ja die Schleimhaut zum vernähen herkommen. Es wird also wangenseitig des Zahnfachs ein Schleimhautlappen präpariert (inkl. Knochenhaut vom Kiefer abgelöst), dann über das Zahnfach gezogen und vernäht. Der Zug geht leider auf die Wange und so fehlt Ihnen dort später Schleimhaut. Das kann erhebliche Probleme machen, wenn dort ein Implantat geplant sein sollte, oder irgendwann eine Prothese getragen werden soll.


    Bitte googlen Sie "Verhalten nach Extraktion" und Lappenplastik bzw. hier Rehrmann Lappen.

    Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!


    Ich bin 28, weiblich, Nichtraucherin. Habe eine Woche auf Koffein, warme Getränke (Tees, etc) und Milchprodukte verzichtet. Zwischen 5er und 6er besteht bei mir ein "Knochenloch" und die Entzündung im Knochen besteht vermutlich schon länger, weshalb der Zahn sich auch nach Wurzelbehandlung nicht beruhigen wollte.


    Das heißt das bisherige Vorgehen ist eh das einzig medizinisch mögliche wie es scheint. Nur ist das als berufstätiger Mensch der einst Mitten im Leben stand ein schirr unerträglicher Zustand. Ich habe mittlerweile seit Wochen fast durchgehend starke Schmerzen (vor der Extraktion Schmerzen der Pulpitis, nun der Alveolitis) und die gängigen Schmerzmittel bringen nahezu keine Linderung.


    Was kann ich noch tun um die Wundheilung zu fördern?


    Ich trau mich schon gar nicht mehr zu essen..

    Achso ich nehme Schilddrüsenhormone (T4 und T3) zu mir, ansonsten nehme ich keine regelmäßigen Medikamente ein (auch keine oralen Kontrazeptive).


    Wegen der starken Schmerzen zur Zeit Ibuprofen und auf Verschreibung des Kieferchirurgen seit heute auch Penicillin....


    Ich habe selbst ein naturwissenschaftlich-medizinisches Studium absolviert und muss hier leider hilflos zu sehen wie mir mein Leben vor Schmerzen nahezu entgleitet...

    Normalerweise ist nach 7 Tagen die primäre Wundheilung nahezu abgeschlossen.


    Es kommen verschiedene Ursachen in Betracht:


    mit Abstand die Nr. 1) zu fest gespült und dabei das Blutgerinnsel ausgespült


    2) Mit irgendwas anderem außer Wasser gespült (CHX, alkohol. Spüllösung, Listerine, Salzwasser -> bitte niemals)


    3) Infektion der Kieferhöhle mit oder ohne Mund-Antrum-Verbindung und ohne Antibiose


    4) nicht vollständig entfernte (ausgekratzte) Knochenentzündung mit evtl. verbliebenen Resten der Wurzelfüllung


    5) ein Nachbarzahn (17 oder 15!)


    Haben Sie Röntgenbilder?

    Es wundert mich eben auch das es jetzt nach einer Woche wieder los ging.


    1, nach einer Woche wohl wirklich unwahrscheinlich


    2, Ich habe seit Tag 4 nach der Wundrevision mit Chlorhexamed gespült (ich dachte dies wäre entzündungshemmend und hilfreich?)


    3, es wurde sogar ein 3 D Röngen angefertigt um eine Öffnung zur Kieferhöhle/Kieferbruch auszuschließen


    vor der Extraktion erfolgt eine über 14 tägige Gabe von Dallacin C (Clindamycin).


    Nach der Wundrevision erfolgte zunächst keine Antibiose und seit heute Amoxicillin 1000 mg 2 mal tgl.


    4, Reste der Wurzel/füllung wurden röngtenologisch ausgeschlossen. Ob die entzündlichen Komponenten vollständig ausgekrazt wurden kann ich als Patientin nicht beurteilen.


    5, der 5er Stand im Verdacht (hat eine Füllung, nicht wurzelbehandelt), auch weil eine Wurzelspitze des 6ers weit in den Bereich des 5ers reichte, der 5er spricht im Kältetest aber nicht an und ist nur gering klopfempfindlich.


    Ich war aber auch schon kurz davor ihn "versuchsweise" wurzelbehandeln zu lassen, habe aber auch Angst vor (noch) weiteren daraus resultierenden Komplikationen.


    Röngtenbilder haben nur meine Behandler.


    Erneut, vielen Dank für Ihre ausführlichen Antworten!

    Neuere Studien kommen zu dem Schluss, dass CHX die Wundheilung NICHT fördert.


    Letztlich wären für mich die Zahnfilme vor/nach der WKB, die Panorama- UND die DVT Aufnahme interessant. Diese können Sie sich auf DVD brennen lassen (ein Viewer ist direkt mit dabei).


    Auch wenn der 5er momentan nicht reagiert, so kann das auch auf die Nervreizung zurück zu führen sein, die durch die Wundheilung vorliegt. Nicht "versuchsweise" behandeln lassen. Da muss schon massiv etwas vorliegen, dass das rechtfertigt.


    Lassen Sie sich die Bilder geben und holen Sie eine zweite Meinung ein. Eventuell sollte bei anhaltenden Beschwerden eine Post-OP Aufnahme zum Vergleich angefertigt werden.


    Mein weiteres Vorgehen würde ich davon abhängig machen, wie der Röntgenbefund ausfällt. Bitte verzweifeln Sie nicht. Es ist alles "noch" im Rahmen des möglichen.

    In Ihrem anderen, früheren Beitrag habe ich eben gelesen, dass röntgenologisch ein "Knochenloch" zwischen 16 und 15 festgestellt wurde.


    Alveolitis sicca ist nur eine Nebendiagnose. Die Ursache scheint die vorausgegangene Paro-Endo-Läsion des 16 unter Beteiligung des Alveolarknochens zu sein.


    Vermutlich wurde der entzündete Knochen nicht vollständig abgetragen und die Bakterien führen zum Zerfall des Blutkoagulums.


    Da können Sie anfrischen, wie Sie wollen. Die Ursache muss behoben werden.


    Röntgen!

    Ok, das wusste ich nicht. Dann werde ich ab jetzt nicht mehr spülen. Zähneputzen mit Zahnpasta der Zähne mit Ausparen des Wundbereiches habe ich regelmäßig durchgeführt.


    Ich werde den Chirurgen das nächste Mal auf die Röngtenaufnahmen ansprechen.


    Der 5er ist wie gesagt bereits mit Füllung versehen da er kariös war. Ich war bisher auch gegen die "versuchsweise" Behandlung, deswegen lebt er noch.


    Auch wenn alles im Rahmen ist, so ist es wirklich nahezu unerträglich. Ich habe bisher glücklicherweise noch ne solche Zahn-Kiefergeschichten erlebt, die bringen einem in grenzwertige Zustände.


    Vielen Dank, ich melde mich falls ich endlich an die Röngtenbilder komme.

    Ja das ist korrekt. Deswegen habe ich den 6er auch verloren, denke ich.


    Wie ist die korrekte Therapie bei so einer Läsion? Das Knochenloch wurde von dem Chirurgen an sich auch ausgekrazt.

    Wenn diese Ursache noch (teilweise, denn der Hauptentzündungsherd 16 ist ja weg) besteht, müsste der Knochen erneut angefrischt werden - sofern nicht Anzeichen einer fortschreitenden Wundheilung erkennbar sind.


    Amoxicillin muss 3x täglich gegeben werden (optimalerweise alle 8h), da sonst der Serumspiegel zu schnell abfällt!


    Clindamycin 2x täglich, aber Amoxi 3x1! Schauen Sie noch einmal auf die Anweisung.

    Ok, die Wunde wurde erneut angefrischt...


    Ich habe einen 10er Blister Amoxi bekommen, und in der Packungsbeilage steht 2-3 mal tgl einzunehmen. Ich kann es auch auf 3 Dosen verteilen.


    Ich hoffe die systemische Antibiose greift überhaupt.


    Darf ich fragen wo Sie ordinieren?

    Zentral in Deutschland


    Also unter Wunde anfrischen verstehe ich auch die Entfernung der restlichen Entzündung (ist eigentlich selbstverständlich).


    Eine Wiederholung des Eingriffs, aber diesmal richtig. :-)


    Lieber gebe ich 3 Dosen täglich. Wenn Sie sich an die Zeiten halten - alle 8h - dann erreichen Sie eine nahezu gleiche Effektivität wie bei einer stationären intravenösen Gabe (dort achtet man darauf). Dann sollte Amoxicillin in der Dosis schon fruchten.

    Also, ich war heute nochmal mittags akut beim Kieferchirurgen. Habe aber auf die Röngtenbilder in meinem Zustand vergessen.


    3 mal täglich Amoxicillin, die Wunde wurde gespült, neuer Jodoformstreifen und entzündungshemmende Paste, habe sogar ein Rezept für stärkere Schmerzmedikamente mitbekommen.


    Wenn bis morgen keine deutliche Besserung meines Zustandes soll ich Anearobex nehmen, da möglicherweise eine Entzündung mit anaeroben Keimen vorliegt. Ich versteh nicht, dass da in meinem Zustand kein Abstrich gemacht werden kann? Eine gezielte Antibiose hielt ich da für viel sinnvoller. Ich war eingespritzt und hatte trotzdem immense Schmerzen als im ehemaligen Kanal der palatinalen Wurzel (ich hoffe das war jetzt verständlich formuiert) hantiert wurde. Das Gewebe ist einfach so entzunden, dass sind Schmerzen zum Schreien.


    Seit dem Arztbesuch ist das Schmerzniveau auf erträgliches Maß zurückgegangen (was mir zeigt das ich tatsächlich nicht verrückt bin, oder mir das einbilde), ich habe nicht mal ein Schmerzmittel eingenommen bis jetzt. Das liegt aber bestimmt nur an all den Maßnahmen die da in der Wunde getroffen wurden und mein Empfinden hängt an einem seidenen Faden.


    Mein Fazit: bis Montag halte ich durch (in der Früh erneut Kontrolle), möchte mir dann aber eine Überweisung auf eine kieferchirurgische Spezialambulanz geben lassen, ggf. lass ich mich auch stationär aufnehmen.


    So kann es einfach nicht mehr weiter gehen. Ich muss auch wieder zur Ruhe kommen, meinem Alltag nachgehen können und konzentriert arbeiten können. Zudem halte ich es für nicht ungefährlich so lange Zeit mit einer Enzündung im Kopfraum rumzulaufen. Ich will dieses Knochenlach/Zyste oder wie auch immer genauer abklären lassen, sonst sitze ich in 4 Wochen wieder in der selben Situation und habe ein ebenso furchtbares Wochenende.