Fissuren: Bohren oder nicht bohren?

    Hallo,


    aus gegebenem Anlass, möchte ich mir mal einige Meinungen einholen. Ich war heute beim Zahnarzt, Routineuntersuchung und Zahnreinigung. Bei der Untersuchung sah mein ZA alles durch und sagte an 3 Stellen Karies. Ich bin erstmal ziemlich erschrocken und jetzt verunsichert, denn:


    Die 3 Stellen von denen er geredet hat waren Fissuren. Ich habe einige dunkel verfärbte Fissuren, ein paar (ich glaube auch 2 von den 3 Stellen die er gefunden hat) habe ich schon seit mindestens 1,5 Jahren (ich bin da sehr aufmerksam).


    Das letzte mal war ich mitte Janaur bei einem Zahnarzt, aber ein anderer, wegen einer anderen Sache, in einer anderen Stadt. Der hat nichts gefunden. Bei dem Zahnarzt der diesen Befund heute gestellt hat, war ich das letzte mal Anfang Dezember.


    Meine Zahnhygiene ist sehr gut, das haben beide Zahnärzte von sich aus – ohne Nachfrage meinerseits – gesagt.


    Ich habe natürlich direkt nachgefragt, er hat mir die Therapie erklärt und es hat sich stark nach einer erweiterten Fissurenversiegelung angehört. Er hat auch gesagt, manchmal öffnet man eine Fissur und bricht dabei förmlich ein, da sie nicht mehr nur oberflächlich ist. So wie sich das anhört, wäre der Eingriff präventiv, sicher bin ich mir aber nicht, da er ja während der Diagnose von Karies gesprochen hat (wortlaut "C", beim diktieren). Ich frage mich auch warum er dann im Dezember nicht direkt behandeln wollte.


    So, jetzt habe ich 2 Diagnosen, eine von heute, eine von einem anderen Arzt Mitte Januar. Die plötzliche, unerwartete Entscheidung zur Behandlung (von Dezember bis März) verunsichert mich auch.


    Was würdet ihr tun? Zweitmeinung? Nochmal ordentlich ausfragen, auch auf die Gefahr hin dass er denkt ich halte ihn für inkompetent? ^^ Oder einfach vertrauen?


    Viele Grüße *:)

  • 5 Antworten

    Sind Röntgenbilder vorhanden? Wurde mit Diagnodent gemessen?


    Wie soll der Za denn Kaires in der Fissur entdeckt haben?


    Es ist so, dass Fissurenkaries einer der häufigsten Kariesarten ist, weil sie gerne unbemerkt in der Tiefe schlummert. Es kommt vor, dass man nur eine vermeidlich kleine Kariesstelle bohren möchte, dann aber in einem tiefen Krater landet, weil in der Tiefe alles kariös ist. Darum sollten Fissuren vor dem Versiegeln auch mit einem Lasergerät (Diagnodent) untersucht werden.


    Was da nun aber bei dir anliegt, kann nur ein ZA mit den o.g. Diagnosemöglichkeiten erkennen.

    Dein Name ist Hase, aber du weist anscheinend doch von etwas :P.


    Es ist ein Röntgenbild gemacht worden, ich weis aber nicht wieviele Zähne da drauf sind und er hat es sich – zumindest in meiner Anwesenheit – nicht angesehen heute. Das Röntgenbild wäre sogar noch relativ neu und wurde in der gleichen Praxis angefertigt.


    Diagnodent hat er nicht genutzt, ich weis auch nicht ob dieses Verfahren in der Praxis angewandt wird. Allerdings habe ich darüber gelesen und denke das wäre in meinem Fall das Mittel der Wahl.


    Also zusammenfassend: er hat es mit dem Spiegel durchgesehen und dann gesagt wo Karies ist (an 3!! Stellen, alles Fissuren anscheinend).


    Vor 3 Monaten hat er gesagt ich habe keinen Karies. Er hat mir dann mit einer Mundkamera von 2 Stellen Bilder gezeigt, deshalb weis ich um welche Stellen es sich handelt. Diese Stellen kenne ich schon seit 1,5 Jahren und sie wurden bisher nicht als behandlungsbedürftig eingestuft.

    Zitat

    Dein Name ist Hase, aber du weist anscheinend doch von etwas :P

    Ich mach das schon ein paar Jahre;-)

    Zitat

    und er hat es sich – zumindest in meiner Anwesenheit – nicht angesehen heute.

    Das ist zur "Beweisführung" für den Patienten nicht so toll, besser ist es, dem Patienten immer alles anhand des Röntgenbilds zu zeigen, gerade, weil man auch als Laie oft erkenne kann, wo etwas kariös ist.

    Zitat

    Allerdings habe ich darüber gelesen und denke das wäre in meinem Fall das Mittel der Wahl.

    Ja, da würde die Werte über das aufbohren entschieden,sind die zu schlecht, ist es drunter kariös.

    Zitat

    Also zusammenfassend: er hat es mit dem Spiegel durchgesehen und dann gesagt wo Karies ist (an 3!! Stellen, alles Fissuren anscheinend).

    Gut, dass kann man natürlich per Ferndiagnose nicht bestätigen.

    Zitat

    Er hat mir dann mit einer Mundkamera von 2 Stellen Bilder gezeigt, deshalb weis ich um welche Stellen es sich handelt. Diese Stellen kenne ich schon seit 1,5 Jahren und sie wurden bisher nicht als behandlungsbedürftig eingestuft.

    Wobei ich das für professionell halte, da Karies die noch nicht behandlungsbedürftig ist auch erstmal beobachtet werden kann. Solche Fälle, die dann nach 1,5 Jahren doch gemacht werden müssen, kenne ich auch.


    Gut, man könnte jetzt einen ZA suchen, der mit Diagnodent arbeitet um das Ganze auszuloten, Aber wenn man bedenkt, dass ein studierter ZA mit Sichtkontrolle und Röntgenbild dort eine Karies sieht, sollte man ihm glauben können. Jetzt kann das Loch noch sehr klein sein, in 6 Monaten aber ein reisen Krater...


    Ich würde an Deiner Stelle den Za bitten, Dir das ganze genau anhand des Röntgenbildes und intraoralen Fotos zu zeigen und zu erklären. So könnte das auf einem Röntgenbild aussehen

    Nur um den Faden abzuschließen: Ich bin nochmal zu einem ZA gegangen dem mich mehr vertraue, der hat gesagt dass die Fissuren verfärbt aber hart und glatt sind. Also habe ich nichts machen lassen und bis jetzt ist es auch nicht zu Beschwerden oder Auffälligkeiten gekommen. Ich denke ich habe mich richtig entschieden und mein Bauchgefühl hat mir gesagt was ich tun soll. Eine gesunde Skepsis ist immer angebracht, vorallem als Privatpatient.