Frage zur Selbstbeteiligung bei Zahnersatz

    Hallo,


    da mein bisheriger Zahnarzt in Rente ist, musste ich zu einem anderen wechseln. Der machte ein Rundumröntgen für den Status Quo und stellte fest, dass ein Zahn tiefe Karies hat, direkt unter einer Füllung. Schmerzen hatte ich bis dato nicht. Es handelt sich um einen Backenzahn unten RECHTS. Es wurde eine Wurzelbehandlung angesetzt, bei der er den Zahn sehr weit heruntergeschliffen hat, der Nerv wurde gezogen, alles gereinigt und alles in allem scheint es so, dass der Zahn ruhig bleibt, also hoffe ich, dass er erhalten bleibt. Nun geht es um den Zahnersatz, und hier wird es für mich nicht nachvollziehbar:


    Unten LINKS habe ich eine Lücke. Nun sagte mir der ZA, dass wegen dieser Lücke die Kasse sich nicht an einer Krone für den Zahn unten RECHTS beteiligen würde. Und dass, wenn ich aber die Lücke unten links mittels Brücke schließen lassen würde, das fast auf dieselben Kosten für mich hinauskäme, weil sich dann die Kasse beteiligen würde.


    Ich hatte so was schon mal gehört, von wegen durchgehende Zahnreihe, allerdings weiß ich nicht mehr, ob es da um Überkronung handelte. Fakt ist, dass mein letzter Zahn unten links von meinem alten Zahnarzt vor Jahren überkront wurde, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich da nicht alles allein zahlen musste, es wurde zumindest ein Heil- und Kostenplan erstellt, vielleicht finde ich den ja noch.


    Jedenfalls wären die veranschlagten Kosten jetzt wie folgt: Der wurzelbehandelte Zahn unten rechts ohne Beteiligung der Kasse ca. 750 Euro. Wenn ich zusätzlich die Lücke unten links mittels Brücke schließen lassen würde, käme man in der Regelversorgung mit der KK, also Metall, auf eine Zuzahlung von ca 950 Euro für Brücke links und Krone rechts. Wenn ich alles mit Keramikverblendung machen würde, wären wir bei 1.500 Euro, die ich zuzahlen müsste.


    Ich würde mich definitiv erinnern, wenn ich damals einen solchen Betrag für meinen letzthinteren Backenzahn hätte zahlen müssen. Ich meine, die Kosten lagen bei ca. 400 Euro für mich, nicht annähernd bei 750, und diese Krone ist weiß, nicht metallfarben.


    Ist das wirklich so, wenn nur ein Zahn bereits fehlt, dass die KK sich an keiner Krone beteiligt? Wenn ja, warum musste ich vor ca. 4 Jahren nicht alles selbst zahlen?


    Spinnen wir den Faden weiter: Oben wurde mir im Teeager-Alter ein bleibender Backenzahn gezogen, die anderen Zähne haben aber, da ich ja noch im Wachstum war, die Lücke geschlossen. Was bitte soll ich da tun, wenn ein Zahn fehlt, aber keiner ersetzt werden kann, und mir oben mal ein Zahn überkront werden müsste?


    Und ich frage mich, wozu ich ein randvolles Bonusheft habe, wenn eine Lücke die Kassenleistung ausschließt?

  • 4 Antworten
    Zitat

    Unten LINKS habe ich eine Lücke. Nun sagte mir der ZA, dass wegen dieser Lücke die Kasse sich nicht an einer Krone für den Zahn unten RECHTS beteiligen würde.

    Das ist mir rätselhaft. Hängt das irgendwie damit zusammen, das sowieso keine gleichmässige Belastung beider Seiten (mit Blick auf das Kiefergelenk) erzielt werden kann? Auch nicht durch den Zahnersatz. Und dass der deshalb "unnötig" ist? Merkwürdige Argumentation wäre das aber. Dazu würde ich gern mehr wissen. Aber das ist ein Buch mit sieben Siegeln und soweit ich weiss wurde da auch was "reformiert"/geändert.


    WER WEISS MEHR?

    Ist leider genau das Gegenteil der Fall, der Kollege scheint im Gegenteil mal gewissenhaft zu arbeiten, sich an die entsprechenden Behandlungsrichtlinien zu halten und nicht irgendeinen Schmuh zu veranstalten.


    Quelle dazu ist die Zahnersatz des Gemeinsamen Bundesauschusses für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung mit Zahnersatz und Zahnkronen" https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1174/RL-Zahnersatz_2016-02-18_iK-2016-05-04.pdf unter Abschnitt C. Punkt 10.:

    Zitat

    Die Versorgung hat die Wiederherstellung der Kaufunktion im Sinne einer


    Gesamtplanung zum Ziel.

    Heißt, es muss eine Gesamtplanung erstellt und alle notwendigen Arbeiten auf einmal beantragt und durchgeführt werden.


    Mit einer entsprechenden Begründung (z.B. aus finanziellen Gründen) kann man versuchen dies zu umgehen. Allerdings kann es sein, dass die Krankenkasse dies ablehnt und den Heil- und Kostenplan nicht genehmigt.


    Und man kann gegebenenfalls den weiteren Leistungsanspruch verlieren.