Hilfe - Fronzahn soll gezogen werden, Einzelimplantat!

    Hallo,


    ich bin momentan starr vor Angst. Heute war ich aufgrund von Schmerzen an meinem wurzelbehandelten Frontzahn beim Zahnarzt. Es wurde geröngt, Ergebnis: Entzündung der Wurzelspitze. Nun stellte sich die Frage: Soll eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt werden, die womöglich wiederholt werden muss und an der Kiefersubstanz schabt und das Einsetzen eines Implantats in Zukunft erschwert oder wäre ein Implantat sofort die bessere Lösung? Ich wurde nun für Montag an einen Kieferchirurgen überwiesen, da der Zahnarzt selbst zugab, dass ihm eine zweite Meinung in meinem Fall (ich bin 21 Jahre alt) wichtig wäre.


    Ich bin mit meinen Nerven echt am Ende. Wird der Zahn gezogen, muss ich 1. überlegen, wie ich das Impantat bezahlen soll, zweitens stelle ich mit die lange Zeit mit dem Provisorium (Klammerprovisorium, schrecklich :( ) schlimm vor...


    Hat irgendwer hier vielleicht schon ähnliches Erlebt und kann mir etwas berichten?


    Würde mich freuen...


    Grüße

  • 5 Antworten

    ich hab das auch erlebt, vor 4 jahren. war damals 19. bei einer op wurde mir ein frontzahn kaputtgeschlagen, also musste ich ein implantat bekommen.


    ich habe so ein metallstück im oberkiefer, auf das der neue zahn quasi "draufgeklickt" wurde. die aktion war schweineteuer, denn die kasse hätte nur eine prothese bezahlt, die man nachts rausnimmt. und das wollte ich mit 19 ja nun nicht!!!


    die schmerzen nach dem einsetzten des metallstücks waren auch nicht von schlechten eltern. es wurde unter vollnarkose durchgeführt und gleichzeitig wurden mir auch noch die weisheitszähne gezogen... nach dem aufwachen hab ich erst mal stundenlang geblutet und geschrien...will dir keine angst machen, aber es war ziemlich heftig.


    ich hatte, bevor der neue zahn draufkam, auch erst mal einige monate ein provisorium. das war ganz schön nervig, weil extrem wackelig. ich konnte nicht richtig essen und rausgefallen ist es auch zwei mal.


    also alles in allem keine tolle erfahrung, aber besser als eine zahnlücke oder eine alte oma-prothese zu bekommen.


    gekostet hat das ganze übrigens so um die 4000 euro.

    Hallo!


    Ich bin gerade mittendrin. Ich hatte nach einem Unfall schon lange Zeit eine Krone als Frontzahn, der in der Originalwurzel steckte. Beim Austausch der Krone letztes Jahr muss wohl die Wurzel kaputt gegangen sein und für mich gabs keine andere Alternative. Die alte Wurzel wurde Mitte Januar entfernt, 2 Monate später wurde mir das Implantat (also das Stück, wo später die neue Krone draufkommt) in den Kiefer implantiert und noch ein wenig Knochensubstanz aufgebaut. Die Behandlung dauerte ca. eine Stunde, ich bekam 5 Spritzen und merkte von der Behandlung nicht mehr viel. Die Schmerzen danach waren dann aber schon ganz schön nervig, aber man kann ja gute Schmerztabletten nehmen, damit gehts. Die Behandlung kostete etwas über 1400 Euro. Die neue Krone kostet dann nochmal extra.


    Jetzt muss ich bis Mitte Juni warte, da wird zum erstem Mal via Röntgenbild nachgesehen, wie weit die Einheilung fortgeschritten ist. Je nachdem, was dabei rauskommt, bekomme ich Anfang Juli eine neue Krone oder es kann auch sein, dass ich noch 2 Monate länger warten muss.


    Ich hatte anfangs auch ein echtes psychisches Problem mit dem Gedanken, keinen Schneidezahn mehr zu haben. Der Tag, an dem die Krone mit der alten Wurzel gezogen wurde, war echt hart. Ich hab echt geheult, obwohl ich wusste, dass es nötig ist. An das Provisiorium habe ich mich inzwischen mehr oder weniger gewöhnt, allerdings kann ich damit nicht essen (außer Suppe, Pudding oder sowas). Also zum Essen nehme ich das Provisorium raus, was mich im Kreis meiner Familie mittlerweile nicht mehr stört, in Gegenwart anderer Leute verzichte ich dann allerdings auf das Essen. Ein Restaurantbesuch ist daher auch (leider) nicht drin.


    Also zusammengefasst finde ich die Zeit schon blöd, aber man gewöhnt sich auch irgendwie daran und die Aussicht, dass da bald wieder alles im Lot ist, macht das Ertragen auch leichter.


    Mein Vorteil ist, dass ich dieses Jahr ohnehin im Erziehungsjahr zu Hause bin. Müsste ich auf Arbeit gehen, wäre ich schon manches Mal daran verzweifelt, denn mit dem Provisorium änderte sich bei mir auch die Aussprache. Besonders schlimm war es nach dem Zahnziehen und die ersten 2 Wochen nach der Implantation, da dann das Provisiorium auf die geschwollene Lücke angepasst wird. Wenn das Zahnfleisch dann nach und nach abschwillt, wird die Lücke zwischen Provisorium und Zahnlücke immer größer und das Sprechen immer schwerer, weil dann da die Luft durchpfeift. %-|


    Aber vielleicht kommst du ja doch noch drumherum! *:)

    Hallo Tulipf_


    wenn ein wurzelbehandelter Zahn wieder Schmerzen macht liegt es oft daran, dass die Wurzelfüllung undicht ist. Man bringt in diesem Fall den Zahn erst mal mit bestimmten Maßnahmen wie Analgetikum, evtl. Antibiotikum oder bei vorhandener Schwellung chirurgischer Entlastung in einen schmerzfreien Zustand. Dann ist es als erstes ratsam, die alte Wurzelfüllung zu entfernen und durch eine neue Wurzelbehandlung den Nervkanal wieder abzudichten. Mit den heutigen modernen Methoden zur Wurzelbehandlung hat man da Erfolgsaussichten von ca. 95 %.


    Wenn es doch wieder zu einer Entzündung der Wurzelspitze kommt, ist auf jeden Fall erst einmal eine Wurzelspizenresektion indiziert. Das Beste in der heutigen Zahnmedizin ist auf jeden Fall mit allen Mitteln zu versuchen, den Zahn zu erhalten. Da sind in den letzten Jahren auch wissenschaftlich und technisch erhebliche Fortschritte zu verzeichnen und die Erfolgswahrscheinlichkeit ist sehr gut.


    Eine vorangegangene Wurzelspizenresektion hat bei einer eventuell späteren Implantatversorgung heutzutage auch keine gravierenden Auswirkungen. Spätestens nach einem halben Jahr nach Zahnextraktion hat sich der Kieferknochen bei einer so jungen Patientin auf jeden Fall so weit regeneriert, dass ein Implantat möglich ist. Außerdem gibt es heute Möglichkeiten der Sofortimplantation, wobei das hochwissenschaftlich noch nicht ganz abgesichert ist, aber in der Praxis durchaus klappt. Je jünger der Patient umso besser.


    Aber wie oben schon erwähnt, auf jeden Fall erst alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Zahnerhaltung ausschöpfen! Der natürliche Verbund Zahn-Kieferknochen ist durch kein noch so gutes Implantat zu übertreffen. Zähne sind natürlicherweise von Natur aus so angelegt, dass sie ein ganzes Leben halten können!


    Also diese Meinung auch gegenüber deinem Zahnarzt vertreten und nicht gleich auf Implantat hintherapieren lassen.


    Viele Grüße und gute Besserung!

    Danke für die zahlreichen Antworten.


    Habe morgen dann den Termin beim Kieferchirurgen, bin gespannt, was er zu sagen hat. Ich habe wirklich keine Ahnung, was ich tun soll, falls ein Implantat her muss... Einerseits, weil ich diesen Sommer noch so viele Dinge vor habe, bei denen ein Provisorium wirklich stören würde und andererseits, weil ich nicht weiß, wie ich das bezahlen sollte... :(


    Nun ja, mal sehen.


    LG an alle

    Wenn die Kosten für dich kein Problem sind, würde ich gleich das Implantat nehmen.


    Trotz Wurzelspitzenresektion und sechsmonatiger Wartezeit bis zur Überkronung, war nach vier Jahren alles bei mir entzündet und die teure Krone mußte runter, der Zahn komplett raus und jetzt ist gerade der Wurzelaufbau durch und ich darf wieder sechs Monate warten bis es weiter geht (Implantat, Krone).


    Leider sind viele Provisorien grottenschlecht, Ich selbst habe zwei. Eins wackelt munter in meinem Mund umher, aber das andere ist top. Sitzt fest und essen ist kein Problem - auch optisch 1A. Aber beide aus dem gleich Labor(?) - ein bißchen Glück gehört wohl dazu. Nur zerbrechlich sind sie beide...


    Im Grunde wie Zahnspangetragen.


    Ansonsten als Alternative: eine Brücke. Wenn dein Zahnfleisch soweit ok ist, kannst du gleich eine Brücke setzen lassen. Ist günstiger und bewährt. Das Risiko ein Implantat auch wieder zu verlieren, ist schließlich auch nicht gering.