Ich brauche neue Zähne und habe ein paar Fragen (Regelleistung, Zahnersatz, Vollnarkose)

    Hallo,


    ich bin in den end 20ern und habe ziemlich schlechte Zähne, und möchte diese nun endlich mal in Ordnung bringen. Es ist einfach nur noch seelisch Belastend, wenn man nicht wirklich lachen kann (eher nicht zeigen wollen) und ich frage mich, was die Leute denken wenn ich mit denen Rede. Es sagt zwar niemand etwas, aber ich möchte mir nicht vorstellen, was einige denken. Und mein Selbstbewusstsein leidet schon echt darunter. Bei mir wurde als Kind festgestellt, dass ich schiefe Zähne habe und ich hätte eine feste Zahnspange benötigt. Dies wurde aber nie gemacht warum weiß ich selbst nicht ich war da vielleicht 11 oder 12. Dann wurde mir das mit dem Zähne putzen nie wirklich "beigebracht" sage ich mal, sprich sehr selten gemacht und über die ganzen Jahre hinweg ist es nun eben so wie es ist. Klar putze ich mittlerweile meine Zähne aber dies ist deutlich zu spät. Teilweise sind teile von meinen Zähnen abgebrochen, die Farbe ist nicht wirklich schön usw. Zumindest hatte ich noch keine Zahnschmerzen. Finanziell sieht es derzeit bei mir leider nicht so gut aus, daher denke ich, dass bei mir die Härteregel greift, wo 100% von der Regelversorgung der Kasse bezahlt werden.


    Dazu habe ich nun ein paar Fragen:


    Kann man mit Zahnersatz ganz normal Essen, lachen, sprechen usw oder gibt es da irgendwelche Einschränkungen?


    Sehen die Ersatzzähne, die man mit von der Kasse bezahlten Behandlungsmethoden (Regelversorgung) bekommen kann, denn Optisch natürlich bzw. schön aus? Ich möchte nicht mit Metall-Farbe-Zähnen herumlaufen oder mit welchen wo man sofort sieht, die sind künstlich. Ich brauche jetzt nicht unbedingt einen Hollywood-Style (hätte aber auch nichts dagegen) aber zumindest sollten sie schon "normal" aussehen. Oder müsste ich dazu schon in die eigene Tasche greifen mit Ratenzahlung oder ähnlich, sollte sich ein Zahnarzt finden der das bei jemandem macht, der nicht viel Einkommen hat?


    So Dinge wie schiefe Zähne, Kaputte, abgebrochene unschöne Zähne werden komplett behandelt, so dass man nach der Behandlung alles "normal" hat, richtig? Zum Beispiel ist es bei mir so, dass die oberen Vorderzähne vor den unteren sind, wenn ich meinen Mund schließe.


    Sollte ich bei mehreren Zahnärzten einen Beratungstermin vereinbaren? Könnte mir gut vorstellen, dass mir je nach Zahnarzt sogar eine ganz andere Behandlungsmethode empfohlen wird. Und sollte dies so sein wie weiß ich was das beste ist um sich dafür zu entscheiden?


    Ich habe schon ziemlich Angst vor Schmerzen und der Behandlung und schon Jahre verzögert, ist eine Behandlung in Vollnarkose vorzuziehen? Ich stelle mir das wesentlich entspannter vor einzuschlafen und wenn man aufwacht ist alles vorbei. Man muss nicht Stundenlang alles miterleben wie gebohrt, gezogen oder sonstwas wird. Ich habe gelesen, dass die Vollnarkose bei Angstpatienten bezahlt wird. Wenn ich viele Jahre den Zahnarzt Aufgrund von Angst gemieden habe, ist es da denkbar das Bezahlt zu bekommen? Kann man die gängigen Zahnersatzbehandlungen in einer OP-Sitzung machen oder wären, je nachdem was gemacht wird, mehrere Sitzungen nötig?


    Wie lange dauert so eine Behandlung im Regelfall vom ersten Check beim Zahnarzt bis zum fertigen Zahnersatz?


    Kennt jemand gute Zahnärzte die ihr mir empfehlen könnt im Raum Münsterland?


    Konkret habe ich mir vorgestellt erst einmal bei einem Zahnarzt einen Beratungstermin zu vereinbaren um zu sehen was er überhaupt sagt, was bei mir gemacht werden müsste usw.


    Vorher würde ich mich allerdings um eure Hilfe, was meine Fragen angeht (soweit es möglich ist sie zu beantworten) sehr freuen um zumindest vorher eine grobe Idee zu bekommen und bedanke mich schon einmal für die aufgebrachte Zeit.

  • 30 Antworten

    Zuerst solltest du mit der Kasse sprechen. So wie du das beschreibst, kriegst du bzgl Zahnersatz gar nix erstattet. Dann guckste weiter

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    Vereinbare doch erst mal einen Zahnarzttermin und schau, was überhaupt zu machen ist.

    Vielleicht ist weniger Zahnersatz nötig, als du nun befürchtest.

    Die Kasse erstattet meist eine zweckmäßige Versorgung. Schiefe und unschöne Zähne zu korrigieren ist dabei keine Kassenleistung.

    Konservative Behandlung, also Füllungen sind sowieso Kassenleistung.

    Rhelia schrieb:

    Die Kasse erstattet meist eine zweckmäßige Versorgung. Schiefe und unschöne Zähne zu korrigieren ist dabei keine Kassenleistung.

    Das ist eben das Ding - kosmetische Veränderungen werden von der KK nicht übernommen. Ich selbst weiß das, da ein wurzelgefüllter Zahn immer wieder Probleme gemacht hat, er wurde überkront - dann war ein paar Jahre Ruhe, bevor dort immer mal wieder was abgebrochen ist. Der ZA sagt nun - es sei nicht mehr genug Zahnsubstanz vorhanden und man müsste über ein Implantat, eine Brücke nachdenken. Ich habe mich noch nicht mit der Thematik auseinander gesetzt (mache ich im Jan nächsten Jahres) - meine aber bereits rausgehört zu haben, dass die KK da gar nix erstattet.

    Ich glaube du solltest mal dringend mit deiner Krankenkasse reden. Du hast da ziemlich verquere Vorstellungen was die bezahlen und was nicht.


    Du bekommst weder kostenlos ein neues Gebiss noch wirst du ohne Aufwand eine Vollnarkose bezahlt bekommen. Soviel kann ich dir schonmal verraten, weil ich ähnliche Fälle in meinem Bekanntenkreis hatte. Und ja: die billigsten Kronen sind Metallfarben... selbst eine simple Verblendung einer Krone damits normal aussieht kostet mal eben >200 Euro Zuzahlung. Pro Zahn. Von Implantaten die bei 2000 Euro aufwärts liegen, reden wir mal gar nicht.


    Aber wenn du noch keine Zahnschmerzen hattest, ist vielleicht noch einiges zu retten. Also ab zum Zahnarzt - da kommst du sowiso nicht drum rum.

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    Thema Vollnarkose: das wird in der Regel nur übernommen, wenn du vorher nachweisen kannst das dir eine Behandlung bei Bewusstsein nicht zugemutet werden kann. Hier gehts nicht um bequemlichkeit sondern um wirkliche, vom einem Facharzt bestätigte, Panikattaken oder andere psychische Erkrankungen die das erforderlich machen. Und ansonsten darfst du zahlen... bei einer Bekannten hat das 300 Euro gekostet um beim Zahn ziehen zu schlafen. Ein Zahn. Längere Narkosen sind entsprechend teurer.

    Die Regelversorgung ist das minderwertigste überhaupt, was man kriegen kann. Und eine Vollnarkose kriegt man auch nicht hinterhergeworfen, da muß man schon mit einer gewaltigen bestätigten Phobie aufwarten. Also diagnostiziert vom Psychiater oder Psychologen oder so. Ohne geht da wahrscheinlich gar nichts.


    Regelversorgung heißt, du kannst schmerzfrei durch die Gegend laufen, optisch ist das weder der Knaller noch sonst irgendwas.


    Wenn ich pro Krone 600 € allein bei sehr gepflegten Zähnen zuzahlen muß, wegen der Optik und wegen der Qualität, wäre es ein Unding, wenn jemand mit schlecht gepflegter Kauleiste nun den Luxus für lau beanspruchen dürfte/könnte....


    Erst einmal muß der Zahnarzt eh einen Status erstellen, was zu machen ist. Und dann wird ein Antrag bei der Kasse gestellt zur Kostenübernahme. Und dann kannst du dir überlegen, was du dann wie machen läßt.

    Nicht ganz:

    - Der Arzt entscheidet zuerst über medizinische Notwendigkeit

    - Sollte es dann eine Zusatzleistung sein, dann ja.


    Bei Vollnarkosen würde ich auch IMMER in eine Zahnklinik! So, mal eben in einer Praxis, wäre mir zu unsicher.

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    Ich glaube du unterschätzt den Zeitaufwand einer Gebisstotalsanierung, und überschätzt die Leistungen der zahnärztlichen Grundversorgung.

    Gut, ich komme nicht aus Deutschland, bin mir aber sicher, dass nur das Nötigste, sprich ein einfaches herausnehmbares Gebiss, einfache Brücken, und einfache Kronen übernommen werden.

    Implantate und eine Korrektur einer rein optischen Zahnfehlstellung werden m.M.n nicht übernommen.


    Und aufgrund deiner Schilderung glaube ich einfach nicht, dass du wirklich viel Zahnersatz benötigst. :=o


    Bevor du über ein Hollywood Lächeln und einer Vollnarkose träumst. Geh doch erst Mal zum Zahnarzt und lass dir einen Behandlungsplan erstellen.


    Code
    1. Zum Beispiel ist es bei mir so, dass die oberen Vorderzähne vor den unteren sind, wenn ich meinen Mund schließe.

    Glückwunsch, das ist vollkommen normal!:)^

    Okay danke für eure Anworten. Ich werde dann erst einmal einen Termin vereinbaren um zu sehen was genau Sache ist bzw. gemacht werden müsste. Und dann weitersehen.


    Aber so wie sich das anhört werde ich zumindest Optisch ohne (viel) Zuzahlung absolut nichts erwarten können? Vielleicht sollte ich da bezüglich Ratenzahlung schauen?


    Ich werde dann die nächsten Tage berichten, falls daran Interesse besteht.

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    sim321 schrieb:

    Aber so wie sich das anhört werde ich zumindest Optisch ohne (viel) Zuzahlung absolut nichts erwarten können? Vielleicht sollte ich da bezüglich Ratenzahlung schauen?

    Naja, du hast den Eindruck erweckt als würdest du ne Kernsanierung haben wollen. Alles was medizinisch nicht relevant ist, sondern nur dem ästhetischen Anschein dient, wird von der KK nicht übernommen und kostet - gerade wenn es viel ist - schnell mal mehrere tausend Euro.

    Es gibt die Möglichkeit, als Härtefall 100% der Regelversorgung von der Krankenkasse erstattet zu bekommen, da fragste mal bei der Krankenkasse nach nach was die Regelversorgung ist. Aber mach Dir nicht die Hoffnung dass du ein superduper schicki Gebiss schön auf Kassenleistung bekommst.

    Regelversorgung heißt, dass allernötigste, billigste erstattet zu bekommen bzw. sind das dann feste Sätze, die die KK dann erstattet und dann musst Du gucken, ob du einen Zahnarzt findest, der es dir möglichst billig macht. Und da bekommst du dann wirklich nicht das beste, wenn du nichts zuzahlen kannst oder willst.

    Ich habe -nur als Beispiel- dieses Jahr eine Krone machen lassen am Backenzahn oben. Kassenleistung wäre Metallkrone ohne Verblendung. Beim Lachen hätte man dann immer das silberne gesehen. Wollte ich aber nicht. Ich wollte was vernünftiges. Mit Keramikverblendung .Die Krone hat ca 750 Euro gekostet und die Kasse hat ca 150 davon übernommen. Und das war noch nicht mal das teuerste was ich genommen habe, eher so ordentlich mittelmäßig. Ja und rechne das dann mal hoch. Also ich hatte unten eine Brücke und oben eine Krone und musste insgesamt 2.600 Euro dazu bezahlen.

    Zähne können so richtig übel ins Geld gehen. Nächstes Jahr sind noch mal zwei Kronen dran und das heißt wieder 1500 Euro dazu bezahlen.


    Das einzige was Du machen kannst, ist entweder möglichst viele Zahnärzte abklappern und dir da den billigsten raussuchen. Oder Du schließt noch ne Zahnzusatzversicherung ab. Das beudeutet aber eine ganze Weile Wartezeit in der erst gar nichts erstattet wird und im Laufe der Zeit halt gestaffelt. Das sind aber auch wieder monatliche Kosten die auf dich zukommen.


    Zusammengefasst: auf Kasse wird es kein Top Hollywood Gebiss geben. Auch bei 100% der Regelversorgung nicht. Eher ist wahrscheinlich, dass Du überall noch den Betrag X dazubezahlen musst.


    Mein Rat wäre: Du schließt eine Versicherung ab. Dann gehst du zum Zahnarzt und lässt reparieren, was zu reparieren geht. Zögere den Zahnersatz so lang wie möglich hinaus.

    JohnCrossaint schrieb:

    Bei Vollnarkosen würde ich auch IMMER in eine Zahnklinik! So, mal eben in einer Praxis, wäre mir zu unsicher.

    Da muss ich mal intervenieren, das stimmt so nicht! In die Praxis kommt idR zu solchen Terminen ein Anästhesist oder die Praxis führt die OP in einer Anästhesiepraxis durch. Das ist genauso sicher - oder unsicher, wie man's nimmt - wie in einer Zahnklinik. :)

    ---


    Ansonsten geht eigentlich alles von dir, TE, genannte nicht in Richtung Härtefall, sondern Richtung 100% Selbstzahler, nicht zuletzt, weil offenbar jahrelang bei der ZA Vorsorge geschlurt wurde.

    Wenn du mehr willst, als metallfarbene Kronen oder die Kassenversorgung, geht es sowieso und definitiv an die eigene Tasche. Implantate sind komplett Privatleistung, sowohl die künstliche Wurzel als auch der Aufbau, unter 1000 Euro kommt man da für einen Zahn normalerweise nicht weg, aber die meisten machen sowas auch auf Raten. Kommt halt drauf an, wie viele du davon haben wollen würdest und da spielen auch noch andere Dinge rein, Eignung des Kieferknochens, langfristige Mundhygiene usw.

    Ebenfalls ist eine KFO für schiefe Zähne komplett Privatleistung. Auch sowas geht auf Raten (habe sowas gerade selbst am laufen, falls du dazu Fragen hast), je nach Aufwand und Methode sind das aber auch ein paar Tausend Euro. Eine Kasse wird sowas erst übernehmen, wenn es sehr schwerwiegende Kieferfehlstellungen sind.


    Ansonsten wäre wohl eher was Richtung Brücken und Kronen etwas für dich, aber auch dort wirst du selbst zahlen müssen, ebenso wie für eine Vollnarkose ohne Attest. Ob man da so einfach über eine einzige Sitzung beim Psychologen rankommt, kann ich dir leider nicht sagen. Kostenpunkt für Selbstzahler ist 250 Euro aufwärts.


    Am besten schreibst du dir mal alles auf, was du haben bzw. gemacht haben willst, klapperst alle Ärzte ab und holst dir Info, Kostenvoranschläge (Achtung, die kosten bei den Privatdingern oft ebenfalls ein paar Euro) ein und dann guckst du, was wirklich nötig ist und was nicht und wie es mit der Finanzierung ausschaut. :)z

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