Kfo: Ziehen von Zähnen nötig?

    Gestern war ich beim Zahnarzt, um einen Termin für die Entfernung meiner vier Weisheitszähne auszumachen.


    Nun ist das Problem, daß ich mit 27 Jahren noch eine Spange möchte, da ich in beiden Kiefern einen Engstand habe. Mein Zahnartzt hat jetzt gestern vorgeschlagen, lieber die Weisheitszähe drin lassen und stattdessen die 4er zu ziehen!


    Dummerweise hat er mich erst mal zum Kieferorthopäden geschickt, damit der mich berät. Schließlich muß der auch die Entscheidung fällen, welche Zähne raus müssen.


    Da ich erst in drei Wochen beim Kfo einen Termin habe, wollte ich nun wissen, ob bei Engstand immer auch "normale" Zähne dran glauben müssen? Schließlich dürften pro Quadrant schätzungsweise nur 2 mm fehlen. Und die Vorstellung, mit riesigen Lücken herumzulaufen und irgendwann doch noch die Weisheitszähne zu verlieren, macht mir ziemlich zu schaffen.


    Viele Grüße!

  • 12 Antworten

    Pauschal kann man sicher nichts dazu sagen. Normalerweise werden allerdings gesunde Zähne, die im üblichen zeitlichen Rahmen durchgebrochen sind, nicht gezogen. Abweichugen davon kann es geben, wenn der Kiefer eng ist und die Zähne keinen Platz haben.


    Warum dein Zahnarzt lieber die 4er anstatt die 8er ziehen möchte, kann man ohne Bild nicht sagen...


    Ich könnte mir eventuell vorstellen, dass eine KFO-Behandlung dadurch weniger aufwändig wird. Es ist immer einfacher Zähne von distal nach mesial (also von hinten nach vorn) zu verschieben (dies ist nämlich die normale Wanderungsrichtung der Zähne) als umgekehrt.


    Frage: Sind deine 8er denn durchgebrochen?

    Hallo Schokokaffee,


    die beiden unteren 8er sind komplett da, bei den oberen schaut gerade so die Kaufläche raus. Auf dem Röntgenbild kann man sehen, daß sie bis auf einen obereren WHZ gerade wachsen. Und dieser einer muß laut Auskunft meines Zahnarztes eh irgendwann raus.


    Wenn ich Dich recht verstanden habe, ist es grundsätzlich also schon möglich, alle Zähne nach hinten zu schieben? Mein Zahnarzt meinte nämlich, daß das ausgeschlossen wäre. Jetzt habe ich doch wieder ein bischen Hoffnung.


    Schöne Grüße!

    Meiner Meinung nach geht es grundsätzlich schon, alles Zähne nach hinten zu schieben - mit entsprechendem Aufwand (feste Spange mit Außenbügel zum Bsp.) und einer großen Kraft, die angelegt wird. Das wird sicher auch mit Schmerzen verbunden sein.


    Vielleicht möchte dein Zahnartz deine WHZ vorerst drin lassen, um die Stabilität des Zahnbogens zu erhöhen. Die WHZ sind schließlich viel fester im Parodontium bzw. im Knochen verankert als die vergleichsweise kleinen 4er. Und wie gesagt, es ist auf alle Fälle leichter, die Zähne nach vorn zu schieben.


    Er wird wohl wissen, was er macht. Aber ich persönlich würde es mir sehr gut überlegen, wenn ich mir gesunde Zähne ziehen lassen müsste.


    Frag doch vorher nochmal bei einem anderen Zahnarzt nach.


    Bin gespannt, wie du dich letztendlich entscheidest!

    Nachtrag

    Es ist recht selten, dass die WHZ schöne gerade rauskommen und sich harmonisch in den Zahnbogen einfügen. Wenn das bei dir aber zumindest bei 3 der 4 der Fall ist, wäre dies ein weitere Grund für den Erhalt der WHZ.

    @ Schokokaffee

    Danke für die ausführlichen Antworten. Habe jetzt doch schon eher einen Termin bekommen und habe gestern Abdrücke machen lassen. Montag, den 8. August weiß ich dann, wo ich dran bin.


    Bin auch schwer am überlegen, ob ich mir Lingualtechnik leisten soll. Die Kfo bietet auch die superflachen Incognitobrakets an. Um wieviel wäre denn der Preis höher im Vergleich zu einer klassischen festen Zahnspange mit Keramikbrakets? Habe mal was von einem Gesamtpreis in der Größenordnung von 6.000 bis 8.000 EUR gelesen.

    Lingual kostet fast das doppelte einer normalen Klammer. Mit Incognito wirst Du dann wohl bei mehr als dem Doppelten liegen.


    Mal ehrlich, wie willst Du Lingual sauber kriegen? Schon mal drüber nachgedacht?


    --Verena

    Wie man die doofen Dinger sauber kriegen soll, habe ich mich auch schon gefragt.


    Allerdings möchte ich mir eigentlich keine Außenklammer zulegen, da ich demnächst auf Jobsuche gehe/gehen muß. Und wenn ich im Gegensatz zu jetzt einen Job mit mehr Kundenkontakt bekommen sollte, wäre mir das schon sehr unangenehm.


    Seien wir doch mal ehrlich: als Frau wird man doch eh nicht ernst genommen und als junge Frau erst Recht nicht. Und die Tatsache, daß ich schon seit drei Jahren mein Diplom in der Tasche habe und schon Ahnung habe, wovon ich rede, ist mir bei meinem Job nicht hilfreich, weil meine Kunden mir eh glauben müssen, was ich sage. Mit sichtbarer Zahnspange habe ich da so meine Befürchtung...


    Ergo vielleicht doch lieber lingual.

    Tja, musst Du wissen. Ich fühle mich durchaus ernstgenommen und habe keine Probleme mich zu verkaufen - auch ohne Diplom. Soll jetzt kein Angriff auf Dich sein, aber ob mit oder ohne Klammer, macht es nicht besser oder schlimmer.


    Vielleicht erst einen Job suchen und dann die Klammer? Lingual würde ich mir jedenfalls nicht freiwillg antun.


    --Verena

    @ Trinity:

    Habe mir schon gedacht, daß Du so reagierst. Bin Dir auch nicht böse deswegen.


    Ich warte jetzt erst mal auf die Ergebnisse. Außerdem muß ich das noch mit mit meinem Freund und meinen Eltern diskutieren. Vielleicht habe ich dann noch eine Eingebung, was die richtige Behandlung für mich ist.


    Das mit dem Selbstwertgefühl ist halt so eine Sache. Muß letztendlich doch jeder mit sich selbst ausmachen.

    Ich habe in meiner Klammer-Zeit jedenfalls keinen getroffen, dem das etwas ausgemacht hätte. Das hat aber vermutlich auch daran gelegen, dass es mir nichts ausgemacht hat. Wenn man sich selber deswegen schämt, wird es schwierig - da gebe ich Dir recht.


    Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute bei Deiner Entscheidung und Deiner Jobsuche :-).


    --Verena

    Hab meine Entscheidung getroffen

    So, jetzt wollte ich mich doch noch mal melden.


    Mit der kieferorthopädischen Behandlung komme ich noch mal mit einem blauen Auge davon. Es müssen nur die beiden linken Weisheitszähne raus (Termin ist am Montag *würg*) und die rechten könnten evtl. sogar bleiben. Ansonsten darf ich alle Zähne behalten.


    Der Grund, daß keine bleibenden Zähne dran glauben müssen, ist wohl, daß mein Engstand u.a. durch eine Kippung der Zähne nach innen entstanden ist. Mir ist das zwar noch nie aufgefallen und man sieht es meiner Meinung nach auch nicht, aber auf dem Modell war die Neigung nach innen deutlich zu sehen.


    Ich habe mich trotz eines happigen Kostenvoranschlags von 7.000 EUR für Incognito entschieden. Jetzt hoffe ich nur noch, daß meine private Versicherung was zahlt. Eigentlich ist das bei Personen über 21 ausgeschlossen, aber die Ärztin hat bei mir CMD (eine Erkrankung des Kiefergelenks) festgestellt.


    Hat jemand Erfahrung, ob damit ein Zuschuß von der Versicherung möglich ist?


    Viele Grüße

    Erstmal Glückwunsch zu Deiner Entscheidung! Zu der Privaten Krankenversicherung kann ich Dir nichts sagen, ich weiß nur, dass die gesetzliche nie etwas dazu zahlt. Auch nicht bei einer Erkrankung des Kiefergelenks, denen ist das offensichtlich egal - oder viel mehr dem Gesetzgeber.


    Finde es aber interessant, dass Lingual bei nach innen gekippten Zähnen überhaupt geht, dachte immer, das wäre ein Grund, warum man Lingual nicht nehmen kann. Aber man lernt ja nie aus.


    Besten Dank übrigens für die Rückmeldung. Mich würde auch interessieren, was Deine KK dazu sagt und wie es Dir mit der Klammer so ergeht. Hälst Du mich da auf dem Laufenden? Auch gerne per PN.


    Ansonsten, bleibt mir nur, Dir noch viel Erfolg am Montag zu wünschen und Dir gut zu zureden, dass das Ziehen der WHZ wirklich nicht so schlimm ist.


    --Verena