Minimalinvasive Behandlung bei evtl.beginnendem Karies sinnvoll?

    Hallo,


    ich musste aufgrund eines Umzugs meinen Zahnarzt wechseln. Vorher war ich leider knapp 4 Jahre nicht beim Zahnarzt, aber mit dieser Diagnose habe ich trotzdem nicht gerechnet:


    An 7(!) Zähnen soll "minimalinvasiv" gebohrt werden, da an diesen Zähnen jeweils entweder beginnender Karies, Grübchen oder Verfärbungen festgestellt wurden. Ich habe es so verstanden, dass an einigen Zähnen Karies im Anfangsstadium vorhanden ist und sich an den anderen Zähnen aus dem Grübchen bzw. kleinen Rillen und den Verfärbungen ebenfalls Karies entwickeln kann. Deshalb sollen diese Zähne nun "minimalinvasiv" mit so genannten Pünktchen-Füllungen aus Kunststoff gefüllt werden, damit sich der Karies nicht weiter ausbreitet. Betroffen sind 5 Backenzähne und 2 Schneidezähne.


    Ich bin etwas skeptisch, weil ich doch sehr überrascht bin, dass in 4 Jahren an 7 Zähnen so ein Problem entstehen kann, wo ich bisher nur 2 Füllungen habe und die Zähne versiegelt sind (die Versiegelung ist aber laut Zahnarzt ziemlich abgenutzt). Ich weiß jetzt nicht, ob ich die Behandlung durchführen lassen soll oder ich noch einmal einen zweiten Zahnarzt aufsuchen soll (weiß auch gar nicht, ob das geht, normalerweise zahlt die Krankenkasse ja nur eine Vorsorge je Halbjahr).


    Wie sind generell die Erfahrungen mit einer solchen Behandlung? Ist das für gewöhnlich sinnvoll oder eher unsinnig?


    Über Kosten wurde nicht gesprochen. Weiß jemand, was so eine Behandlung in etwa kostet?


    Vielen Dank und schöne Grüße! :-)

  • 7 Antworten

    Aus eigener Erfahrung kann nur dazu raten, mir zunächst einmal eine Zweitmeinung einzuholen. Karies entsteht ja nicht von einem Tag zum anderen, sodass du dafür auf jeden Fall Zeit hast bzw. hättest.


    Aber grundsätzlich kommt mir diese Methode sinnvoll vor.

    Grübchen und Verfärbungen würde ich nur regelmäßig begutachten lassen vom Zahnarzt. Ich würde bei sowas aber nicht prophylaktisch eine Füllung setzen.


    Ich hab 2 Grübchen an den Backenzähnen und eine dunkle Stelle an einem weiteren Zahn. Ich war in den letzten 10 Jahren bei 3 verschiedenen Zahnärzten und keiner wollte die Grübchen oder die Verfärbung behandeln. Es wurde nur bei jeder Kontrolluntersuchunge geschaut, ob der Zahn weiterhin gesund ist.


    Ich würde mir an deiner Stelle auch noch eine Zweitmeinung einholen, bevor du etwas machen lässt.

    Hallo ihr beiden,


    vielen Dank, das hilft mir sehr weiter und bestätigt ja meine Bedenken ersteinmal.


    Weitere Meinungen und Erfahrungen sind natürlich willkommen.


    Viele Grüße!

    Grübchen und Verfärbungen haben mit Karies nichts zu tun, auch nicht mit beginnendem Karies. Wenn du das richtig verstanden hast, ist dein Zahnarzt allenfalls geschäftstüchtig, denn ohne Karies kein Bohren, ganz einfach.


    Verfärbungen kann man mit einer professionellen Zahnreinigung loswerden, wenn sie einen Stören.


    Grübchen und Fissuren kann man mit dünnflüssigem Kunststoff versiegeln, wenn man diese Bereiche schwer sauber bekommt und Karies droht. Aber auch da wird nicht groß ausgebohrt.


    Wirklich beginnender Karies in Form von "White Spots" ohne Schmelzeinbruch bohrt man auch nicht weg, sondern remineralisiert sie, ggf. vorher mit Ozon behandeln.


    Ein Zahn mit Füllung, egal wie gut sie gemacht ist, ist immer anfälliger als ein Zahn ohne Füllung. Allein schon, weil man selten sieht, wenn darunter dann Karies entsteht. Ich würde es bleiben lassen. Bessere Hygiene, auch mit Zahnseide und Interdentalbürstchen, ggf. Elmex Gelee oder GC Tooth Mousse zur Remineralisierung.


    Voraussetzung ist natürlich, dass es wirklich nur Verfärbungen und im Falle von Karies nur oberflächlich und beginnend ist und es nicht unten drunter schon ne tiefere Überraschung gibt.... (sähe man im Röntgenbild, per Auge nicht sicher ausschließbar)

    Hallo,


    herzlichen Dank für die Erklärungen und Tipps. Ein Röntgenbild wurde gemacht, allerdings nur "von vorne", um nach Karies in den Zwischenräumen zu suchen. Dabei wurde nichts festgestellt. Die Stellen, um die es jetzt geht, waren auf dem Bild nicht zu sehen.


    Es ist nicht auszuschließen, dass ich ein paar Sachen falsch verstanden habe (Zahnmedizin ist jetzt nicht gerade mein Fachgebiet ;-)), aber es soll definitiv gebohrt werden. Immerhin hieß es, ich bräuchte WAHRSCHEINLICH keine Betäubung. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Grübchen evtl. nur mit Kunststoff versiegelt werden sollen (auch wenn ich es anders verstanden habe). Aber ehrlich gesagt ist mir nicht mal das so ganz recht, wenn es nur um Vorbeugung geht.


    Viele Grüße!

    Was meinst du mit "nur von vorne"? Nur die Frontzähne? Ansonsten verstehe ich es nicht. Röntgenstrahlung geht durch, da muss man die Zähne nicht auch "von hinten" röntgen.


    Wie du es beschreibst ist allenfalls der Schmelz entkalkt. Halte Bohren da für unprofessionell, aber jeder wie er meint und machen lässt.


    Versiegelung ist etwas anderes, das kann man machen. Birgt aber auch die Gefahr, dass darunter bei unbemerkter Undichtigkeit Karies entsteht. Wenn perfekt desinfiziert und aufgebracht kann das 10 Jahre und mehr vor Karies schützen. Wenn nicht, hat man Pech (mehr Pech als ganz ohne). Wenn du bisher keine Karies hast und jetzt, wo es langsam in die Richtung geht, eingreifst (bessere Hygiene, remineralisieren) sollte es auch ohne gehen. Das müsstest du dann aber auch dauerhaft durchhalten.

    Zitat

    Immerhin hieß es, ich bräuchte WAHRSCHEINLICH keine Betäubung.

    Kann ja dann nur minimales Anschleifen sein, wenn du nicht gerade super schmerzempfindlich bist, braucht man da ziemlich sicher keine Betäubung.