Schmerzen/ Entzündung nach Zahnziehen

    Hallo liebe Leidensgenossen!


    Ich hoffe, ich kann hier Erfahrungsberichte oder Ratschläge von euch bekommen.


    Erstmal zu meiner "Krankengeschichte":


    ich habe im Frontzahnbereich vor 6 oder 7 Jahren einen Milchzahn gezogen bekommen (die bleibenden Zähne sind in den Gaumen gewachsen und haben die Milchzähne nicht rausgedrückt). Die zwei Zähne rechts uns links daneben sind angeschliffen worden und es kam eine Brücke drauf.


    Vor ca. einem halben Jahr entzündete sich einer dieser angeschliffenen Zähne (der neben dem 1er). Es wurde eine Wurzelbehandlung gemacht. Diese ist wohl fehlgeschlagen - danach kam eine Wurzelspitzenresektion (SEHR schmerzhaft bei mir!). Danach hatte ich wochenlang eine Entzündung, eine Schwellung und starke Schmerzen. Es wurde mir dabei auch eine Zyste herausoperiert (über dem entzündeten Zahn).


    Vor 10 Tagen sollte eigentlich nur die Brücke ausgetauscht werden, weil durch die WSR das Zahnfleisch zurückgegangen war und der Zahnhals herausguckte. Auf die Frage "wie geht es ihnen denn?" sagte ich, "eigentlich super, nur habe ich einen ganz winzig-leichten Aufbiss-Schmerz, nichts wildes, ich denke dadurch, dass die Wurzel freiliegt". Er kam zu dem Schluss, dass die herausoperierte Zyste Bakterien gestreut hat und den angeschliffenen Zahn verletzt hat. Ohne Röntgenbild oder sonstige Untersuchung - nur durch meine Beschreibung. Der Zahn müsse raus. Der 1er wurde angeschliffen und die Brücke um ein Brückenglied erweitert.


    Das Zahnziehen war trotz Betäubung UNHEIMLICH schmerzhaft. Ich bin wirklich nicht zimperlich, weil ich oft und viele Zahnschmerzen habe und dadurch einiges gewöhnt bin. Aber das war grauenhaft!!


    Da nach 3 Tagen die Schmerzen immer noch nicht weg waren, ging ich wieder zum Arzt. Dort wurde festgestellt, dass sich durch die Narkose beim Ziehen die Gefäße verengt haben, die Wunde nicht ausgeblutet ist und sich kein Blutpfropf gebildet hat. Dadurch hat sich die Wunde nicht geschlossen und Bakterien konnten eindringen.


    Mittlerweile war ich ca. 7 mal beim Arzt, die Wunde wurde erneut aufgestochen, damit es blutet und sich ein neuer Pfropf bildet, es wurde ein mit Antibiotika-getränkter Streifen eingelegt, Salbe draufgepinselt, Antibiotika verschrieben (Clindairgendwas 300). Nichts hilft! Das Antibiotika nehme ich jetzt schon 7 Tage - es ändert sich nichts.


    Wenn ich nicht mindestens 2 x am Tag eine Dolomo-Schmerztablette nehme, habe ich einen ständigen Wundschmerz, alle Zähne im Oberkiefer rechts von der Wunde (also vom 1er bis zum Backenzahn) sind Druckempfindlich, der "Spiegelzahn" im Unterkiefer ist kälteempfindlich und meine Nerven oder Muskeln zum Ohr hin ziehen schmerzhaft. Ich nehme als Laie mal an, dass es sich hierbei um den Trigeminus handelt. Ich weiß es nicht.


    Am Dienstag soll ich nochmal zur Kontrolle. Ich werde darauf bestehen, dass mal geröngt wird.


    Langsam habe ich Angst, dass da noch schmerzhafte Operationen auf mich zukommen!


    Hat jemand einen Rat oder Erfahrungen mit ähnlichen Situationen?


    Vielen Dank für eure Hilfe!


    Irishgirl23

  • 4 Antworten

    Zahnarzt wechseln

    Hallo Irischgirl,


    mit Ihren zarten 23 Jahren kommt der Zahnarzt auf die Idee nicht nur eine ziemlich einfache Wurzelbehandlung an einem einwurzligen Frontzahn zu vermasseln, sondern dann auch noch das ganze Terror-Programm (WSR, Zysten-OP) abzuspulen und als Krönung den Zahn dann ohne weitere Überlegungen und Diagnosenhilfen zu ziehen. Weiter verschlimmert wird die Situation durch das Beschleifen eines oberen 1ers. Das macht man nicht.


    Sie hätten gebraucht:


    1. eine Endo-Revision am schuldigen Brückenzahn


    2. keine WSR, keine Zysten-OP


    Die Schmerzen: da bin ich mir nicht ganz sicher, ob dahinter jetzt eventuell eine Pulpitis des frisch massakrierten 1ers steht, oder vielleicht eine Neuropathie des Trigeminus. Das würde bedeuten, dass der Gesichtsnerv von den vielen und schmerzhaften Eingriffen beleidigt ist, und jetzt mit einfach so weh tut - ohne erkennbaren Grund.


    Wenn das zutrifft, dann sollten Sie unbedingt jetzt sofort mehrere Wochen mittelstarke Schmerzmittel (Dolomo, Novalgin) nehmen, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern.


    Und zu diesem Kollegen würde ich nicht mehr gehen.


    Viele Grüße


    Joachim Wagner

    vielen Dank für Ihr schnelles Feedback, Herr Wagner.


    Ich weiß nicht so recht. Ich will den Zahnarzt so schnell eigentlich nicht verurteilen. Ich bin seit 4 Jahren bei ihm, er hat eine tolle Praxis, tolle, einfühlsame Mitarbeiter und eigentlich bin ich immer sehr zufrieden und gehe fast gerne dort hin. Er erklärt normalerweise auch alles ausführlich. Dazu ist noch zu sagen, dass ich generell "Problemzähne" habe. Ich pflege sie sehr gründlich, gehe auch zur professionellen Prophylaxe. Aber wenn sich was entzündet, dann ist es immer schlimm bei mir!


    Warum er entschieden hat, ohne weitere Untersuchungen den Zahn zu ziehen, kann ich leider auch nicht nachvollziehen. Das werde ich ihn aber fragen. Ein Röntgenbild werde ich auch machen lassen. Vielleicht geh ich auch mal zu einem zweiten Zahnarzt um mir eine zweite (bzw. dritte) Meinung einzuholen.


    Kann es denn nicht sein, dass er mich, meine Zähne und meine Vorgeschichte so gut kannte, dass er einfach so entscheiden konnte, den Zahn zu ziehen?


    Seit gestern morgen haben die Schmerzen soweit nachgelassen, dass ich nur noch 1 x täglich Abends eine Schmerztablette brauche. Ich hoffe, das Antibiotika schlägt nun endlich an. Ich meine auch, nach 11 Tagen heftigen Schmerzen reicht es ;-)


    Zu Ihrem Beitrag: Was ist denn eine Endo-Revision? Wieso schleift man 1er nicht an? Ist es in meinem Fall nicht nötig gewesen?


    Und was ist eine Pulpitis?


    Heute Abend habe ich nochmal einen Termin beim Zahnarzt und werde einige Dinge ansprechen. Wie gesagt, ich wurde dort immer sehr gut behandelt, und auch das Provisorium, dass ich nun bis Dezember trage macht einen hervorragenden Eindruck! Ich möchte da jetzt auch nicht ungerecht sein.


    Ich freue mich auf Ihre Antwort!

    Hallo!


    Ich wollte nochmal eine Rückmeldung geben:


    War nochmal beim Zahnarzt und habe ihn gefragt, warum der Zahn raus musste. Er war wohl von unten und oben her entzündet, so dass man ihn nicht mehr hätte retten können. Das hat mir eine andere Ärztin aus der Praxis (ist eine Gemeinschaftspraxis) bestätigt.


    Meine Schmerzen kommen von einer trockenen Alveole, so der Arzt. Ich musste jetzt diese Woche jeden Tag antanzen und er hat mir mit einer kleinen Nadel Antibiotika-Salbe unter die Brücke, direkt an die Entzündung gespritzt. Heute ist der erste Tag, an dem ich sagen kann ich habe seit 24 Stunden keine Schmerztablette nehmen müssen. Scheinbar habe ich es jetzt überstanden.


    Noch eine Frage: Wie ist das mit dem Kieferrückgang, wenn man jahrelang eine Brücke trug? Wie muss ich mir das vorstellen? Sehe ich in 10 Jahren aus wie Frankenstein? Gibts dafür ne Infoseite, wo man sich sowas mal ansehen kann?


    Viele Grüße,