Seltsamer Verlauf nach Weisheitszahn-OP

    Was einfach und standardmäßig begann wurde ein besonderer Fall...


    Ich habe vor 2 Wochen meien WHZ oben gezogen bekommen. Die Zähne waren schon weit draußen und der Chirurg musste nur kurz mit einer Zange ziehen/drehen, schwupps waren sie draußen. Hat keine 10 Minuten gedauert und lief unter Lokalanästesie.


    Ich bin nach Hause (und habe 12h den Mund zu gehalten, um Druck auf die offenen Stellen zu geben, damit die Blutung gestillt wird.


    Die Anästesie ließ nach und ich hatte praktisch keine Schmerzen. Die Blutung ging rasch zurück, am 2. Tag war nicht mehr davon zu merken. Am 2. und 3. Tag keine Schmerzen, keine Probleme.


    Am 4. Tag musste ich wieder zur Abeit und bekam abends Schmerzen und eine Kieferklemme (max. ca. 6mm Öffnung). Ich dachte das wäre normal bzw. die Anstrengung. Am 5. Tag (Freitag) ging es morgens etwas besser und ich ging wieder zur Arbeit. Die Schmerzen wurden immer schlimmer, Nachmittags nicht mehr auszuhalten. Ich ging nach Hause, der Arzt hatte zu und ich dachte immernoch, das wäre normal und ich bräuchte nur Ruhe.


    Samstag war die Hölle. Beide Seiten geschwollen und bestialische Schmerzen. Sonntag war nur noch eine Backe geschwollen. Die Schmerzen konnte ich nicht in den Griff bekommen. Ich habe Ibuprofen 400 und Paracetamol probiert, so gut wie kein Effekt.


    Montag morgen ging ich zu meinem Chirugen. Als ich bei ihm war muss ich recht gelassen gewirkt haben, die Schmerzen waren abends immer schlimmer als morgens. Ich fragte ihn, was ich gegen die Schmerzen tun sollte, und er log mich dreist an und meinte, er dürfe mir nichts verschreiben, weil Schmerzmittel frei erhältlich wären. Damit war das Gespräch beendet. Dass er mir nicht einmal sagte, dass ich kein Aspirin nehmen sollte, empfinde ich als mehr als fahrlässig. Bei den Blutungen, die ich noch bekommen sollte, hätte mich die Einnahme von Aspirin leicht in eine lebensbedrohliche Lage bringen können!


    Der Chirurg meinte, es wäre keine Entzündung zu erkennen und er glaube, dass tiefer im Kiefer eine Entzündung vorliegen würde. Er gab mir ein Antibiotikum (Amoxiclav 8xx/2xx).


    Wegen seiner schlichten Weigerung, mich zu Schmerzmitteln auch nur zu beraten wechselte ich den Arzt und ging Dienstag morgen zu einem anderen Kieferchirurgen. Auch er sagte, dass er äußerlich keine Entzündung feststellen könne. Gegen die Schmerzen verschrieb er mir Novalgin. Er empfahl mir, mit Mundübungen den Mund weiter auf zu bekommen.


    Die Schwellungen gingen in der ganzen Zeit immer weiter zurück - nur leider der Schmerz nicht. Novalgin hatte keinen Effekt auf die Schmerzen. Ibuprofen 400 nur einen sehr minimalen Effekt. Ich habe es mit den Mundübungen versucht, mit dem Erfolg, dass ich Schmerzen hatte wie nie zuvor und die Kiefersperre (die Freitag bis Montag unverändert bliebt) nun schlimmer wurde - ca. 4mm. So konnte ich die Amoxiclav-Tabletten nicht mehr nehmen. Also bin ich am Mittwoch wieder zu dem Arzt. Ich setzte auch alle Schmerzmittel ab, da der Effekt nicht der Rede wert war.


    Der Arzt versuchte dann selbst und ohne jede Betäubung meinen Mund weiter zu öffnen, um besser gucken zu können. Ich wehrte mich dagegen. Er sagte, dann könne er nichts für mich tun außer mich ins KH zu überweisen. Er sagte auch, dass es nichts bakterielles sei, da er den Mund weiter öffnen konnte, und fand nicht schlimm, dass ich das Antibiotikum unfreiwillig abgesetzt hatte.


    Und nun wird es langsam kurios: am Nachmittag verschwanden die Schmerzen. Einfach so. Ohne erkennbaren Grund. 4h lang war ich komplett schmerzfrei, konnte schnell ein paar Dinge erledigen, alles ging leicht von der Hand (ohne jede Medikation!). Dann kamen die Schmerzen wieder, genau wie zuvor.


    Im KH hat der Arzt einen simplen Test angewendet: er hat neben die WHZ-Lücken gedrückt und geschaut, ob mir das weh tut. Es tat mir weh. Aha, sagte der Arzt: entzündet. Also doch. Meine WHZ-Lücken wurden unter Lokalanästesie ausgekratzt / von entzündlichem Gewebe befreit, was dazu führte, dass nun eine offene Verbindung zur Nase bestand. Der Arzt meinte ich solle Ibuprofen 800 nehmen und unbedingt Novalgin.


    Ibu 800 half etwas. Die Schmerzen waren nicht weg, irgendwie transormiert, aber etwas erträglicher. Novalgin: kein Effekt. Und am Abend verschwanden die Schmerzen wieder.


    Seitdem sind die Schmerzen weg (seit ca. 50h) und ich nehme keine Schmerzmittel mehr. Die Kiefersperre ist noch da und jeder Versuch einer Übung holt die bestialischen Schmerzen zurück. Ibu 800 und Novalgin haben auf den Schmerz während einer Übung keinen Effekt (Ibu konnte nur den vorher da gewesenen Grundschmerz lindern, aber der Übungsschmerz bleibt unverändert stark oder die Linderung ist im Vergleich zum Schmerzniveau so gering, dass ich sie nicht bemerke).


    Jetzt sagt der Arzt, die Schmerzen kämen von einer Verkrampfung der Muskeln und ich solle dran bleiben und weiter üben. Ich glaube das nicht! Es gibt noch einen weitere Ursache, da bin ich mir sehr sicher... ich bin mir auch sicher, dass Übungen bei einem solchen Schmerzniveau nicht hilfreich sind. Die Verkrampfung ist da, ich kann sie auf beiden seiten spüren, aber der Hauptschmerz kommt von ein kleines bisschen weiter "hinten", weiter oben, und nur auf einer Seite. Auf dieser Seite tut auch das Ohr leicht weh und die Backe war lange heiß und geschwollen.


    Ich versuche den Arzt zu überzeugen, dass ich ein CT brauche, aber er hat mir bisher nur noch manuelle Therapie verschrieben. Ich bin skeptisch.


    Kann sich irgend jemand das merkwürdige Schmerzverhalten erklären?


    - bestialische Schmerzen nur auf einer Seite und nur wenn ich versuche den Mund zu öffnen


    - wenn der Schmerz da ist, hilft weder Ibu noch Novalgin oder Paracetamol. Nur kühlen hilft.


    - im Ruhezustand anfänglich ebenso schmerzhaft, dann (plötzlich!) nahezu komplett schmerzfrei, erst nur für 4h, dann dauerhaft


    Danke und Gruß,


    jaktrip


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