Ständiges Zähneknirschen und -beißen tagsüber & nachts

    Hallo *:)


    Seid ungefähr einem Jahr habe ich das Problem, dass ich permament meine Zähne beschäftige. Ich kaue oder mahle mit den Zähnen, schiebe sie gegeneinander, befühle sie mit der Zunge. Ich kann das immer nur für ganz kurze Zeit abstellen und erwische mich binnen Sekunden wieder dabei, dass ich damit anfange.


    Das ist bei mir mittlerweile so weit, dass ich ständig Kopfschmerzen habe, mich müde und abgeschlagen fühle. Ich habe auch Ohrenschmerzen, die keine körperliche Ursache haben. Mein Kiefer knirscht und kracht, wenn ich ihn weit öffne, mein Gesicht tut weh und ich fühle mich ständig angestrengt.


    Jetzt weiß ich nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Ich vermute, dass die Ursache stressbedingt ist, aber ich weiß nicht so recht, wie ich den Stress abbauen soll.


    Kennt jemand sowas? Wie seid ihr dagegen vorgegangen?

  • 9 Antworten

    Hallo Schehezerade,


    dein Problem kenne ich zu gut. Bei mir ist es zwar nicht ganz so extrem das ich dauernd im Mundraum beschäftig bin, aber ich Knirsche Nachts so heftig mit den Zähnen das ich meinen Partner aus dem Bett werfe!


    GEmerkt habe ich es auch durch ganz schlimme Ohrenschmerzen. Der HNO-Doc hat mich zum Zahnarzt geschickt.


    Ich habe jetzt eine Schiene (Aufbissschiene) auf dem Oberkiefer die verhindert das man durch das Knirschen sich die Zähne oder das Kiefergelenk abreibt.


    Leider hilft die Schiene nicht gegen das Knirschen weil es ja komplett Stressbedingt ist. Mein Arzt sagte das es daher kommt wenn man z.B. Nachts nicht abschaltet. Daher auch der Spruch "auf die Zähne beissen"!


    Seit ich die Schiene habe, geht es mir viel besser!


    Aus welcher Region kommst du?

    Deine Probleme kenn ich von mir. Ich nehme alle Probleme mit ins Bett und kaue in der Nacht darauf herum. Dadurch habe ich Tinnitus und einen verkrampften KIefermuskel und Spannungskopfschmerzen bekommen.


    Was mir geholfen hat ist eine Aufbissschiene für in der Nacht, damit ich meine Kiefermuskeln wenigstens dann etwas entspannen kann. Wenn ich diese Aufbissschiene zudem tagsüber trage, vermindert sie daurch auch die Kraftausübung auf das Gelenk.


    Kopfschmerzen und Tinnitus sind dadurch stark besser geworden.


    Was ich dir aber ans Herz legen möchte, ist eine Entspannungsmethode wie Jakobsen oder Autogenes Trainig. Dadurch lernte ich damals bewusst zu entspannen und merkte dadurch zeitgleich erst, wie verspannt ich überhaupt war/bin.


    Liebe Grüße

    Danke für eure Antworten.


    An eine Aufbissschiene habe ich auch gedacht, allerdings löst sie das Problem aber nur nachts. Schlimmer scheint es mir fast am Tag zu sein, ich fange ständig damit an. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie der Kiefer sich entspannt anfühlt oder wie seine Position sein müsste, wenn ich "locker lasse". Ich habe auch das Gefühl, dass die Zähne gar nicht richtig aufeinander stehen und irgendwie anders sein müssten.


    Ich komme aus dem Ruhrgebiet.

    Zitat

    Was ich dir aber ans Herz legen möchte, ist eine Entspannungsmethode wie Jakobsen oder Autogenes Trainig. Dadurch lernte ich damals bewusst zu entspannen und merkte dadurch zeitgleich erst, wie verspannt ich überhaupt war/bin.

    Ich denke das auch. Aber wie lernt man das optimalerweise? Ich hab mir mal CDs und Anleitungen für autogenes Training gekauft, aber ich komme damit irgendwie nicht zurecht. Irgendwie bin ich trotzdem angespannt.

    Schehezerade, das Problem dass du tagsüber hast, habe ich auch! Ständig spiele ich mit der Zunge an den Zähnen herum und stochere und lecke und piekse, davon bekomme ich schon eingebildetete Zahnschmerzen!


    Schlimm ist das. Aber eine Idee, wie man das abstellen kann, habe ich leider auch nicht.


    Überliste mal das Unterbewusstsein! ;-D

    Die Entspannungstechniken habe ich nacheinander bei der VHS gelernt. Zuerst Jakobsen und dann im nächsten Halbjahr Autogenes Training. Das habe ich jeweils zu Hause mit Kopfhörer und CD weiter geübt/praktiziert. Wichtig ist, dass man es täglich macht – zumindest am Anfang, damit ein Lernerfolg stattfinden kann.


    Meine Aufbissschiene trage ich oft bei der Arbeit am Tag. Bin Handwerkerin und muss oft schwer heben/arbeiten. Da beiße ich oft die Zähne fester aufeinander als nötig. Mit der Schiene im Mund wird diese Kraft auf das Gelenk gebremst. Dadurch bleiben auch die Kiefermuskeln entspannter.


    Meine Schiene liegt lose auf der unteren Zahnreihe auf und bringt den Unterkiefer in eine entspanntere Position. Ich habe einen leichten Überbiss.


    In letzter Zeit merke ich, dass ich sehr oft tagsüber gar nicht mehr presse. So als würde die Schiene im Mund sein ...


    Versuch mal, wenn du am PC sitzt, einen Plastikeinkaufchip oder dergleichen zwischen den Lippen zu halten. Solange du den festhältst, mit den Lippen, können deine Kiefermuskeln Pause machen.


    Auch mit den Lippen pfeifen entspannt die Kiefermuskeln.


    Oder du tauchst in der Badewanne mal unter und pustest schön langsam Luftblasen nach oben. Das entspannt herrlich. Kein Witz! Kurz und tief einatmen – und dann untertauchen und langsam und lange ausatmen! Mindestens dreimal so lange ausatmen wie das Einatmen gedauert hat. Ausatmen ist Entspannung. Und damit signalisierst du deinem Unterbewusstsein, dass Entspannung wichtiger ist als Anspannung.

    Vielen Dank für eure Beiträge!


    @ KatzenfrauchenIvy.. Zahnschmerzen bekomme ich teilweise auch, aber eingebildet sind die nicht. Sie werden eher empfindlich. Unangenehm!

    @ Susizuki.. Okay,

    die Idee mit der VHS kam mir auch schon. Das wird vermutlich noch ein bisschen warten müssen, weil ein Umzug ansteht und ich dann nicht weit fahren möchte zu solch einem Kurs, aber das werde ich in Angriff nehmen. Auch die anderen Dinge hören sich interessant an – ab & zu mach ich schon ein paar Übungen, aber so die richtige Tiefenentspannung bringt es nicht, also auf Dauer.


    Im Job kann ich leider keine Schiene tragen, denn

    und muss dafür den Mund freihaben zum Sprechen ;-D Aber vielleicht wäre es für zu Hause ein Anfang. Wer fertig so eine Schiene an? Ein normaler Zahnarzt oder ein Kieferorthopäde?


    Das mit dem Chip hab ich gerade probiert – und ihn schon durchgekaut :-( Es ist unfassbar, wie wenig Kontrolle ich darüber habe.

    Zitat

    Ich habe auch das Gefühl, dass die Zähne gar nicht richtig aufeinander stehen und irgendwie anders sein müssten.

    Bitte geh zu einem guten Zahnarzt. Der prüft wie dein Aufbiss ist. Das war bei mir zwar ziemliche Fummelsarbeit, hat aber deutlich was gebracht. Leider achtet wohl kaum ein Zahnarzt darauf. Ich presse zwar immer noch, aber ich habe deutlich weniger Probleme. Evtl. kann dir der Zahnarzt eine Überweisung zu einem Physiotherapeuten/Osteopathen geben. Allerdings musst Du einiges selber dazu zahlen. Aber der kann sich den Kiefer mal genauer anschauen und Blockaden lösen.

    Der Zahnarzt sollte dein Ansprechpartner sein. Er passt auch die Schiene an.


    Außerdem kann er ein Rezept für Kiefermassage ausstellen.


    Mir hat es Erleichterung verschafft.

    Ich habe meine Schiene bei einem auf CMD spezialisierten Zahnarzt hier in Köln anfertigen lassen. Dieser hat mir auch Rezepte für einen Osteophaten ausgestellt, der meine verkrampften Kiefermuskeln manuell lockerte.