Über neue Kronen unglücklich

    Ich habe 6 alte Kronen durch neue ersetzen lassen. Obwohl vereinbart war, dass die neuen Kronen den alten so weit wie möglich nachempfunden werden, sind sie zu lang und zu bauchig geraten, erzeugen ein sehr fremdartiges Bissgefühl, und zwei sind schon abgeplatzt.


    Seltsame Vorkommnisse erregen meinen Verdacht, dass es Versäumnisse gegeben hat: 1) Das Zahnlabor bekam vom Arzt trotz mehrfacher Bitten das alte Situ-Modell nicht ausgehändigt. 2) Das Zahnlabor monierte einen Abdruck und wünschte, dass er neu gemacht werde, wofür ich einen Termin vereinbarte, der seitens der Praxis später gestrichen wurde. Begründung: nach Absprache mit dem Labor sei nun doch alles in Ordnung. 3) Als ich vom Fehlen des Situ-Modells erfuhr und schriftlich meine Besorgnis äußerte, reagierte der Zahntechniker so: Statt a) auf meine Bedenken einzugehen, b) unter den gegebenen Umständen den Auftrag abzulehnen, c) mich zu warnen, dass das Auftragsziel u. U. verfehlt werden könnte, oder d) mir alternative Wege aufzuzeigen (z.B. Provisorium, das nach und nach perfektioniert wird, bis es als Vorlage für neue Kronen dient), bat er mich nach einer Woche, schnellstmöglich einen Termin zur Einprobe zu machen, die Kronen seien fertig und nun eben "mit Erfahrung" gemacht worden.


    Das verleitete mich zur Annahme, dass die Kronen auch ohne Modell auftragsgemäß erstellt wurden. Deshalb gab ich bei der Einprobe mein OK, denn ohne Glanzbrand konnte ich die Bauchigkeit u.a. noch nicht erkennen, und wegen der Länge beruhigte man mich: wenn die Kronen richtig eingesetzt seien, säßen sie tiefer im Zahnfleisch und würden kürzer aussehen. Außerdem zeigten sich Techniker und Zahnarzt sehr zufrieden mit ihrer Arbeit.


    Heute lehnt der Techniker alle Verantwortung ab: ich hätte vom Fehlen des Situ-Modells gewußt und bei der Einprobe mein OK gegeben. Und mein Zahnarzt ist nur bereit, die Abplatzungen an den neuen Kronen zu glätten, aber keinesfalls würde er alle Kronen neu machen.


    Ich habe 6000 EUR dafür bezahlt. Muss ich das alles so hinnehmen? ":/

  • 5 Antworten

    Dann mit der Krankenkasse reden, die stellen auch einen Gutachter.


    Und neue Kronen lasse ich mir immer einige Wochen nur provisorisch einsetzen, falls was ist....


    Und da bei neuen Kronen immer die Zähne auch neu geschliffen werden müssen, ist der Zahnstumpf ein anderer als bei ersten Kronen, dass die Kronen da anders gearbeitet werden müssen, ist klar.


    Aber ich würde das mit der Krankenkasse besprechen.


    Ich zahle selbst im teuren Hamburg für eine Krone nicht mehr als 600 €, ganz schön teurer Vertrag, den Du da abgeschlossen hast (im Vorab, denke ich).

    Handelt es sich um eine Behandlung in Deutschland und über eine gesetzliche Krankenversicherung oder privat versichert?


    Einmal kurz der Hinweis der allgemeine Hinweis zur Situation im Deutschen System, dass Vertragsverhältnis ist mit der Praxis, das heißt wegen Mängelbeseitigung und Nachbesserung muss man sich an den Zahnarzt wenden. Mit dem Zahntechniker und dem Zahntechnischen Labor gegenüber besteht kein Rechtsverhältnis und auch keine Ansprüche.


    Eine Anprobe ist immer dafür da neben Sitz, Passung, etc. auch die Ästhetik zu überprüfen. Wenn man da sein OK gibt, geht man als Behandler auch davon aus, dass der Patient zufrieden ist. Vom Zahntechniker und Zahnarzt ist es natürlich nicht sonderlich überlegt, einen Patienten dabei zu bequatschen.


    Wie BenitaB. schon schrieb, im Zweifelsfall am besten erst provisorisch einsetzten lassen und Probetragen wenn möglich.


    Abplatzungen sollen so schnell natürlich nicht auftreten, lassen sich je nach Lage und Material aber leider nicht immer vermeiden, z.B. sogenanntes Chipping gehört zu den allgemeinen Behandlungsrisiken. Darüber sollte man vor der Behandlung aber auch aufgeklärt worden sein.


    Falls es sich um eine Behandlung über eine gesetzliche Krankenkasse handelt, mit denen sprechen und gegebenenfalls ein Gutachten anfordern lassen. Dabei wird aber nur nach den Behandlungsrichtlinien der GKV beurteilt ob die VErsorgung ausreichend ist.


    Und ja, 1000,- pro Krone kommt mir auch etwas heftig vor.

    Danke für Ihre Antwort! Die Behandlung hat in Deutschland stattgefunden. Gesetzliche Krankenversicherung, KKH. Die verwies mich an die kassenzahnärztliche Vereinigung, von der ich noch keine Antwort erhalten habe.


    Provisorisches Tragen hätte ich begrüßt, war aber bei diesen Kronen (Zirkonium und eMax) war das offenbar nicht möglich. Ich hatte den Techniker extra gefragt.


    Die Versorgung dürfte nach den Behandlungsrichtlinien als ausreichend eingestuft werden, da ich keine Schmerzen oder sonstigen Beschwerden habe. Mich stört aber, dass sie so lang und bauchig sind und den Kronen, die ich davor hatte, so wenig ähneln. Der Zahntechniker lässt durchblicken, dass er die alten Kronen besser hätte nachbilden können, wenn ihm der Zahnarzt das alte Situmodell zur Verfügung gestellt hätte. Bleibt es im Ermessen des Zahnarztes, wie weit er das externe Zahnlabor bei dessen Arbeit unterstützen will, auch wenn ich so viel Geld dafür bezahle? Immerhin war schriftlich fixiert, dass die alten Kronen "so gut wie technisch möglich" nachgebildet werden sollen.


    Hier ein Vergleich zwischen den alten und neuen Kronen:


    https://mit-neuen-zaehnen-unzufrieden.blogspot.de/2017/11/zahnkronen-im-vergleich-1995-2016.html


    Ich bin sehr unglücklich damit, aber vielleicht ist mein Anspruch übertrieben?

    Kronen mit Zirkongerüst oder Vollzirkon und Einzelkronen aus Emax können definitiv provisorisch befestigt werden. Gibt extra spezielle Befestigungsmaterialien dafür. Muss man nur vorrätig haben.


    Ohne das ganze Gesicht zu sehen würde ich sagen, dass ist optisch erstmal so i.O..


    Was ich bedenklicher finde ist bei so starken Abrasionsspuren und einer offensichtlichen Absenkung der Bisshöhe dies durch so verlängerte Kronen zu kompensieren.


    Da sind zumindest erste Anzeichen eines Bruxismus und es sollte vorher mindestens eine CMD-Screening stattgefunden haben.


    Gerade bei verblendeten Zirkonkronen ist da ein deutlich erhöhtes Risiko, dass Teile der Verblendung abplatzen, so wie auf den Bildern schon erkennbar. Das sieht nicht so aus wie Chipping am Kronenrand, sondern richtige Absplitterungen an der Schneidekante.