Wie wird ein Stiftzahn ausgetauscht?

    Hallo!


    Ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Seit einem Unfall im jugendlichen Alter habe ich im Oberkiefer einen Stiftzahn als Schneidezahn, der in die (tote) Wurzel des Urspungszahns einzementiert ist. Dieser soll nun (nach 14 Jahren) wegen diverser Probleme gegen ein anderes Material ausgetauscht werden. Leider kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie das gemacht wird ??? Insbesondere:


    Wie wird der Zahn aus dem Zement gelöst?


    Verursacht die Lösung Schmerzen?


    Kann dabei die Zahnwurzel beschädigt oder mit herausgezogen werden? (Ich hab nämlich das Gefühl, dass der jetzige Zahn bereits etwas (minimal) locker ist)


    Wie viele Tage (Wochen?) wird die gesamte Prozedur (alter Zahn raus, neuer Zahn anpassen, herstellen und einsetzen dauern?


    Bekommt man in der Zwischenzeit wenigstens ein Provisorium eingesetzt?


    Vielen Dank schon mal!@:)

  • 8 Antworten
    Zitat

    Wie wird der Zahn aus dem Zement gelöst?

    Mein ZA hat damals zuerst die Krone weggeschliffen und den Stift dann mit Ultraschall gelockert bis er ihn rausziehen konnte.

    Zitat

    Verursacht die Lösung Schmerzen?

    Nein, der Zahn ist ja bereits tot.

    Zitat

    Kann dabei die Zahnwurzel beschädigt oder mit herausgezogen werden? (Ich hab nämlich das Gefühl, dass der jetzige Zahn bereits etwas (minimal) locker ist)

    Mein ZA hatte mich gewarnt, daß bei dem ganzen Prozedere die Wurzel brechen könne und er den Stift nicht rausbekommt, dann wäre der Zahn verloren gewesen. Allerdings handelte es sich um einen Zahn, der zu dem Zeitpunkt bereits seit 40 Jahren nervtot war. Es ging alles gut und ich habe ihn immer noch (Doc ist aber auch Endo-Spezialist). Bist du sicher, daß der Zahn und nicht der Stift bzw. die Krone locker ist? Außerdem federt jedert Zahn etwas in seinem Zahnfach.

    Zitat

    Wie viele Tage (Wochen?) wird die gesamte Prozedur (alter Zahn raus, neuer Zahn anpassen, herstellen und einsetzen dauern?

    Kommt drauf an, wieweit der Zahn nochmal aufbereitet werden muß, evtl. vorhandene Entzündung, Wurzelkanalreinigung usw. Im günstigsten Fall 2-3 Wochen.

    Zitat

    Bekommt man in der Zwischenzeit wenigstens ein Provisorium eingesetzt?

    Ja logisch, stell dich aber drauf ein, daß das Provi alle paar Tage abfällt und du zum neu einkleben zum ZA must.

    Vielen Dank!!!


    Was ist denn, wenn tatsächlich irgendwas mit der Wurzel passiert und ein Stiftzahn dann nicht mehr möglich ist? Was für Möglichkeiten hat man denn dann noch? Ich meine, ich muss damit ja auch abbeißen können - da bleibt doch nur das Implantat, oder? Was kostes sowas dann?

    In dem Fall würde der Restzahn/Wurzel entfernt. Als ZE käme Implantat oder Brücke infrage. Die Kosten sind sehr unterschiedlich, je nach Material und notwendigen Zusatzarbeiten wie Knochenaufbau, Zahnfleischkorrektur usw. Das wird der ZA zu gegebener Zeit mit dir besprechen und einen HuK-Plan erstellen, aus dem der Anteil der KV und dein Eigenanteil hervorgeht.

    Eine Frage hätt ich noch: Woraus besteht das Provisorium und wie sieht das dann aus? Wird dafür ein Abdruck genommen oder bekommt man dann irgendein "Standardmodell"? Und wie wird das festgemacht, wenn doch der Stift nicht mehr drinnen ist? Entschuldige die vielen Fragen, aber es betrifft einen Schneidezahn bei mir und das ist ja irgendwie auch ständig sichtbar. Danke nochmal @:)

    Das Provi ist aus Kunststoff und mehr oder weniger zahnfarben, je nachdem, was dein ZA verwendet (bei mir war es ein 6er Backenzahn, Optik war also nicht so wichtig, und bei Kunststoffen habe ich wegen unendlichen Allergien sowieso keine Auswahl). Auf den Zahnstumpf wird eine Aufbaufllg. gemacht und darauf das Provi - ich habe auch jetzt bei der definitiven Versorgung keinen Stift mehr, nur die Aufbaufllg. und von dem Zahn war bis zur Zahnfleischgrenze wirklich nichts mehr da. Hält prima (Zirkonkeramik mit Harvardcement).


    Befestigt wird das Provi mit einem speziellen Zement auf der Aufbaufllg., geht dann auch ganz leicht wieder runter, leider auch gern mal von allein. Alternativ ist als Provi auch eine Klebebrücke möglich. Dabei wird das Teil an den Nachbarzähnen mit provisorischem Kleber befestigt, hält aber auch nicht besser. Bei meinem Mann wurde als Provi die alte Keramikkrone verwendet, die er währende der Einheilzeit seines Implantats als Klebebrücke trägt.


    Abdrücke sind dafür natürlich erforderlich, sonst paßt das ja nicht.

    Heute war es soweit. Die Krone ist ab. An den Stift hat sich mein Zahnarzt dann doch nicht rangetraut, weil dieser wohl zu groß war und eine Entfernung die Wurzel mit großer Wahrscheinlichkeit zerstört hätte. Nunja, das Provisorium sitzt jetzt auf dem Stift und sieht ganz passabel aus. Bloß gut, denn damit muss ich jetzt bis Anfang März rumrennen. Danke nochmal, für die gute Vorbereitung, hat mir viel Nervosität erspart!:)^

    Naja, ich hab noch einen Termin dazwischen, wo der Zahntechniker dabei ist. Aber da bekomm ich ja wieder nur ein Provisorium Aber offiziell dauert es wohl so lange, weil mein Zahnfleisch an der Stelle der alten Krone dauerentzündet war und sich das jetzt erstmal beruhigen soll, bevor die neue draufkommt. Das mit der Entzündung stimmt auch. Inoffiziell (das denke ich mir, ist auch der Grund) macht die Praxis in der Zeit auch noch ein bisschen Urlaub, so dass sich das alles nach hinten schiebt und meine Entzündung gerade recht kam... ;-D