Wurzelbehandlung wirklich notwendig?

    Hi,

    ein 6er hat ne tiefe Füllung. Nachdem ich in den letzten Woche zum zweiten mal ne Stecknadelkopf große Schwellung am seitlichen Zahnfleischrand bemerkt habe, die wieder verschwand, bin ich zum ZA. Sie röntgte den Zahn und man sah um den Zahn ne dunkle Zone. Sie meinte der Knochen sei schon aufgelöst. Sie empfahl ne möglichst zügig ne Wurzelbehandlung.


    Der Zahl schmerzt nicht, ist nicht klopfempfindlich, hat aber den Kältetest nicht bestanden und ist leicht dunkler als die umliegenden Zähne.


    Was mich wundert, warum habe ich keine Schmerzen, der Zahn ist 2014 gefüllt worden, n paar Jahre später hatte ich tatsächlich mal starke Schmerzen an dem Zahn. Damals schob man es allerdings auf den überstehende Füllung. Danach hatte ich keine Beschwerden mehr.


    Meine Frage, könnte man nicht warten, bis ich tatsächlich Schmerzen an dem Zahn habe, quasi als Beweis?


    Sie war sich allerdings sehr sicher.


    Danke

    Skunk

  • 28 Antworten

    Das einzige was du machen kannst ist noch eine zweite Meinung einholen von einem anderen Zahnarzt. Oder du wartest nach deinem Plan aber ich glaub es ist besser hier früh zu handeln statt zu warten. Die Diagnose deines ZA ist ja ziemlich einedutig und wenn der Kieferknochen sich auflöst kann es sein, dass man noch andere, gesunde Zähne verliert.


    Also ich würde nicht warten bei dieser Diagnose, geh zu einem anderen Zahnarzt und hör dir dessen Meinung an. Dann weißt du mehr und kannst entscheiden. Aber nicht warten.

    Ja danke, ich werde es wohl machen lassen, meine ZA ist zudem aud Wurzelbehandlungen spezialisiert, die haben mir dort schon einen anderen bereits wurzelbehandelten Zahn, der nach nem Sturz abgebrochen war mit schlechter Prognose aufbereitet. Ich selbst habe die Abdunklung ja auch im Röntgenbild gesehen. Und die Prognose liegt bei 90%.

    Nur kurz, Schmerz sollte nicht das Zeichen sein, dass man sich helfen lässt, denn wenn du Pech hast, schmerzt der erst, wenn man nichts mehr machen kann und der gezogen werden muss.

    Ja, ist richtig, ich hatte schon eine Wurzelentzündung, weil ein anderer Zahn ein Schleiftrauma bekommen hat. Die Schmerzen waren schon extrem. Bin auch der Meinung bei diesem Zahn ähnliche Schmerzen hatte, damals schloss man aber auf ne Zahnfleischentzündung.

    Skunk schrieb:

    Sie röntgte den Zahn und man sah um den Zahn ne dunkle Zone. Sie meinte der Knochen sei schon aufgelöst. Sie empfahl ne möglichst zügig ne Wurzelbehandlung.

    Das geht nicht von allein Weg.

    Nofy schrieb:

    Nur kurz, Schmerz sollte nicht das Zeichen sein, dass man sich helfen lässt, denn wenn du Pech hast, schmerzt der erst, wenn man nichts mehr machen kann und der gezogen werden muss.

    :)z

    Ein absterbender bzw. toter Zahn muss nicht zwangsläufig Schmerzen machen. Solange der Zahn durch eine Wurzelbehandlung noch zu erhalten ist, würde ich sie auf jeden Fall machen lassen.


    Nach einer Chemotherapie starben bei mir mehrere gefüllte und überkronte Zähne ab. Ich hatte keinerlei (!) Schmerzen. Da ich auch sehr oft und lange im Krankenhaus war, konnte ich meine Termine beim Zahnarzt nicht mehr so wahrnehmen, wie ich das eigentlich wollte. Schließlich mussten im Februar fünf Zähne gezogen werden. Da war leider nichts mehr zu retten. Alle fünf Zähne wurden vom Kieferchirurgen regelrecht rausoperiert, da die Wurzeln bereits eine innige Verbindung mit dem Kieferknochen eingegangen waren, alles musste 'zigfach genäht werden. Der Eingriff dauerte 2,5 Stunden und war echt nicht witzig. Derzeit stehen noch zwei weitere Zähne auf dem Programm, bei denen ich hoffe, dass sie mittels Wurzelbehandlung noch zu retten sind.

    Hallo,

    ich hatte gestern den ersten Teil der Wurzelbehandlung per Mikroskop. Das heißt, die Kanäle wurden gereinigt, beim nächsten Termin wird gefüllt. Ich kann diese Form der Wurzelbehandlung nur empfehlen, denn ich kenne noch die herkömmliche ohne Mikroskop.


    Beste Grüße

    Skunk

    Hallo,

    bei mir ist die Wurzelbehandlung nun seit ca. 2 Wochen abgeschlossen. Der Zahn ist völlig schmerzfrei. Was ich allerdings in letzter Zeit feststelle, ist, dass die Fistel, die sich außen am Zahnfleisch gebildet hat immer mal wieder anschwillt. Um den Zahn herum hatte sich der Knochen entzündet. Mein nächster Kontrolltermin ist im Dezember, die Ärztin meinte, bis sich der Knochen wieder erholt, dauert ca. ein Jahr.


    Gruß

    Skunk

    Hast du im Verlauf der Wurzelbehandlung ein Antibiotika bekommen? Denn alleine bildet sich da nichts zurück.


    Bis Dezember würde ich damit nicht warten, denn wenn die Entzündung weiterhin erhalten bleibt, läufts du Gefahr den Zahn zu verlieren. Ich kann gerade ein Liedchen von singen.


    Und Schmerzfreiheit sagt gar nichts aus, hattest ja vorher auch schon eine Entzündung und keine Schmerzen. Also ab zum Zahnarzt, am besten zu einem Endodontologen. Denn ordentliche Wurzelbehandlungen sind quasi die Königsdisziplin der Zahnmedizin.

    Nach einer Wurzelbehandlung hatte sich bei mir ebenfalls eine Fistel gebildet, die auch mit mehrfachen Antibiosen nicht verschwand. Ging die Fistel auf, hatte ich eine Zeit lang ekelhaften Mundgeruch. Schließlich musste der Zahn gezogen werden.

    "Alleine" bildet sich nichts zurück, aber eine Wurzelbehabdlung IST die Therapie. Wenn da nicht gerade ein Abszess ist, bei dem man Angst hat, dass er nach Innen 'streut', sind Antibiotika völlig deplatziert und vor standardisierter AB-Gabe zu jeder Wurzelbehandlung wird auch explizit abgeraten.

    Nicht ersetzt die mechanische Aufbereitung. Gelingt sie, braucht es im Normalfall kein AB, gelingt sie nicht, bringt auch ein AB nichts.


    Bei Skunk klingt es so, als wäre alles gut und richtig verlaufen. Deine Verunsicherung ist unnötig.

    Die Fistel gehört natürlich vor Dezember kontrolliert. Wenn da wirklich was ist, bringen AB allein nichts und das wäre auch kein Zeichen, dassder Arzt was falsch gemacht hat. Zaubern kann der auch nicht, wenn der Patient so lange wartete.

    Hm, ich werde das mal beobachten, heute ist z.B. nichts. Sollte die Fistel sich jetzt ständig melden, lass ich das vor dem Termin kontrollieren. Erfahrungsgemäß ziehen die aber auch dann nicht einfach einen Zahn, sondern warten auch ab.


    Ich habe noch einen anderen wurzelgehandelten Zahn, inzwischen mit Revision und Stift. Die Revision wurde mit sehr schlechter Prognose gemacht. Da wird auch gewartet, bis er irgendwann nicht mehr arbeitet. Auch der hat eine Fistel, die sogar zwischenzeitlich mal vereitert war.