Wurzelfüllung: Krankenkasse und Kosten

    Hallo zusammen,


    ich habe gestern von meinem Zahnarzt erfahren, dass ich eine Wurzelfüllung brauche. Er musste mir nach einer tiefgehenden Karieserkrankung den Nerv ziehen und meint nun, dass das notwenidig sei...


    Er sagte, dass das die Krankenkasse nicht übernehmen wird und gab mir einen Preis von 450 EURO an! Das ist schon eine Menge Holz, oder? Habe bei der Krankenkasse nachgefragt und die sagten etwas von medzinischen Voraussetzungen, die gegeben sein müssen. Kennt die jemand? Außerdem sagte die Dame von der Krankenkasse, dass 450 EURO viel zu viel sind für eine Wurzelfüllung. Kennt sich jemand mit dem Preisniveau aus? Bin echt verunsichert...

  • 22 Antworten

    Das kommt drauf an, was Dein ZA alles einsetzt.


    Mikroskop, elektronische Längenmessung.... Je mehr, desto teurer aber vielleicht auch genauer. Ich persönlich fänd es sehr viel und würde eventuell eine Zweitmeinung einholen.


    Krankenkassen zahlen i.d.R. nicht mehr, wenn der betroffene Zahn an eine Lücke anschließt, wenn er nicht erhaltungswürdig ist, wenn es der letzte Zahn der Reihe ist (es sei denn, die Reihe ist schon sehr kurz) und Weisheitszähne schon mal gar nicht. Sicher hab ich was vergessen, aber die genauen Antworten kommen bestimmt noch.

    Die Behandlung eines Mahlzahns hat bei mir mit allem drum und dran (Röntgen, Betäubungsspritze, Wurzelkanalaufbereitung und Wurzelfüllung) ca. 350 EUR gekostet (bin nicht gesetzlich versichert, also bei privater Abrechnung).


    Der Stundensatz bei privater Liquidation liegt ca. bei 300 EUR. Rechnet der Arzt mit der gesetzlichen Krankenversicherung ab, sind die Sätze weitaus niedriger (manchmal aber auch die Qualität der Arbeit)


    Hinzu kommen später meistens noch die Kosten für eine Krone (zumindest bei Zähnen im Backenzahnbereich), da der Zahn sonst früher oder später wegbricht.

    Erstmal die Grundlage zur privaten Abrechnung:

    Frag mal nach einem Kostenvoranschlag und zeig den bei der Kasse vor. Ich würde skeptisch bleiben und evtl. eine zweite Meinung einholen. Für den ZA ist das schnell verdientes Geld;-)

    Das ist doch jetzt wohl ein schlechter Witz, daß die KK eine Wurzelfüllung (=Wurzelbehandlung?) nicht mehr zahlt, oder?

    @ Hase:

    Wie meinst Du das, was ist für den ZA schnell verdientes Geld? Eine WB?

    Und außerdem, was mich so aufregt:


    Es kann doch nicht angehen, daß alleine der ZA bestimmt, ob es medizinisch notwendig sei, oder nicht. Der Patient muß doch auch mitbestimmen können, ob und wie er den Zahn erhalten möchte, oder nicht.


    Bei mir z. B. steht anscheinend bald eine WB bevor. Und dann noch eine ganz blöde Stelle: Oben links, vorletzter Zahn. Meine ZÄ meinte, das sei ein ganz schwieriger Zahn bei einer WB, da dort mehrere Kanäle verliefen und es sei halt schwierig. Na toll. Die Alternative wäre, irgendein Calziummedikament unter die Füllung zu legen und zu hoffen, daß sich innerhalb einiger Monate eine Schicht bildet.


    Auslöser meiner mittlerweile steigenden Schmerzen ist eine tiefe Karies unter einer ehemaligen Kunststofffüllung, die nun erneuert werden mußte und tief ist.


    Ich hab mich im Internet über Endodontologen informiert, bei uns in der Stadt gibt es 2. Habe gleich meine KK (Barmer) angerufen und gefragt, wie es mit den Kosten hierfür aussieht. Habe nur eine schwammige Antwort erhalten. Es ist ungefähr so, daß meine ZÄ entscheiden kann, ob sie mich dahin überweist oder nicht. Na super. Sie hat mir Angst gemacht, daß das kompliziert wird und zu einem Fachzahnarzt darf ich nicht gehen?


    Ich habe eine riesige Angst vor der Behandlung, kann mir jemand Mut machen?:°(

    Zitat

    Frag mal nach einem Kostenvoranschlag und zeig den bei der Kasse vor. Ich würde skeptisch bleiben und evtl. eine zweite Meinung einholen. Für den ZA ist das schnell verdientes Geld

    Eine gut gemachte Endo für 450.- ist alles andere als schnell verdientes Geld. Das ist eher ein Schnäppchen.


    Wenn der ZA allerdings wie leider viele Kollegen keinen blassen Schimmer von Endos hat, finde ich den Betrag auch zuviel.

    Ja, ist es.

    Zitat

    daß das kompliziert wird und zu einem Fachzahnarzt darf ich nicht gehen?

    Du hast freie Arztwahl, sicher kannst Du auch zu einem Endodontologen gehen, wenn Du ohnehin selber zahlen mußt. Der arbeitet auch mit einem Mikroskop und hat bessere Voraussetzungen.

    Danke für die vielen Antworten!

    Hallo zusammen!


    Schön, dass mir so viele geantwortet haben :-) Habe meinen Termin jetzt erstmal abgesagt und werde mit dem Kostenvoranschlag bei der Kasse vorbei schauen, mal sehen was sich da machen lässt...


    Bei mir handelt es sich um den letzten Backenzahn links oben, falle ich damit unter das Kriterium


    "eine einseitige Freiendsituation vermieden wird"? ???


    Bin da echt vollkommen ahnunglos.


    Was meint Ihr damit, dass der ZA entscheiden kann, ob die Behandlung medizinisch sinnvoll ist? Hat das irgendeinen Einfluss auf die Kostenübernahme der Krankenkasse?


    Und noch eine ganz praktische FRage: Wenn ich jetzt zu einem anderen ZA gehe, um mir eine zweite Meinung zu holen, dann muss der doch die provisorische Füllung, die jetzt drauf ist wieder aufbohren um was sehen zu können, oder? Oder geht das auch anhand von Röntgenaufnahmen?


    Liebe Grüße

    mh in meiner praxis zahlt da niemand was.. komische sache in der ehemaligen praxis haben wir auch so 20 euro verlangt für elektronische längenmessung..


    allerdings müssen in der heutigen zeit die sprülungen auch bezahlt werden (damit alles desinfiziert und reste raus gespühlt werden) doch mein chef schenkt denen das.. naja schau mal nach nem anderen Za was er so bietet

    Zitat

    eine einseitige Freiendsituation vermieden wird

    Wenn auf in einem Kiefer ein Zahn (in Deinem Fall der im Unterkiefer) stehen bleibt, ist der ja nicht mehr abgestützt durch den Gegenzahn und wächst raus. (ich hoffe, du verstehst das Gestammel;-))Somit würde ich sagen, die Kasse zahlt das. Aber nachfragen ist immer besser!

    Zitat

    Bei mir handelt es sich um den letzten Backenzahn links oben, falle ich damit unter das Kriterium


    "eine einseitige Freiendsituation vermieden wird"?

    Nee, glaub ich nicht (Achtung: bin KEIN Experte). Dafür zahlen sie aber das Ziehen und vielleicht sogar eine Freiendbrücke.


    Freiendsituation hab ich mal so verstanden, das der letzte fehlen muss und der vorletzte Zahn dann unter das Kriterium fällt. Weisheitszähne zählen dabei nicht als letzter Zahn.