Wurzelrevision

    Hallo,


    Ich werde mal etwas länger ausholen, um den Fall genau zu schildern. Ich hoffe, ihr haltet durch und koennt mir antworten. :)^


    Ich war vor 3 Wochen bei meinem Zahnarzt, wo eine Entzündung an der Wurzelspitze bei einem bereits wurzelbehandelten Zahn festgestellt wurde (der 6er unten links..)


    Ich bat darum, die Therapie aufzuschieben, da ich einige Tage spaeter eine muendliche Pruefung zu absolvieren hatte und noch keine Schmerzen hatte.


    Jetzt vor 1 1/2 Wochen gings aber los – Höllenschmerzen, die mir den Schlaf raubten und ich konnte den Zahn nicht einmal mehr mit der Zungenspitze berühren. Sonntag gings zum Notdienst, der mir den Zahn "aus dem Biss heruntergeschliffen hat" und mir Clindamyzin verschrieben hat.


    Heute nun hatte ich endlich meinen Termin bei meinem normalen Zahnarzt und er sagte, eine Wurzelrevision sei unumgaenglich, um den Zahn zu erhalten. Der Zahn wurde also geöffnet und die Wurzelfüllung herausgeschliffen. Danach wurde geröntgt, ob das alles geklappt hat und eine Medizin in die Wurzelkanäle gegeben. Verschlossen wurde der Zahn provisorisch mit diesem "Ledermix"..


    Weiterhin nehme ich jetzt noch Clindamyzin 300 bis zum Samstag und Ende naechste Woche habe ich dann meinen naechsten Termin, bei dem die provisorische Füllung wieder gelöst wird.


    Frage; Kann ich davon ausgehen, dass die Entzündung bald weggeht? Die Entzündungsschmerzen sind nach wie vor da, ich kann den Zahn zwar berühren, aber nicht wirklich drücken – kauen geht gar nicht.


    Er sagte, wenn das nicht funktioniert, müsse man ihn ziehen und das fänd ich als 18-jähriger wirklich unwitzig.


    Das ist der einzige Zahn, de rbisher Probleme gemacht hat und der einzige, der wurzelbehandelt wurde.... und dann macht der gleich solche Probleme! Wie lange muss ich Geduld haben und wann muss man einsehen, dass die Entzündung und der Schmerz so nicht beseitigt werden koennen?


    Gruß.

  • 6 Antworten

    Die kurzfristige Schmerzbeseitigung klappt mit dieser Behandlung in den meisten Fällen. Das was Du beschreibst ist typisch. Erst geht der Spontanschmerz, während die Aufbissempfindlichkeit nur langsam nachlässt. Soweit ist erstmal alles im normalen Bereich.


    Die Endorevision (die Behandlung, die bei Dir begonnen wurde) ist im allgemeinen die richtige Therapie bei einer solchen Problematik. Kann man in manchen Fällen noch mit einer Wurzelspitzenresektion versuchen, wenn es nicht klappt. Statistisch gesehen, liegt der Langzeiterfolg dieser Behandlungen bei ca 60-70% (dein ZA war damit verpflichtet schon im Frühstadium der Behandlung darauf hinzuweisen).


    Wichtig ist, dass alle Bakterien bei der Behandlung entfernt werden. Dazu sollte bei der Behandlung eine Gummituch (Kofferdam) über den Zahn gezogen werden, damit nicht während der Behandlung Speichel in den Zahn gelangen kann, da der Speichel voll mit Bakterien ist. Trockenhaltung nur mit Watteröllchen und Sauger wird nicht ausreichen. Ein auf Wurzelbehandlungen spezialisierter Zahnarzt wird möglicherweise den Zahn auch mit dem Operationsmikroskop anschauen (kostenpflichtig).

    Ich mußte einige Male zum Zahnarzt, um die Kanäle säubern zu lassen.


    Bei mir hat es fast drei Monate gedauert, bis die Schmerzen zurückgingen. Aber seitdem hab ich Ruhe und das ist 5 Jahre her

    Wichtig ist, dass alle Bakterien bei der Behandlung entfernt werden. Dazu sollte bei der Behandlung eine Gummituch (Kofferdam) über den Zahn gezogen werden, damit nicht während der Behandlung Speichel in den Zahn gelangen kann, da der Speichel voll mit Bakterien ist. Trockenhaltung nur mit Watteröllchen und Sauger wird nicht ausreichen. Ein auf Wurzelbehandlungen spezialisierter Zahnarzt wird möglicherweise den Zahn auch mit dem Operationsmikroskop anschauen (kostenpflichtig).




    Danke erstmal für deine Antwort!


    Der Za hat mich darauf hingewiesen, dass es nicht erfolgsversprechend sein muss. Er geht aber davon aus, dass das alles funktioniert.


    Ich hatte weder das Gummituch, noch hat mein ZA ein Operationsmikroskop benutzt [noch Watteröllchen übrigens ...] – ich muss aber trotzdem sagen, dass ich bei ihm eigentlich ein sehr gutes Gefühl habe und auch Behandlungen in der Vergangenheit erfolgreich waren... [Weisheitszahn-Extraktion bspw. )


    Während der OP hat er die Wurzelkanäle mit diesen speziellen Nadeln abgedichtet und mich ganz schnell zum Röntgen geschickt, um zu schauen, wie gut das bis zu dem Zeitpunkt sei. Er sagte, das sei so perfekt, die Wurzelspitze sei erreicht. (Das sah man auf dem Röntgenbild übrigens auch sehr gut)


    Und die Sache mit den entfernten Bakterien; Ich gehe als Laie jetzt mal davon aus, dass er die provisorische Füllung entfernen wird und die Wurzelkanäle nochmal richtig durchspuelen und desinfizieren wird?! Momentan befinden sich darin Medikamente (an so Nadelähnlichen Dingern oder Pappstreifen, ich konnte es nicht genau erkennen), die sicher naechste Woche entnommen werden. Neu befüllt wurden die Kanäle aber nicht, da "der Eiter erstmal ablaufen müsse".


    Machst mir ja ein wenig Sorgen mit der Aussage, dass das ohne die o. beschriebenen Sachen auf keinen Fall ausreiche. :-/


    Von einer WSR hat er mir übrigens abgeraten. Sei ein ziemlich übler Eingriff, der nicht unbedingt erfolgsversprechend sei. Er würde es bevorzugen, den Zahn zu ziehen und eine Brücke zu installieren – aber wie gesagt, er geht nicht davon aus..


    Hoffen wir mal das Beste, die Ibuprofen liegen jedenfalls erstmal an der Seite und sind nicht mehr in Gebrauch.

    Was Du beschrieben hast, klingt alles sehr vernünftig. Wurzelkanäle werden gereinigt und sobald die Entzündung weg ist wieder gefüllt. Die WSR ist bei den hinteren Backenzähnen tatsächlich keine einfache Sache, der Vorschlag von Deinem ZA also vernünftig.


    Sprich ihn doch einfach mal auf Kofferdam an. Das gibt es schon seit 1864 ;-) ist also nichts Neues, und wird von der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund und Kieferheilkunde als "Good Clinical Practice" bei der Wurzelbehandlung eingestuft. Kofferdam ist in der Regel Kassenleistung und der Mehraufwand liegt so bei ca 1-2 Minuten. Im Endeffekt geht es darum, den Zahn bakterienfrei zu bekommen und wenn er es ohne Kofferdam hinbekommt...okay...kann es aber nur empfehlen, weil sicherer.


    Das OP-Mikroskop ist ein Tool das manche noch zusätzlich benutzen, aber ist nicht zwingend notwendig. Ist in der Regel mit hohen Kosten verbunden. Also kein Thema, wenn er das nicht hat (haben meist nur die Unikliniken und ein paar Spezialisten).

    Da bin ich mal wieder... nach laengerer Zeit.


    Die Behandlung dieses Problemkandidaten steht jetzt kurz vor dem Abschluss. Die Entzündung hielt sich wirklich mehr als hartnaeckig (Ich war sehr ueberrascht, als ich schaute, wann ich hier zuletzt geschrieben hatte... – Ende Mai!), doch mittlerweile wurde der Zahn weiter mit Provisorien versorgt, sodass Dienstag dann wohl endlich die Krone "installiert" werden kann.


    Leider hat mein Za bei der letzten Behandlung festgestellt, dass die Zähne direkt hinter dem Kandidaten und vor dem Kandidaten etwas Karies haetten. Er bohrte also (unter Betaeubung!), was bei dem einen Zahn kurzzeitig ziemlich schmerzte. Dieser stromschlagartige Schmerz, als haette er irgendetwas getroffen, was er nicht haette treffen sollen..


    Die Füllungen wurden gemacht und nach 10 Minuten war das Thema erledigt.


    Heute, 5 Tage spaeter, habe ich aber leider noch ein paar Problemchen.


    Problemfall ist folgender...


    Der zu überkronende Zahn, der auch erst vor 5 Tagen für die Krone bereitgeschliefen wurde, mit Provisorium, der "gefüllte" Zahn dahinter und der "gefüllte" Zahn davor. Wenn ich etwas auf dieser Seite essen möchte, ist das ziemlich schmerzhaft und wenn ich bspw. etwas trinke, habe ich das Gefühl, dass sich der Zahn mit dem Getränk vollsaugt, sodass es kurzzeitig richtig heftige Schmerzen gibt. Beim stärkeren Zubeißen kommt wieder dieser stromschlagartige Schmerz ins Spiel.


    Problem ist, dass ich diesen Schmerz nicht lokalisieren kann. Es koennte jeder der 3 Zaehne sein, wobei der zu überkronende wohl wegfaellt, da dieser keinen Kontakt hat, da der "Zahnstumpf" wirklich nur noch minimal vorhanden ist. (Dort ist jetzt Zement als Provisorium verwendet worden, falls das von Relevanz ist)


    Mittlerweile geht mir das einfach nur noch auf den Sack und ich habe wenig Lust auf eine weitere WB bei einem der "gefüllten Zaehne", die vor dem Zahnarztbesuch uebrigens ueberhaupt nicht weh getan haben. (Erst nach dem Bohren, bzw. bei dem einen kurz während des Bohrens, wie oben geschildert..)


    Kann es sein, dass beim Bohren einfach der Nerv getroffen wurde und ich deshalb so aufzucken muss, wenn ich zubeiße, weil der Nerv noch gereizt ist? Kann der nach einer knappen Woche ueberhaupt noch gereizt sein, wenn es so wäre? Oder bahnt sich da schon wieder was Neues an? Hm, bin ziemlch ratlos und wäre ueber Hilfe dankbar..


    Dienstag ist der Termin, um die Krone draufzusetzen..., dann kann ich auch mit meinem ZA drueber sprechen. Aber so eine Vorweg-Ferndiagnose würde mich vielleicht etwas beruhigen... (oder auch nicht. ;-))


    Wenn was mit meinem Koerper nicht zustimmt, weiß ich eben zugern früh genug Bescheid...,


    In der Ruhestellung tut da uebrigens kaum was weh. Vielleicht ein wenig das Zahnfleisch, das beim Abschleifen für die Krone, misshandelt wurde, aber sonst nichts...

    Wichtig zum Zahnerhalt ist, dass der Zahnarzt die Endodontie wirklich gut beherrscht. Arbeiten unter Kofferdam (Spanngummi) sollte selbstverständlich sein. Die Wurzelbehandlung oder Revision einer insuffizienten Wurzelfüllung besteht in der Regel aus 3-4 Terminen. 1.) Entfernung der Wurzelfüllung und medikamentöse Einlage mit anschl. Verschluss; 2.) Wurzelkanalaufbereitung – Kanäle werden erweitert mit anschl. medikamentösen Einlage und Verschluss; 3.) Wurzelfüllung welche bis zur Wurzelspitze reichen soll


    Zwischen den Terminen können 2- 4 Wochen liegen, damit die Entzündung an der Wurzelspitze sich zurückbilden kann. Sehr zu empfehlen ist dafür eine Einnahme von Hekla lava D6 und ein Lymphmittel wie Lyphdiaral oder Cefalymphat.


    Wurzelspitzenresektionen sind nicht gerade mehr sehr beliebt. Dann lieber zu einen Spezialisten für Endodontie gehen um den Zahn zu retten.


    Die Krone vielleicht nur provisorisch (semipermanent) einsetzen lassen, damit der Zahnarzt noch Zugang zum Zahn hat, falls noch eine Behandlung notwendig ist.