Zahnarztangst, Schmerz, Termin und Fragen vorab

    Gleich vorweg... ich hab panische Angst vorn Zahnarzt. War zuletzt 2014 und dort wurden mir einige Zähne plombiert, ein Weisheitszahn oben gerissen, Mundhygiene gemacht und ein Zahn wurde am Unterkiefer sehr tief gebohrt und ebenfalls plombiert. - Alles galb so wild eigentlich gewesen- und dennoch hab ich irre Angst vor einem neuen Besuch.


    Jetzt fing meine neue Leidensgeschichte im Dezember an, wo ich mir kurz vor Weihnachten ein kleines Stück vom stark plobierten Backenzahn ausgebissen habe. - Dies tat und tut aber nicht weh.


    Danach fingen die beiden unteren Weisheitszähne an zu schieben/drücken/zwicken.- immer wieder mal für einige Tage und dann wars aber auch weg für Wochen/Monate.


    Wie aus heitrem Himmel fing es aber vor ca einer Woche an, dass ich Schmerzen entlang des Oberkiefers außen rechts bemerkt habe. Diese hab ich zuerst aufs Zahnfleisch geschoben und Mundspühlungen gemacht usw.


    Seit gestern jedoch sticht es oberhalb der Zähne (dort wo ich die Wurzeln vermuten würde)- Bin zwar nicht druck, kälte, wärme oder Klopfempfindlich aber irgendwas ist dort, da ich dort auch eine Art aphte habe?!


    Wie auch immer es brennt und sticht dort sehr/permanent. Es ist (vor allem mit Ibuprofen) halbwegs auszuhalten und ich hab jetzt trotz meiner riesigen Angst am Montag einen Termin bei einer mir empfohlenen Praxis bekommen, frage mich aber wir ich bis dorthin die Schmerzen lindern kann. Habt ihr Tipps für mich? - Auch was die Angst anbelangt... ich hab gestern als dieser Schmerz anfing daheim im bett als gestandener Mann mit 35 zu heulen begonnen wie ein kleines Kind. - Vielmehr wegen der Angst vorm Zahnarzt als vor dem eigentlichen Schmerz... ich komm mir ao dämlich und hilflos vor.


    Montags hab ich mal einen „Wir sehen nur mal nach“ Termin... ich hab dennoch schiss dass ich eine Wurzelbehandlung oder gar Wurzelspitzenresektion machen muss, dass die Anästhesie nicht wirkt, weil ich vielleicht zu entzunden bin, usw.


    ich fühl mich wie das letzte und mag nur noch schlafen, denn da hab ich keine beschwerden und weniger sorgen :-(

  • 24 Antworten

    Ich bin auch kein Zahnarztfan (keine Schmerzangst, aber starker Würgereiz) und bedingt durch den Ruhestand meines Zahnarztes, bei dem ich 30 Jahre war, nun ziemlich aufgeschmissen.

    Vor zwei Wochen dann akute Schmerzen und sofortiger Notfalltermin bei neuem Zahnarzt. Tief entzündet, Zahn durch Knirschen/Pressen bis in die Wurzel gespalten, Erhalt unklar. Die "normale" Betäubung wirkte leider nicht (er testete es vorsichtig und sobald ich etwas spürte/sagte, stoppte er). Wir haben das Problem in Griff bekommen, indem er zwischen Zahn und Zahnfleisch reingegangen ist und zig Mal eine Betäubung gespritzt hat. Davon habe ich quasi nichts gespürt. Die anschließende gute Stunde Wurzelbehandlung war komplett schmerzfrei. In der Hinsicht möchte ich Dir daher wirklich Mut zusprechen!

    Sunflower_73 schrieb:

    In der Hinsicht möchte ich Dir daher wirklich Mut zusprechen!

    Vielen lieben Dank! Ich werde mich überwinden und auch dem Arzt sagen dass er bitte vorsichtig testen solle ob die lokale Betäubung wirklich wirkt...

    Du merkst es ja ggf. selber - dann halt sofort melden, wenn sich etwas noch komisch anfühlt. Bei mir war es so, dass der ZA zwei Mal meinte "Mensch, das müsste doch jetzt taub sein" - war es aber nicht. Er hat dann halt nochmal und nochmal gespritzt, und dann hat es funktioniert. Ich wusste bis dahin auch nicht, dass man quasi so direkt an die Wurzel spritzen kann und nicht nur den entsprechenden Nerv spritzt (was ja der Standard ist). Ich hatte eine erste Wurzelbehandlung vor ca. 25 Jahren und da habe ich gelitten, weil die Betäubung nicht vollständig wirkte. Waren zwar nur eingie kurze Momente, aber schön war es nicht. Dieses Mal komplette Schmerzfreiheit bei einer echt langen komplexen Behandlung - und vielleicht muss der Zahn doch raus...

    Daran war nichts gruselig. Bei der Entzündung hat die Betäubung des Hauptnerven halt nicht ausgereicht, also hat man direkt an die Wurzel gespritzt. Mit Erfolg. Und germerkt habe ich davon u.a. aufgrund der grundlegenden Betäubung nichts. Evtl. ein leichtes Druckgefühl, aber das war's dann auch. Kein Schmerz. Und das zählt doch.

    MartinF83 schrieb:

    irgendwie gruselig die vorstellung dass da so oft nachgespritzt wird weils eventuell nicht wirkt

    Mache es dir nicht so schwer. Bei manchen Menschen kann das passieren. Bei mir war z.B. fast eine Seite des OK betäubt, obwohl die Betäubung für den UK gedacht und gesetzt wurde. Jeder Körper hat auch schon mal seine eigenen kleinen Abweichungen.

    Muss oder wird nachbetäubt, bekommst Du auch nicht jedesmal eine volle Dröhnung und je nach Lage wird auch nicht immer alles injiziert.

    MartinF83 schrieb:

    Ich werde mich überwinden und auch dem Arzt sagen dass er bitte vorsichtig testen solle ob die lokale Betäubung wirklich wirkt...

    Wenn es dir dadurch leichter fällt, solltest Du das tun. Den ZÄ ist es sogar lieber, es vor dem Eingriff zu wissen als während der Behandlung.

    MartinF83 schrieb:

    da ich dort auch eine Art aphte habe?!

    Die müsstest Du sehen können anhand der Veränderung auf dem Zahnfleich. In der Apo kannst Du nachfragen was die Linderung verschafft. Ist die Stelle schwer erreichbar gibt es Mittel zum aufpinseln, ansonsten auch als Gel oder Salben.

    Noch einen Rat von mir: Nimm nicht zuviel Schmerzmittel, weil der Körper u.U geschwächt werden könnte.

    Am Tag der Behandlung solltest Du Schmerzmittel weg lassen, weil auch in dieser Kombination mit anderen Betäubungsmitteln das evtl. nicht so gut wirken kann.

    Bis dahin - halt die Öhrkes steiff :)*

    Fizzlypuzzly schrieb:

    Am Tag der Behandlung solltest Du Schmerzmittel weg lassen, weil auch in dieser Kombination mit anderen Betäubungsmitteln das evtl. nicht so gut wirken kann.

    Bis dahin - halt die Öhrkes steiff :)*

    Ibuprofen kann ohne Probleme weiter eingenommen werden. (Entsprechend Verornung oder Packungsbeilage.)

    Es wirkt nicht nur als Schmerzmittel, sondern auch Entzündngshemmend und verstärkt außerdem die Wirkung des Anästhetikums.

    Gerade bei einer schon vorliegenden Entzündung also ideal.

    na was jetzt?! habs jetzt mal einen tag auch ohne geschafft. überhaupt ists fast nicht mehr da... aber ich werde den kontrolltermin mal dennoch machen um im klaren zu sein was zu machen ist...hab in drei wochen urlaub mit frau und den kids... da möchte ich keine bösen überraschungen erleben...ich hab aber dennoch immer mehr schiss...

    Geh bitte wirklich hin. Ich hatte um Weihnachten rum auch schon Probleme, habe es auf freiliegende Zahnhälse geschoben, weil ich am 5.12. erst zur Kontrole war. Tja...

    Hansileinchen :

    Ohne Worte. Schön, wenn es bei Dir funktioniert.


    Kurz zur Info, da ich mich angesprochen fühle und gerade echt sauer bin:

    Ich habe seit 25 Jahren keine neue Füllung benötigt. Dass ich Füllungen habe, ist auf meinen alten Zahnarzt zurückzuführen: Der hat - statt wie vom Schulzahnarzt empfohlen - meine Fissuren nicht mit Fluoridlack versiegelt, sondern gefüllt. Tja, Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre haben meine Eltern dem Arzt halt geglaubt. Die Folgen bade ich bis heute aus.

    Ich esse Süßes, aber kontrolliert. Putze 2x am Tag, 1 pro Woche mit Fluoridgel. Geraucht habe ich nie. Und überhaupt betreibe ich so perfekte Zahnpflege, dass eine Zahnreinigung bislang nur 1x erforderlich war.


    Dafür habe ich als Baby schon gewürgt, wenn de Flasche zu tief im Mund war. Ich habe Würgereiz, wenn mir ein Brocken Brot am Gaumen kleben bleibt. Ich lasse Behandlungen machen, aber mit so viel Speichelfluss, dass der Zahnarzt den Zahn kaum trockenbekommt vor dem Füllen. Über eine Stunde Wurzelbehandlung mit Nasenatmung etc., wirkt aber nicht gegen Speichelfluss. Aber Du hast bestimmt eine tolle Lösung, wie man diesen automatischen physiologischen Prozess unterbinden kann, gell?


    Würgereiz abtrainieren? Alles versucht, ändert nur nichts. Ich weiß, dass das Zäpfchen weit von den Zähnen weg ist, ändert aber nix.


    Aber schön, dass Du ängstlichen und verzweifelten Menschen noch mal so richtig einen vor den Latz knallst.

    [...]


    Lieber TE....ich hoffe du hast das heute gut überstanden! Ich weiss wie sehr man sich schämt für die eigene Angst - aber ich kann dir nur raten dran zu arbeiten. ich kenne das ja - du gehst da heute raus (deswegen hatte ich gestern dazu nix geschrieben - ich weiss ja dass gute Wünsche überhaupt nix bringen, eher im Gegenteil!), fühlst dich super weil du es geschafft hast (ich hoffe mal dass du hingegangen bist!) und fragst dich wovor du dich eigentlich gefürchtet hast.

    Und dann vergeht wieder Zeit...und langsam kriecht die Angst wieder zurück! Man schaut auf den Kalender, puh...schon wieder ein halbes Jahr her. Man sollte eigentlich wieder....X-\Ach, ein bisschen geht schon noch...und so läuft das weiter! Ich kenn das Spielchen!

    Ich kann dir nur raten es jetzt nicht schleifen zu lassen! JETZT ist der Zeitpunkt sich Hilfe zu holen - nicht dann wenn es wieder kurz bevor steht! Erkundige dich, geh zu deinem Hausarzt und fragt wohin du gehen kannst - man kann an dieser Panik arbeiten, zur Not mit Kurzzeitmedikamenten! Erhol dich jetzt erst mal ein paar Tage, du hast Tage extremer Anspannung hinter dir - aber dann pack es an!

    Hol dir Hilfe! Sonst wirst du den Rest deines Lebens in halbjährlichen Schritten leben - immer in dem schlechten Gewissen dass es ja schon wieder Zeit wäre!