Zum ersten Mal Karies...

    Hallo,


    ich habe letzten Donnerstag eine ganz schlimme eitrige Angina bekommen, dazu ist meine chronische Sinusitis nochmal stark aufgeflammt, sodass sowohl Stirn- als auch Kieferhöhlen vollkommen dicht waren. Ich habe dann ziemlich starke Zahn- und Kieferschmerzen sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer bekommen. Als ich mir dann vorgestern die Zähne genau angesehen habe, habe ich entdeckt, dass an der Innenseite des vorletzten Backenzahns ganz oben am Zahnfleisch ein kleiner schwarzer Fleck zu sehen war, der in der Woche davor ganz sicher noch nicht da gewesen war. Ich habe dann (lacht mich bitte nicht aus) ein Foto von dem Zahn gemacht und gesehen, dass es ein kleines Loch ist.


    Ich (26) hatte zuvor noch nie Karies und pflege meine Zähne extrem gut. Mundwasser, Zahnseide und Interdentalbürstchen mehrmals am Tag, Zähneputzen natürlich auch ;-) Außerdem benutze ich Elmex Gelée.


    Mein Zahnarzt hat nach einer DVT sogar gesagt, er würde nur sehr selten so top-gepflegte Zähne sehen.


    Leider habe ich seit einiger Zeit ein Magenproblem (Magenlähmung) und deshalb sowohl mit starkem Reflux als auch mit häufigem Erbrechen und in der Folge mit Mangelerscheinungen (Calcium, Zink, Eisen, Vitamine...) zu kämpfen, was ja nicht gerade gut für die Zähne ist.


    Na ja, ist eigentlich auch egal, geschehen ist geschehen.


    Mein eigentliches Anliegen ist eigentlich folgendes: Ich habe bei meinem Zahnarzt angerufen, doch dort wurde mir gesagt, dass sie für dieses Jahr vollkommen ausgebucht seien und ich nur mit viel Glück einen Termin in einigen Wochen bekommen könne.


    Kann ich denn solange warten oder soll ich in der Zwischenzeit zu einem anderen Arzt gehen?


    Und außerdem: Ich habe ein genetisch bedingtes fehlendes Ansprechen auf Lokalanästhetika. Ist Bohren ohne Betäubung sehr schmerzhaft?


    Sorry, die Fragen sind bestimmt dämlich, aber ich kenne mich damit einfach nicht aus und hatte bisher das Glück, mich nicht damit beschäftigen zu müssen.


    Ich danke Euch im Voraus für Eure Antworten.


    LG

  • 6 Antworten

    Versuche ruhig, einen Termin bei einem anderen Zahnarzt zu bekommen. Niemand kann oder wird Dir deshalb einen Vorwurf machen.


    Bei einem kleinen, oberflächlichen Defekt ist die Behandlung auch ohne Betäubung oft ganz gut auszuhalten. Genau vorhersagen kann Dir das wohl niemand...

    Zitat

    Mundwasser, Zahnseide und Interdentalbürstchen mehrmals am Tag

    Reinigung aller Zahnzwischenräume dreimal täglich (oder noch öfter)? Das kommt mir ziemlich übertrieben vor. Womöglich ist das eine Art Zwangsstörung?


    Nach einem Erbrechen würde ich den Mund aber mit Wasser ausspülen, um die Säure zu neutralisieren. - Vitamine u.a., bei denen ein erheblicher Mangel nachgewiesen wird, werden sich in vielen Fällen auch als Spritze oder Infusion zuführen lassen.

    Dann werde ich versuchen, woanders einen Termin zu bekommen.


    Vor einigen Jahren habe ich mir sogar noch häufiger die Zähne geputzt und gereinigt. Meine Geschwister übrigens auch. Das liegt wohl daran, dass unsere Mutter bei uns Kindern immer extrem auf penible Mundhygiene geachtet hat.


    Die Magenlähmung und der Nährstoff-/Mineralstoffmangel sind leider Teil eines viel größeren gesundheitlichen Problems, dem längst nicht mehr adäquat abzuhelfen ist. Aber ich bin deswegen schon seit Langem in Behandlung. Trotzdem, danke für den Rat!

    Das Problem ist, dass man von Außen betrachtet kaum vorhersagen kann, wie weit die Karies schon fortgeschritten ist. Es kann sein, dass nicht viel mehr ausgebohrt werden muss, als dieses Löchlein das du sehen kannst, ist. Dann kann es ruhig bis Januar warten.


    Es kann aber auch sein, dass das Löchlein nur die Spitze des Eisbergs ist und sich darunter schon trichterförmig viel tiefere Karies verbirgt, der meiste Zahnschmelz darüber aber unversehrt wirkt. Passiert gerade oft, wenn man die Zähne meist gut pflegt (Kleine Einschlupfstelle, innen modert es weiter, der Zahnschmelz außen ist fast super (--> Hidden Caries).


    In so nem Fall sollte man natürlich nicht mehrere Wochen warten.


    Es ist also im Endeffekt eine Frage des Sicherheitsbedürfnisses.


    Ich würde sagen, es schadet nichts, woanders hinzugehen. Wenn du deinem ZA besonders traust und eigentlich nur dort hin willst, lass bei nem anderen ein Röntgenbild machen und dir sagen, wie tief die Karies vermutlich ist. Er muss ja nicht wissen, dass du zum Bohren dann woanders hingehst :=o

    Zitat

    Ist Bohren ohne Betäubung sehr schmerzhaft?

    Kommt auf dein Schmerzempfinden und die Tiefe an.


    Man merkt es. Manche lassen sich bei kleinsten Sachen eine Spritze geben, manche lassen auch tiefe Karies ohne behandeln, nach dem Motto "Augen zu und durch, lieber als danach ewig taube Lippe".


    Ist wirklich GAR keine Betäubung möglich?


    Super moderne Praxen behandeln kleine Karies auch schmerzarm ohne Bohrer (z.B. Sandstrahl, Laser) Das wäre eine Alternative, wenn Bohren gar nicht geht (ausprobieren), es bei deinem Loch möglich ist und du einen Arzt hast, der es anbietet.

    Zitat

    Vor einigen Jahren habe ich mir sogar noch häufiger die Zähne geputzt und gereinigt. Meine Geschwister übrigens auch. Das liegt wohl daran, dass unsere Mutter bei uns Kindern immer extrem auf penible Mundhygiene geachtet hat

    Aber auch übertriebene Mundhygiene kann schädlich sein. Gerade durch den Reflux sind deine Zähne angegriffen, da schrubbst du mit Überhygiene u.U. mehr schützenden Zahnschmelz weg, als du nur Belag beseitigst.

    Wenn es nur das kleine Loch ist, kann man ruhig ein paar Wochen warten. Aber wie mnef sagt, kann sich darunter auch tiefliegende Karies verbergen und dann sollte man doch möglichst schnell handeln. Ich würde daher versuchen einen früheren Termin bei einem anderen Arzt zu bekommen. Du kannst ja bei deinem Zahnarzt auch nochmal drum bitten, dass falls ein anderer Patient absagt, sie dir seinen Termin dann geben.


    Bohren ohne Betäubung ist bei oberflächlichen Löchern gut auszuhalten. Bei tiefliegendem Karies allerdings sehr schmerzhaft. Bei mir wirkt örtliche Betäubung auch nicht und dann kann es schon schmerzhaft werden. Aber man übersteht auch das.

    Danke für die Antworten.


    Ich könnte jetzt doch in 3 Wochen zu meinem Zahnarzt gehen. Das sollte dann in Ordnung sein, oder?


    Ich überlege mir bloß die ganze Zeit, was ich tun könnte, damit die blöde Säure vom vielen Erbrechen/Reflux nicht noch mehr an dem Zahn frisst, das tut nämlich auch weh. Nicht furchtbar stark und auch auf keinen Fall so, dass ich deshalb eine Schmerztablette nehmen würde, aber man merkt eben, dass es nicht gut ist. Da das Loch an der Innenseite des Zahnes ist, kommt die Säure auch direkt hinein. ":/